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Kokosblütenzucker: Die gesunde Alternative unter den Süßungsmitteln!

Kommentar schreiben Dienstag, 28. Februar 2017

Kokosblütenzucker - der neue Star unter den Süßungsmitteln! Mit seinem karamelligen Geschmack schmilzt er zart-süß auf der Zunge. Er kann wie normaler Zucker verwendet werden. Der Vorteil liegt in seinem niedrigen glykämischen Index. Der Blutzucker schnellt nicht in die Höhe. Heißhungerattacken wie nach normalen Süßigkeiten bleiben aus. Das macht ihn auch für Diabetiker und zur Gewichtskontrolle interessant. Kokosblütenzucker ist nicht ganz billig, besonders wenn er nachhaltig im Bio-Anbau produziert wird und rein ist, d.h. nicht gestreckt wird. Was ist das Besondere an dem süßen Nektar aus der Kokospalme? Wo ist der Unterschied zu normalem Zucker? Wozu kann er verwendet werden? Worauf sollten Sie beim Kauf achten?

Was ist das Besondere an Kokosblütenzucker?

Die Alternative zum normalen Zucker hat einen niedrigen glykämischen Index. Was heißt das? Der glykämische Index sagt aus, wie stark ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Normaler Zucker hat den Wert 70. Süßigkeiten, die leicht zu Glucose abgebaut werden und ins Blut gelangen, erhöhen stark den Blutzucker. Um ihn wieder auf den Normwert zu bringen, wird von der Bauchspeicheldrüse Insulin ausgeschüttet. Das Hormon bewirkt, dass die Zellen des Gewebes den überschüssigen Zucker aus dem Blut aufnehmen und dabei mit Energie versorgt werden. Bei einem hohen Blutzuckerspiegel kann so viel Insulin ins Blut gelangen, dass der Blutzucker sogar noch unter den Wert vor dem Essen sinkt. Folge sind Heißhungerattacken. Der glykämische Index von Kokosblütenzucker liegt bei nur 35. Der Blutzucker steigt gleichmäßig und langsam an. Es wird weniger Insulin ausgeschüttet. Die Energieversorgung ist dauerhafter. Das Sättigungsgefühl hält länger an.

Was ist der Vorteil bei Diabetes und zur Gewichtsreduktion?

Wird mit Kokosblütenzucker gesüßt, kommt es nicht zu so großen Schwankungen des Blutzuckers. Die Bauchspeicheldrüse wird entlastet, weil sie nicht so viel Insulin produzieren muss. Da das Sättigungsgefühl länger anhält, kommt es nicht zu Heißhungerattacken, in denen unbeherrscht große Mengen Essen vertilgt werden. Das nützt dem Diabetiker genauso wie jedem, der sein Gewicht reduzieren oder halten will.

Wofür ist Kokosblütenzucker noch gesünder?

Der niedrige glykämische Index ist nicht nur besser bei Diabetes. Er verringert auch das Risiko für eine Hypoglykämie (Unterzucker), Insulinresistenz und Diabetes 2. Studien zufolge besteht ein Zusammenhang zwischen hochglykämischen Nahrungsmitteln wie normaler Zucker und dem Risiko für Erkrankungen der Gallenblase und für Brust- und Darmkrebs. Wer viel mit Zucker süßt, backt und kocht, ist auch deshalb gut beraten, zu dem niedrig-glykämischen Süßungsmittel aus dem Nektar der Kokospalme zu greifen.

Welche weiteren Unterschiede gibt es zu normalem Zucker?

Das naturbelassene Süßungsmittel enthält Mineralstoffe und Spurenelemente wie Magnesium, Kalium, Eisen, Zink und Kupfer. Dazu kommen B-Vitamine, Vitamin C und Antioxidantien zur Bindung zellschädigender, freier Radikale. Die gelblich-bräunlichen Kristalle sind sehr fein strukturiert. Kokoszucker schmilzt deshalb viel leichter – auf der Zunge und in Speisen.

Wie wird Kokosblütenzucker hergestellt?

Kokoszucker wird in sorgsamer Handarbeit in Südostasien, z.B. auf den Philippinen und Java produziert. Dazu klettert der Bauer auf die Palme und ritzt mit einer scharfen Sichel die Blütenknospen hauchdünn an. Der Nektar tropft heraus und wird in einem Behälter aufgefangen. Es wird täglich nur so viel geerntet, dass der Blütenstand erhalten bleibt. Von dem Nektar werden natürliche Schwebeteilchen abgesiebt. Dann wird er auf offener Flamme unter ständigem Rühren eingedickt. Für die Sirup-Herstellung ist hier die Produktion zu Ende. Um Zucker zu gewinnen, wird die Masse länger erhitzt und eingedickt. Ab einer bestimmten Sämigkeit wird der Sirup vom Feuer genommen und weiter gerührt, bis er abgekühlt ist und auskristallisiert. Die Masse wird gemahlen und gesiebt, um die feinkörnige Konsistenz zu erreichen.

