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Lichen sclerosus - eine chronische Hauterkrankung

Kommentar schreiben Aktualisiert am 20. Juni 2023

Etwa jede 50. Frau in Deutschland leidet unter einer relativ unbekannten, aber dennoch weit verbreiteten Hauterkrankung namens Lichen sclerosus. Überraschenderweise haben viele Menschen noch nie von dieser Erkrankung gehört, obwohl sie so viele Frauen und auch Männern betrifft.

 

 

 

 

Viele Menschen weltweit leiden an verschiedenen Arten von Hauterkrankungen, die eine Vielzahl von Symptomen und Auswirkungen mit sich bringen können. Von chronischen Hauterkrankungen wie Ekzemen und Psoriasis bis hin zu infektiösen Erkrankungen wie Akne und Ringelflechte gibt es eine Vielzahl von Zuständen, die das Erscheinungsbild und das Wohlbefinden der Haut beeinflussen können. Und auch Lichen sclerosus kann eine enorm hohe Belastung für Betroffene sein.

 

 

 

Was ist Lichen sclerosus?

 

Lichen sclerosus ist eine chronische Hauterkrankung, die vor allem die Genitalbereiche von Frauen und Männern betrifft, aber auch andere Körperregionen betreffen kann. Sie ist durch das Auftreten von weißen, glatten, leicht schrumpfenden Hautveränderungen gekennzeichnet. Lichen sclerosus kann Juckreiz, Schmerzen und Entzündungen verursachen und zu langfristigen Komplikationen wie Vernarbungen oder  funktionellen Beeinträchtigungen führen. Wehalb eine frühzeitige Behandlung wichtig ist.

 

 

Die genaue Ursache der Erkrankung ist nicht bekannt, aber es wird angenommen, dass Autoimmunprozesse und hormonelle Faktoren eine Rolle spielen können. Die Behandlung von Lichen sclerosus zielt darauf ab, Symptome zu lindern, Entzündungen zu reduzieren und das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Eine regelmäßige ärztliche Überwachung ist wichtig, um Komplikationen zu vermeiden oder zu behandeln.

 

 

 

Symptome:

 

Lichen sclerosus kann sowohl bei Frauen als auch bei Männern auftreten, tritt jedoch häufiger im Genitalbereich von Frauen auf. Zu den typischen Symptomen gehören:

 

 

Juckreiz: Intensiver und hartnäckiger Juckreiz im betroffenen Bereich, der zu erheblicher Unannehmlichkeit führen kann.

 

Weiße, glänzende Hautveränderungen: Die betroffene Haut kann weißlich und glänzend aussehen. Es können sich auch Risse und kleine Bläschen bilden.

 

Verengungen und Vernarbungen: Längerfristig kann Lichen sclerosus zu Verengungen der Genitalbereiche führen, was zu Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr führen kann.

 

Schmerzen: In einigen Fällen können Schmerzen beim Wasserlassen, Geschlechtsverkehr oder bei alltäglichen Aktivitäten auftreten.

 

 

 

Behandlungsmöglichkeiten:

 

Die Behandlung von Lichen sclerosus zielt darauf ab, Symptome zu lindern, Entzündungen zu reduzieren und das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Hier sind einige gängige Behandlungsmethoden:

 

 

1. Topische Kortikosteroid-Cremes: Diese werden auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen, um Juckreiz, Entzündungen und Verengungen zu reduzieren. Sie helfen, den Zustand zu kontrollieren und Symptome zu lindern. Die Anwendung erfolgt in der Regel über einen bestimmten Zeitraum und unter ärztlicher Aufsicht.

 

2. Feuchtigkeitscremes: Die regelmäßige Anwendung von Feuchtigkeitscremes kann dazu beitragen, die Hautelastizität zu verbessern, Juckreiz zu lindern und Trockenheit zu reduzieren.

 

3. Immunsuppressive Medikamente: In einigen Fällen kann der Arzt immunsuppressive Medikamente wie Tacrolimus oder Clobetasol vorschlagen, um die Entzündungsreaktionen im Körper zu unterdrücken.

 

4. Hormontherapie: Bei Frauen kann eine lokale oder systemische Hormontherapie in Betracht gezogen werden, um den Hormonhaushalt auszugleichen und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.

