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Cellulite ade - Was hilft gegen Orangenhaut?

Kommentar schreiben Dienstag, 14. April 2015

Röcke, Shorts und Kleidchen: Während im Sommer die Temperaturen steigen, wird das Beinkleid immer kürzer. Doch für viele Damen ist das kein Grund zu Freude. Fast jede Frau leidet irgendwann in ihrem Leben unter Cellulite. Und sind die Dellen und Krater erst einmal da, braucht man viel Durchhaltevermögen und ein paar Tricks um sie wieder los zu bekommen - Koffein und „Fett-Weg-Spritze“ klingen vielversprechend.

Jeder hat sie: die unschönen Problemzonen die einem das Sonnen im Bikini vermiesen. Viele Frauen haben an Gesäß, Oberschenkeln und Hüften Orangenhaut, auch Cellulite oder Cellulitis genannt. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine Entzündung wie die Endung "–itis" vermuten lässt, sondern um die Kombination von Fetteinlagerungen unter der Haut und einem schwachen Bindegewebe. Fast jede Frau hat früher oder später mit diesem Problem zu kämpfen, ganz unabhängig von ihrem Körpergewicht.

Cellulite – ein weibliches Problem

Bei Cellulite drücken die Fettpölsterchen in der Unterhaut gegen die darüber liegende Hautschicht. Eine schwache Schicht Bindegewebe kann dies nicht verhindern, so entstehen die typischen Beulen. Da bei Männern das Fett eher zwischen den Organen gespeichert wird, bleiben sie von Cellulite größtenteils verschont. Außerdem ist das männliche Bindegewebe anders strukturiert, sodass sich keine allzu großen Polster unter der Haut sammeln können. Von Vorteil ist das vermeintlich schwache Gewebe für Frauen dennoch: Nach einer Geburt kann der Körper schnell wieder in seine „Ausgangsform“ zurückkehren.

Kaum vermeiden kann man Cellulite wenn die Struktur des Bindegewebes genetisch beding ist. So betrifft die Orangenhaut auch schlanke und sportliche Frauen. Durch Übergewicht wird der Dellen-Effekt dennoch verstärkt. Ist kaum Fett vorhanden, kann sich auch kaum etwas auf der Oberhaut abzeichnen. Das Fettpolster kann den Transport von Lymphflüssigkeit und Wasser unterbinden, sodass zusätzlich Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe entstehen können und den Effekt verstärken.

Wunderwaffe Creme? Fehlanzeige!

Mit der Creme kommt Frau nicht zur perfekten Silhouette. Egal ob Creme, Tinktur oder Gel, im Stiftung Warentest Anti-Cellulite-Produkte konnte keines der getesteten Mittel überzeugen. Zwar konnte bei den Testerinnen ein schöneres Hautbild festgestellt werden, das sei allerdings der regelmäßigen Anwendung der Cremes zu verdanken und nicht den enthaltenen Mitteln gegen Cellulite. Die Placebo Produkte hatten denselben Effekt, so Stiftung Warentest.

Auch von einer Fettabsaugung zur Reduktion der Hautdellen raten Experten, wie Dermatologe Dr. Harald Bresser, ab. Nach diesem Eingriff kann es sogar sein, dass sich die Orangenhaut verschlimmert.

Koffein kann bei Orangenhaut helfen

Ein Silberstreif am Horizont für Cellulite-geplagte Frauen sind Präparate mit einem hohen Koffeinanteil. Dr. Tatjana Pavicic Leiterin Ästhetische Dermatologie an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der LMU München schreibt in der Pharmazeutischen Zeitung, dass Koffein eine Verkleinerung der Fettzellen verursacht und große Fettzellklumpen aufbricht. Zwei Monate lang muss ein Präparat mit mindestens zweiprozentigem, in Liposomen (Fettbläßchen) verpacktem, Koffein zweimal täglich aufgetragen werden. Dann ist ein signifikant positiver Effekt zu verzeichnen, so Dr. Pavicic. Durch die Liposomen-Hülle kann das Koffein tief in die Haut eindringen und direkt an den Fettzellen wirken.