Wie schmeckt er?

Kokosblütenzucker hat einen karamelligen Geschmack mit einer leichten Note von Malz und Vanille.

Wie kann Kokosblütenzucker verwendet werden?

Sie können den bräunlichen Zucker wie Rohrzucker oder Haushaltszucker verwenden, was seine Süßkraft anbelangt. Er kann in Kaffee, Tee, Müsli und Desserts verwendet werden. Auch zum Backen und Kochen ist er geeignet. Aufgrund seiner dunklen Farbe mag vielleicht nicht jeder sehr helle, klare Speisen und Getränke damit süßen. Für dunkle Cocktails und Schoko-Desserts ist er dagegen wie gemacht. Kokosblütenzucker hat einen niedrigen Schmelzpunkt. Er löst sich einfach und sofort in Getränken und Speisen auf. Er soll Struktur in Gebäck und Kuchen bringen und deshalb eine gute Alternative beim Backen sein. Wer Fleischgerichte oder Soßen mit etwas Zucker abschmeckt, kann auch hier das Süßungsmittel aus der Kokospalme verwenden.

Was ist der Unterschied zwischen billigerem Palmzucker und Kokosblütenzucker?

Palmzucker wird aus dem Zucker verschiedener Palmen gewonnen und mit braunem Zucker gestreckt. Die billigen Palmzucker-Blöcke werden nicht über dem offenem Feuer stundenlang gerührt, sondern in Gefäßen getrocknet. Zur Beschleunigung der Trocknung wird manchmal Natriumsulfit zugesetzt. Der Zucker riecht dann leicht nach Fisch und ist nicht gerade gesundheitsfördernd. Wenn Sie reinen Kokoszucker mit seinen Vorteilen genießen wollen, dann muss Kokosblütenzucker auch draufstehen.

Worauf sollten Sie beim Einkauf achten?

Der Kokosblütenzucker sollte nachhaltig und nach Bio-Standards hergestellt worden sein. Wichtig ist, dass er rein und naturbelassen ist. Das hat seinen Preis: 5 – 8 Euro für 250 mg. Billig-Varianten sind mit normalem Palmzucker oder Rohrzucker gestreckt. Die Produktionsweise ist nicht erkennbar. Reiner Kokoszucker ist teuer im Vergleich zu Haushaltszucker. Allerdings macht sich auch keiner Gedanken, wenn er 6 Euro für eine Schachtel Zigaretten ausgibt. Und die ist sicher schneller leer. Wer nicht ständig für eine Großfamilie zu backen hat und Zucker nur für Heißgetränke, Shakes und Desserts mal braucht, auch für Diabetiker und Übergewichtige macht die Umstellung schon Sinn.

Warum ist der nachhaltige Anbau so wichtig?

Um sicherzustellen, dass für die Kokospalmen kein Regenwald abgeholzt wurde, sondern im Gegenteil seine Abholzung verhindert wird. Im Vergleich zu anderen, mit Recht kritisierten Kokosprodukten, für die erst Regenwald für die Anbaufläche und dann die Palmen selbst gefällt werden müssen, kann die Palme für die Zuckerproduktion stehen bleiben. Man braucht weniger Fläche. Und noch etwas in Punkto Nachhaltigkeit: Im Vergleich zu Zuckerrohr erzeugen Kokospalmen bis zu 75 % mehr Zucker und brauchen 20 % weniger Wasser und Nährstoffe. Wird der Kokosblütenzucker in Handarbeit von einem Kleinbauern hergestellt, versorgt er mit nur 20 Palmen die ganze Familie. Häufig schließen sich die Bauern zu Kooperativen zusammen. Das verschafft ihnen eine bessere Verhandlungsbasis beim Verkauf und macht Zwischenhändler unnötig.

Beate Helm
Autor: Beate Helm

Beate Helm, Heilpraktikerin, freie Redakteurin und Autorin für Gesundheitsthemen und Persönlichkeitsentwicklung. Selfpublisherin. Weiterbildungen in Ernährungswissenschaft, Homöopathie, Pflanzenheilkunde, Ayurveda, psychologischer Beratung und systemischer Therapie. Langjährige Erfahrung in Yoga und Meditation. Bei apomio seit 04/2015.

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