 

5. Chirurgische Eingriffe: In fortgeschrittenen Fällen oder bei Komplikationen wie Verengungen der Körperöffnungen kann eine Operation erforderlich sein, um die betroffenen Bereiche zu korrigieren.

 

 

Es ist wichtig, regelmäßige ärztliche Untersuchungen durchzuführen, um den Verlauf der Erkrankung zu überwachen und Komplikationen frühzeitig zu erkennen.

 

 

Jeder Fall von Lichen sclerosus ist einzigartig, daher ist eine individuelle Behandlungsstrategie unter ärztlicher Aufsicht entscheidend, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.

 

 

 

 

 

Komplikationen:

 

Lichen sclerosus kann verschiedene Komplikationen verursachen. Zu den möglichen Komplikationen gehören:

 

 

Vernarbung: Lichen sclerosus kann zu einer Vernarbung der betroffenen Hautstellen führen. Dies kann zu einer Einschränkung der Beweglichkeit, insbesondere im Genitalbereich, führen.

 

Verengung von Körperöffnungen: In einigen Fällen kann Lichen sclerosus zu einer Verengung von Körperöffnungen wie der Vagina, dem Anus oder der Harnröhre führen. Dies kann zu Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Stuhlgang oder Geschlechtsverkehr führen.

 

Infektionen: Die geschädigte Haut bei Lichen sclerosus kann anfälliger für Infektionen sein. Bakterielle oder Pilzinfektionen können auftreten und weitere Beschwerden verursachen.

 

Hautkrebs: Obwohl selten, besteht bei Lichen sclerosus ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Hautkrebs. Eine regelmäßige Überwachung und Untersuchung der Haut ist wichtig, um Anzeichen von Hautkrebs frühzeitig zu erkennen.

 

Psychische Belastung: Lichen sclerosus kann auch psychische Belastungen wie Angst, Depressionen oder Selbstwertprobleme verursachen. Die sichtbaren Veränderungen und die damit verbundenen Symptome können die Lebensqualität und das psychische Wohlbefinden der Betroffenen beeinträchtigen.

 

 

Geeignete Ansprechpartner können demnach Hausärtze, Dermatologen, Gynäkologen und Psychologen sein.

 

 

 

Operationen

 

Bei Lichen sclerosus kann in einigen Fällen eine Operation in Betracht gezogen werden. Die Entscheidung für eine Operation hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Schweregrad der Erkrankung, dem Vorliegen von Komplikationen und dem individuellen Fall des Patienten. Hier sind einige mögliche operative Eingriffe bei Lichen sclerosus:

 

 

1. Zirkumzision (Beschneidung): Bei Männern kann eine Zirkumzision empfohlen werden, wenn der Lichen sclerosus den Penis betrifft. Die Entfernung der Vorhaut kann helfen, Symptome zu lindern, das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und das Risiko von Komplikationen wie Verengungen zu reduzieren.

 

2. Vulvakorrektur: Bei Frauen kann eine operative Korrektur der Vulva in Betracht gezogen werden, insbesondere wenn Verengungen oder Deformitäten vorliegen. Dieser Eingriff zielt darauf ab, die anatomische Struktur der Vulva zu verbessern und mögliche funktionelle Einschränkungen zu beheben.

 

3. Lasertherapie: In einigen Fällen kann eine Lasertherapie eingesetzt werden, um die betroffenen Hautstellen zu behandeln. Der Laser kann gezielt das erkrankte Gewebe abtragen und die Haut regenerieren, um Symptome zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.

 

 

Es ist wichtig, dass eine Operation bei Lichen sclerosus von erfahrenen und spezialisierten Ärzten durchgeführt wird. Vor einer Operation sollte eine gründliche Untersuchung und Beratung erfolgen, um die individuelle Situation zu bewerten, mögliche Risiken und Komplikationen zu besprechen und realistische Erwartungen zu setzen. Die Nachsorge nach einer Operation ist ebenfalls wichtig, um den Heilungsprozess zu unterstützen und optimale Ergebnisse zu erzielen.

