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Das Hangelenksganglion: Gelenkflüssigkeit sammelt sich

Kommentar schreiben Mittwoch, 28. Dezember 2016

Ein knotenartiger Auswuchs im Handgelenk: Meist kein Grund zur Sorge! Es kann sich um ein Ganglion handeln. Das ist eine Ausstülpung der Gelenkhaut, die sich mit gallertartiger Flüssigkeit füllt. Dennoch entscheiden sich viele Betroffene für eine Entfernung des sogenannten Überbeins. Wir erklären, wie ein Ganglion entsteht, welche Folgen es haben kann und welche Behandlung der Arzt wählt.  Es beginnt meist mit einem kleinen Knoten am Handgelenk und wird mit der Zeit zunehmend größer. Viele junge Menschen zwischen 20 und 30 Jahren – überwiegend Frauen – können schon einmal Probleme mit einem solchen Auswuchs bekommen. Man spricht dann von einem Ganglion, umgangssprachlich auch Überbein genannt. Es ist eine gutartige Wucherung (mit Krebs hat es nichts zu tun), die an jedem Gelenk des Körpers auftreten kann. Meist sind aber die Handgelenke betroffen. Ganglien können an der Oberseite des Handgelenks, an der Beugeseite (unten) und an den  einzelnen Fingergelenken auftreten. Seltener kommt es zu den Ausstülpungen an Ellenbogen, Knie oder Fußgelenken. Handelt es sich um ein Ganglion, besteht keine Gefahr für die Gesundheit, das Überbein ist harmlos. Dennoch sollte bei einer solchen Gewebeveränderung ein Arzt zur Diagnosestellung aufgesucht werden, um andere Erkrankungen oder bösartige Wucherungen auszuschließen.

Ganglion: Gelenkhaut bildet eine Blase - sie füllt sich mit Flüssigkeit

Die genauen Ursachen für die Entstehung eines Ganglions nicht bislang nicht restlos geklärt. Ärzte vermuten allerdings, dass die Veranlagung eine Rolle spielt. Menschen mit schwachem Bindegewebe neigen zu der Veränderung in den Gelenken. Auch eine langfristige Überlastung der Strukturen, etwa durch die Arbeit im Büro oder Sport, kann zu Ganglien führen. Es wird vermutet, dass durch kleine Risse in der Gelenkhaut Ganglien entstehen. Denn: Die Gelenkhaut umschließt die Knochen der Mittelhand. Zwischen den Knochen befindet sich Gelenkflüssigkeit, die die Reibung zwischen den Strukturen verringert und ein leichtes Beugen ermöglicht. Beim Ganglion tritt die Gelenkhaut zwischen den beiden Knochen heraus und bildet eine kleine Blase. Diese füllt sich nach und nach mit der Flüssigkeit.

Ganglion muss keine Schmerzen verursachen

Die Bildung des erbsen- bis kirschgroßen Knotens ist nicht weiter schlimm. Meist entstehen keine Probleme. Doch wenn das Ganglion auf die umliegenden Strukturen Druck ausübt, kann es zu einem unangenehmen Gefühl, Taubheit in der Hand oder einem Kribbeln kommen. Drückt der Knoten gegen Nervengewebe, können Schmerzen die Folge sein. Meist bereiten keine Ganglien mehr Schmerzen als die großen sicht- und tastbaren Hubbel. Ist die Flüssigkeitsansammlung erst einmal angewachsen, hat sie sich meist genug Platz verschafft. Je nach Lokalisation können die Beschwerden mehr oder weniger stark ausgeprägt sein. Meist handelt es sich allerdings um ein rein kosmetisches Problem.

Diagnose Überbein: Bildgebende Verfahren

Meist kann der Hausarzt direkt durch die Befragung des Patienten und das Abtasten des Knubbels die Diagnose stellen. Sollten Unklarheiten bestehen, wird er bildgebende Verfahren einsetzen. Ein Ultraschallbild oder auch ein MRT können die Struktur und die genaue Lokalisation des Ganglions zeigen. Bestehen Zweifel, ob es ein Ganglion oder eine andere Struktur ist, kann eine Gewebeprobe entnommen werden. Die Auswertung im Labor bringt Klarheit. Vor allem bei nach innen wachsenden Ganglien kommen diese Verfahren zum Einsatz. Diese Überbeine sind nicht von außen ersichtlich und deshalb schwerer zu diagnostizieren.

Ein Überbein behandeln?

In einigen Fällen verschwindet ein Ganglion ebenso schnell wieder von selbst, wie es aufgetreten ist. Denn durch das gegeneinander Schieben der Knochen kann sich die Flüssigkeit wieder in den Gelenkspalt zurückziehen. Daher wird der behandelnde Arzt erst einmal abwarten, bis er eine Behandlung startet. Durch Ruhigstellung des Gelenks und Physiotherapie kann das Ganglion schrumpfen oder gar ganz verschwinden. Ist das nicht der Fall, kann die Flüssigkeit mit einer Nadel aus der Blase abgesaugt werden. Gegebenenfalls wird anschließend Kortison in die nun leere Kapsel gespritzt um ein erneutes Auftreten zu vermeiden. Doch bei dieser Behandlung ist die Rückfallquote relativ hoch. Deshalb ist eine operative Entfernung immer mehr die Behandlung der Wahl. Hierbei wird die Haut oberhalb des Ganglions aufgeschnitten und die gallertartige Blase freigelegt. Am Stiel (der in den Gelenkspalt führt) wird das Überbein entfern. Die Bildung von Narbengewebe ist an dieser Stelle erwünscht: Es ist fester als normales Bindegewebe und kann eine erneute Wucherung verhindern.

Nach der Operation: Gelenk schonen

Der Eingriff kann in den meisten Fällen unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden, sodass der Patient im Anschluss sofort nach Hause gehen kann. Je nach Größe des Überbeins und Dauer der Operation kann ein Gipsverband für einige Tage das Gelenk stabilisieren und die Heilung beschleunigen. In dieser Zeit sollte das Gelenk geschont werden. Kleine Übungen können dazu beitragen das Gelenk beweglich zu halten.

Ganglion vorbeugen: Muskeln entspannen

Vorbeugend können kaum Maßnahmen getroffen werden. Wichtig ist: Wird ein Gelenk immer wieder auf die gleiche Weise belastet, wie es bei Büro- oder Handarbeit der Fall ist, können kleine Übungen zur Muskelentspannung dabei helfen, das Gelenk zu lockern und eine Überanstrengung zu verhindern. Wem das Ganglion keinerlei Beschwerden bereitet, der muss es nicht entfernen lassen. Entstehen keine Schmerzen oder Einschränkungen handelt es sich lediglich um einen kleinen optischen Makel über den gerne hinweg gesehen werden kann.

Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Von Juli 2014 bis März 2018 arbeitete Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion bei apomio.de und unterstützt das Team nun als freie Autorin. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation.

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