Auch die Inhaltsstoffe von grünem Tee können laut Dr. Pavicic einen positiven Effekt auf Cellulite haben, die Wirkstoffe wurden in diesem Zusammenhang allerdings noch nicht ausreichend untersucht.

Im Internet sind Hosen erhältlich, die diese Inhaltsstoffe enthalten und bei längerem Tragen an die Haut abgeben. Bei einer täglichen Tragedauer von acht Stunden über mehrere Wochen hinweg ist durch den langen Kontakt zu den Wirkstoffen eine deutliche Straffung der Haut sichtbar, das testete das RTL Magazin Punkt zwölf.

Fett-Weg-Spritze gegen Cellulite?

Einige Hautärzte werben mit einer Fett-Weg-Spritze als Heilmittel gegen Orangenhaut. Dabei handelt es sich um eine Lipolyse. Das bedeutet, dass ein Wirkstoff direkt in die Problemzone injiziiert wird. Dadurch wird ein Enzyms gehemmt und kurzkettige Fettsäuren werden aus dem Körper „ausgeschwemmt“. Die Fettpolster sollen schmelzen. „Durch die Reduktion des Drucks auf die Gefäße verbessert sich die Durchblutung. Es kommt zu einer Erneuerung bzw. Optimierung des Bindegewebes“, schreibt der ästhetische Dermatologe Dr. Ingo Schugt.

Trotz dieser Behandlung kann die Orangenhaut wieder auftreten, die Fett-Weg-Spritze ist also kein Freifahrschein. Außerdem ist diese Behandlung nicht zur Gewichtsreduktion geeignet, da sie nur punktuell angewandt wird. Für Frauen, die trotz Sport und gesunder Ernährung mit Cellulite zu kämpfen haben, kann diese Methode interessant sein.

Massagen regen den Stoffwechsel an

Einige Firmen versprechen mit Massage-Geräten eine Verbesserung und Straffung der Problem-Haut. Durch gezielte Behandlung des betroffenen Gewebes wird die Durchblutung gefördert und der Stoffwechsel angekurbelt. Auch der Lymphfluss kann so positiv beeinflusst werden. Gut geeignet im Kampf gegen Orangenhaut sind Wasser-, Vibrations- und Unterwassermassagen, so Dr. Bresser. Auch Lymphdrainage oder Body-Wrapping (Einwickeln der Problemzone mit Folie) haben diesen Effekt.

Ein Mittel, das einfach zu Hause angewandt werden kann sind die Kneippschen-Güsse. Dabei werden Arme und Beine abwechselnd mit warmem und kaltem Wasser abgeduscht. Dabei gilt: Immer von den Körperenden zum Herz und zurück. Die Kenippschen-Anwenungen regen Kreislauf und Stoffwechsel an und haben daher einen positiven Effekt auf Haut und Gewebe.

Gesunde Ernährung und Sport helfen bei Cellulite

Das beste Mittel gegen schlaffe und zerfurchte Haut an Beinen, Hintern und Hüfte ist ein gesunder Lebenswandel. Dazu gehört neben einer ausgewogenen Ernährung auch genügend Bewegung. Eine Mischung aus Kraft- und Ausdauertraining regt den Stoffwechsel an, verbrennt Fett und Formt die Muskulatur an den Problemstellen. So kann die Orangenhaut zwar nicht komplett „wegtrainiert“ werden, eine Verbesserung ist aber allemal möglich. Außerdem führt ein besseres Körpergefühl automatisch zu einem gestärkten Selbstbewusstsein – wer schert sich dann noch um ein paar Dellen am Hintern?

Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Von Juli 2014 bis März 2018 arbeitete Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion bei apomio.de und unterstützt das Team nun als freie Autorin. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation.

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