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Folsäure während der Schwangerschaft

Kommentar schreiben Donnerstag, 20. Februar 2014

Dass der Körper ausreichend mit Vitaminen versorgt werden muss, ist jedem klar. Auch, dass während der Schwangerschaft mehr Vitamine zugeführt werden müssen ist kein Geheimnis. Trotzdem kommt es durch Folsäuremangel jährlich etwa zu 800 Neuralrohrdefekten bei Neugeborenen in Deutschland.

Folsäure gehört zu den Vitaminen der B-Gruppe und wurde früher auch als Vitamin B9 bezeichnet. Es ist wasserlöslich und kann vom Körper nicht selbst produziert werden. So muss es über die Nahrung in ausreichender Menge zugeführt werden, wenn es seine Aufgaben erfüllen soll.

Aufgabe von Folsäure

Dazu zählen unterschiedliche lebenswichtige Funktionen, wie zum Beispiel die Bildung von Blutkörperchen, dem Aufbau der menschlichen Erbinformation und der Proteinbildung im Körper. Außerdem ist Folsäure ein wichtiger Bestandteil vieler Wachstums- und Zellteilungsprozesse.

Folsäure bezeichnet die künstlich hergestellte Variante des natürlichen Folats. Es ist vor allem in Blattgemüse, wie Salat, Wirsing, Kohl oder Spinat enthalten. Auch Spargel, Nüsse oder Hülsenfrüchte und Weizenkeime sind gute Folat-Lieferanten.

Folsäure während der Schwangerschaft

Der tägliche Bedarf an Folsäure liegt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei etwa 300 Mikrogramm. Da Folat allerdings sehr hitze- und lichtempfindlich ist, ist es eine nahezu unlösbare Herausforderung diese 300 Mikrogramm täglich zu sich zu nehmen. Beim Kochen geht der Großteil an Folat in Lebensmitteln verloren.

Gerade Schwangere haben damit ein Problem, denn sie haben einen erhöhten Bedarf an Folsäure. Bereits 4 Wochen vor der Schwangerschaft und im ersten Trimester sollten Frauen ein Präparat mit 400 Mikrogramm Folsäure zu sich nehmen.

Tun sie das nicht besteht die Gefahr von Missbildungen beim Ungeborenen. Der sogenannte Neuralrohrdefekt kann eine Folge von Folsäure-Mangel sein. Hierbei handelt es sich um die häufigste angeborene Fehlbildung des Zentralen Nervensystems beim Menschen. Etwa 800 Neugeborene in Deutschland kommen pro Jahr mit dem Defekt zur Welt. Bei weiteren 500 Ungeborenen wird die Schwangerschaft nach der Diagnose abgebrochen, so die DGE. „Durch eine rechtzeitige Aufnahme von Folsäure könnten bis zu drei Viertel aller Neuralrohrdefekte verhindert werden“, sagt Prof. Dr. Klaus Pietrzik vom Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften der Uni Bonn. Auch angeborene Herzfehler können mit einer Folsäure-Unterversorgung zusammenhängen.

Richtige Dosierung ist wichtig

Über die richtige Dosierung der Präparate sollte jede Frau mit ihrem Frauenarzt sprechen. So können auch andere Nahrungsergänzungen, die für die Schwangerschaft eine wichtige Rolle spielen, eingeplant werden. Eine „Überdosis“ an Folsäure ist ohne Nahrungsergänzung kaum möglich. Trotzdem sollte kein Risiko eingegangen werden.

 

Empfehlung: Die DGE empfiehlt jeder Frau, die eine Schwangerschaft plant oder theoretisch schwanger werden könnte Folsäure-Präparate. Sie sind in den Apotheken frei erhältlich.

 

Im apomio Gesundheitsblog finden Sie weitere Tipps für eine gelungene Schwangerschaft.

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Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Von Juli 2014 bis März 2018 arbeitete Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion bei apomio.de und unterstützt das Team nun als freie Autorin. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation.

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