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Leben mit Morbus Parkinson

Kommentar schreiben Dienstag, 12. Januar 2016

Die Parkinson-Krankheit oder Morbus Parkinson ist eine chronische, neurologische Erkrankung und zählt zu den bekanntesten und häufigsten Erkrankungen des Nervensystems weltweit. In Deutschland geht man schätzungsweise von 250.000 bis 400.000 Menschen aus, die an Parkinson erkrankt sind. Was versteht man unter der Parkinson-Krankheit? Und durch welche Symptome wird die Erkrankung charakterisiert? Welche Rolle spielt Dopamin? Und gibt es eine Chance auf Heilung?

Was ist Parkinson?

Die Parkinson-Krankheit ist im Jahre 1817 erstmals durch den englischen Arzt James Parkinson als shaking palsy, übersetzt Schüttellähmung, beschrieben worden. Synonyme für die Parkinson-Krankheit sind auch: Morbus Parkinson, Schüttellähmung, Paralysen agitans, Idiopathisches Parkinson-Syndrom. Bei der Parkinson-Krankheit liegt ein Mangel an dem Nervenbotenstoff Dopamin vor, weil die Zellen in der Substantia nigra (schwarze Substanz) im Gehirn, welche für die Produktion des Botenstoffs Dopamin zuständig sind, nach und nach aus bisher noch ungeklärten Gründen absterben. Dopamin ist zusammen mit anderen Botenstoffen an der Bewegungssteuerung involviert; die Folge eines Dopamin-Mangels sind Bewegungsstörungen und die typischen Symptome der Parkinson-Krankheit, die im weiteren Textverlauf näher beschrieben werden.

Symptome von Parkinson

Morbus Parkinson ist durch eine erhöhte Muskelspannung (Rigor) charakterisiert. Daneben besteht eine ausgeprägte Bewegungsarmut, die vor allem in der Gesichtsmuskulatur deutlich wird; man spricht von dem sogenannten Maskengesicht. Der Gang der Erkrankten ist trippelnd und vornübergebeugt. Es fehlt die Mitbewegung der Arme. Mit der Zunahme der Erkrankung entwickelt sich eine ausgeprägte Gang- und Standunsicherheit. Daneben treten grobe Zitterbewegungen an den Gliedmaßen und auch am Kopf auf (Tremor). Im Handbereich führt dieses Zittern zu Bewegungsabläufen, die wie Pillendrehen aussehen. Die Sprache ist oft monoton und verwaschen. Die Formulierung der Worte ist langsam. Der Eindruck, dass eine Intelligenzminderung eingetreten ist, trügt aber. Denn meist sind die Patienten in ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit normal.

Zusammenfassend spricht man von den vier Kardinalsymptomen von Morbus Parkinson:

  • Bradykinese: Verlangsamung der Einleitung von Bewegungen
  • Rigor: Steifigkeit der Muskulatur
  • Ruhetremor Zittern in Ruhe
  • Posturale Instabilität: Instabilität der Körperhaltung

Wie wird Morbus Parkinson diagnostiziert?

Morbus Parkinson ist eine Ausschlussdiagnose, das heißt, wenn nach intensiver Untersuchung keine andere Ursache gefunden werden kann, spricht man von der Parkinson-Krankheit. Die Diagnose erfolgt hauptsächlich über die Symptome.