 

 

 

 

 

Der lange Weg zur Diagnose

 

Lichen sclerosus kann aufgrund seiner unspezifischen Symptome und des variablen Erscheinungsbildes manchmal mit anderen Erkrankungen verwechselt oder falsch diagnostiziert werden. Einige mögliche falsche Diagnosen, die in Betracht gezogen werden können, sind:

 

 

Vulvovaginale Candidiasis (Vaginalpilz): Die Symptome einer Vulvovaginalen Candidiasis wie Juckreiz, Brennen und Ausfluss können denen von Lichen sclerosus ähneln. Eine genaue Anamnese und eine sorgfältige Untersuchung durch einen Arzt sind wichtig, um die richtige Diagnose zu stellen.

 

Psoriasis: Psoriasis ist eine chronische Hauterkrankung, die rötliche, schuppige Plaques verursacht. In einigen Fällen kann die Psoriasis auch den Genitalbereich betreffen und ähnliche Symptome wie Lichen sclerosus hervorrufen. Eine Hautbiopsie kann helfen, zwischen den beiden Erkrankungen zu unterscheiden.

 

Lichen planus: Lichen planus ist eine weitere entzündliche Hauterkrankung, die Juckreiz, Hautausschlag und Geschwüre verursachen kann. In einigen Fällen kann Lichen planus auch im Genitalbereich auftreten und mit Lichen sclerosus verwechselt werden. Eine genaue Diagnose erfordert in der Regel eine Hautbiopsie.

 

Vulvakrebs: In seltenen Fällen kann Vulvakrebs mit Lichen sclerosus verwechselt werden, da beide Erkrankungen weiße Flecken oder Veränderungen im Genitalbereich verursachen können. Eine gründliche Untersuchung und gegebenenfalls eine Gewebeentnahme sind entscheidend, um zwischen den beiden Erkrankungen zu unterscheiden.

 

 

Um eine falsche Diagnose zu vermeiden, ist es wichtig, dass Menschen mit Verdacht auf Lichen sclerosus einen Arzt aufsuchen, der Erfahrung in der Diagnose und Behandlung dieser Erkrankung hat. Eine genaue Anamnese, körperliche Untersuchung und gegebenenfalls eine Hautbiopsie können zur richtigen Diagnosestellung beitragen.

 

 

 

Fazit:

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Lichen sclerosus eine chronische entzündliche Hauterkrankung ist, die vor allem den Genitalbereich betrifft, aber auch andere Körperbereiche betreffen kann. Es ist eine relativ seltene Erkrankung, die hauptsächlich bei Frauen nach der Menopause auftritt, aber auch Männer betreffen kann.

 

Die genaue Ursache von Lichen sclerosus ist nicht vollständig bekannt, es wird jedoch angenommen, dass sowohl genetische als auch immunologische Faktoren eine Rolle spielen. Die Symptome umfassen Juckreiz, Brennen, Schmerzen und Veränderungen der Haut, wie weiße Flecken, Verdickung und Einengung der betroffenen Bereiche.

 

Die Diagnose von Lichen sclerosus erfordert in der Regel eine gründliche körperliche Untersuchung und gegebenenfalls eine Hautbiopsie, um andere ähnliche Erkrankungen auszuschließen. Die Behandlung besteht in der Regel aus der Anwendung von topischen Kortikosteroiden, um die Entzündung zu reduzieren und die Symptome zu lindern. Regelmäßige Nachuntersuchungen sind wichtig, um Veränderungen zu überwachen und mögliche Komplikationen, wie die Entstehung von Hautkrebs, frühzeitig zu erkennen.

 

Obwohl Lichen sclerosus eine chronische Erkrankung ist, kann sie mit einer angemessenen Behandlung gut kontrolliert werden. Es ist wichtig, dass Patienten regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen durchführen lassen, um den Verlauf der Erkrankung zu überwachen und potenzielle Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Eine gute Kommunikation mit dem behandelnden Arzt und eine umfassende Aufklärung über die Erkrankung können dazu beitragen, dass Patienten besser mit Lichen sclerosus umgehen können und eine gute Lebensqualität aufrechterhalten.

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apomio-Redaktion
Autor: apomio-Redaktion

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