Typisch für die Diagnose der Parkinson-Krankheit ist:

  • Bradykinese und eines der folgenden Symptome: Rigor, Ruhetremor, posturale Instabiliät (zur Diagnose genügen also in der Regel zwei Symptome der Hauptsymptome)
  • einseitiger Beginn der Erkrankung
  • progressiver Krankheitsverlauf
  • schleichender, langjähriger Verlauf
  • gute Verträglichkeit auf L-Dopa (Levodopa; ist eine Vorstufe in der Biosynthese unter anderem von Dopamin) und langjährig gutes Ansprechen auf Dopaminergika

Ursache von Morbus Parkinson

Die Ursache, weshalb Nervenzellen im Gehirn, in der Substantia nigra, nach und nach absterben und zum Entstehen der Parkinson-Krankheit führt, ist bisher noch nicht bekannt. Daher spricht man von einer idiopathischen Erkrankung – als idiopathisch werden Erkrankungen bezeichnet, deren Ursprung unbekannt ist. Einige Wissenschaftler hegen die Vermutung, dass die Krankheitsauslöser über die Nase oder über die Darmschleimhaut aufgenommen werden und im Nachhinein für das Absterben von Nervenzellen verantwortlich sind. In seltenen Fällen geht man auch von einer familiären Disposition aus

Häufigkeit und Krankheitsverlauf von Morbus Parkinson

Morbus Parkinson ist eine langsam progrediente (fortschreitende) Erkrankung, die in der Regel im höheren Lebensalter auftritt. Die Krankheit manifestiert sich üblicherweise nach dem 50. Lebensjahr; bei den über 60-Jährigen sind ca. 1 % der Menschen betroffen. Dabei spielt das Geschlecht keine entscheidende Rolle, denn Männer und Frauen sind gleich stark betroffen. Die Beschwerden von Morbus Parkinson sind schleichend und nehmen nach und nach immer weiter zu. Noch bevor die typischen Hauptsymptome bzw. die sogenannten Kardinalsymptome des Morbus Parkinson zu beobachten sind, kommen Frühsymptome wie Stimmungsschwankungen, Riechstörungen, Verstopfung und Schlafstörungen noch Jahre vorher zum Eintritt. Diese Frühsymptome werden leider nicht richtig erkannt und da es bisher keinen Blut- oder Labortest zur Erkennung von Morbus Parkinson gibt, wird die Erkrankung erst mit den Hauptsymptomen diagnostiziert. Typische erste Anzeichen für Morbus Parkinson ist der einseitige Beginn einer Feinmotorikstörung der Hände, ein vermindertes Mitschwingen eines Armes beim Gehen, eine veränderte Handschrift (die Schrift wird kleiner, man spricht von einer Mikrophagie).

Behandlung und Lebenserwartung bei Parkinson

Morbus Parkinson ist leider nicht heilbar. Trotz allem gehört Morbus Parkinson heute zu den gut behandelbaren neurologischen Erkrankungen. Die Behandlung erfolgt einerseits durch intensive physiotherapeutische Maßnahmen und andererseits durch Medikamente, zum Beispiel den Dopamin-Agonisten, die die Symptome der Erkrankung wirksam behandeln, sodass der Parkinson-Patient ein aktives und selbstbestimmendes Leben führen kann. Auch die Lebenserwartung eines Parkinsonkranken hat sich durch die moderne Therapie deutlich verbessert, sodass man, einer Studie zufolge, verglichen mit der normalen Bevölkerung nur von einer minimal verkürzten Lebenserwartung ausgeht – beschränkt auf einen Zeitraum von acht Jahren verliert ein Patient mit Morbus Parkinson durchschnittlich 6,5 Monate an Lebenszeit. Im Hinblick auf die in Zukunft weiterhin zu erwartenden medizinischen Fortschritte vermutet man, dass sich sowohl die Lebensqualität als auch die Lebenserwartung weiter verbessern.

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J. Ehresmann
Autor: J. Ehresmann

Die ausgebildete Operations-Technische Assistentin hat nach ihrer dreijährigen Ausbildung eine Weiterbildung zur Chirurgisch-Technischen Assistentin in der Allgemein- und Visceralchirurgie in Köln absolviert. Inzwischen blickt sie auf eine mehrjährige Erfahrung in der OP-Assistenz in diesem Fachgebiet zurück. Neben ihrer Tätigkeit im OP studiert Frau Ehresmann Humanmedizin in einem Modellstudiengang in Aachen.

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