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Bruxismus: Zähneknirschen und Kieferpressen

Kommentar schreiben Mittwoch, 24. Mai 2017

Das insbesondere nächtliche Zähneknirschen und Kieferpressen, auch als Bruxismus bezeichnet, erfolgt unbewusst, wenn wir keine Kontrolle darüber haben und es somit auch kaum bemerken. Warum Zähneknirschen Ausdruck von emotionalem Stress sein kann und warum meistens erst der Zahnarzt uns auf das Zähneknirschen aufmerksam macht, erfahren Sie im folgenden Beitrag. Wissenswertes zum Thema Zähneknirschen, Ursachen, Symptome und Behandlung.

Definition und Formen von Bruxismus

Viele Redewendungen können in einem Zusammenhang mit Zähneknirschen und Kieferpressen verstanden werden, diese sind zum Beispiel: „sich durchbeißen“, „vor Angst mit den Zähnen klappern“ oder „zähneknirschend nachgeben“. Der Begriff Bruxismus beschreibt die Kaumuskelaktivität, die unbewusst in Form von Zähneknirschen und Kieferpressen, häufig nachts, erfolgt. Betroffen sind schätzungsweise etwa ein Drittel der Bevölkerung, davon deutlich mehr Frauen als Männer. Von Medizinern wird das Zähneknirschen als sogenannte Parafunktion bezeichnet, da die Aktivität des Kauapparates keinen Zweck erfüllt: Der Knirscher drückt mit einer noch höheren Beisskraft als beim normalen Kauen die Zähne aufeinander oder reibt sie gegeneinander. Der Bruxismus kann in zwei Formen in Erscheinung treten: Schlafbruxismus und Wachbruxismus. Schlafbruxismus Bei der Form des Schlafbruxismus kommt es zu einem unbewussten Aufeinanderpressen der Zähne und des Kiefers während des Schlafes: Bis zu 800N Kraft kann hierbei aufgewendet werden und eine Dauer von 20 Minuten haben. Das Gehirn verarbeitet Geschehnisse vom Tag im Schlaf; Ärgernisse und innerer Druck sind Ausdruck von Stress und treten auch im Schlaf begleitend in Erscheinung. Wachbruxismus Zähneknirschen ist nicht nur eine nächtliche Eigenschaft, sondern kann auch tagsüber auftreten. Betroffene stehen unter einer sehr starken Anspannung, sodass sie Zähne und Kiefer, meistens ebenfalls unbewusst, aufeinanderpressen.

Ursachen für das Zähneknirschen

Als häufigster Auslöser für das Zähneknirschen wird eine Stressreaktion bzw. das Verarbeiten seelischer Probleme im Schlaf vermutet, ebenso wie weitere psychische Faktoren, beispielsweise Angst oder Überforderung. Die genaue Ursache ist letzendlich noch nicht geklärt. Verantwortlich für das Zähneknirschen kann auch sein:

  • genetische Veranlagung
  • Konsum von Koffein, Tabak und Alkohol
  • Medikamente
  • bestimmte Schlafstörungen, wie Schlaf-Apnoe
  • Fehlstellung des Unter- oder Oberkiefers
  • schiefe Zähne
  • schlecht sitzender Zahnersatz
  • orthopädische Probleme im Kiefergelenk

Manchmal kann das Zähneknirschen aber auch ganz einfach eine schlechte Angewohnheit sein.

Die Folgen des Zähneknirschens

Den meisten Knirschern ist eigentlich nicht bewusst, dass sie insbesondere nachts mit den Zähnen knirschen. Hin und wieder kann die Bettgenossin/der Bettgenosse die betroffene Person auf das Zähneknirschen aufmerksam machen, wenn man sich dadurch im Schlaf gestört fühlt. Sofern dies nicht der Fall ist, erhält man spätestens beim nächsten Zahnarztbesuch Gewissheit: Die Folgen des Zähneknirschens sind nämlich Abschleifspuren, da die Zähne durch das aufeinander Pressen und gegeneinander reiben zu sehr in Anspruch genommen werden und es zum Verlust von Zahnsubstanz kommt. Bald kann dies zu Zahnschmerzen führen, da man sich eigenständig den Zahnschmelz abgerieben hat, Zähne können sich verformen und locker werden. Der Zahnhalteapparat wird überbelastet und das Zahnfleisch kann sich zurückziehen. Auch Verspannungen der Kopf-Gesichts-und Kaumuskulatur können Folge des Zähneknirschens sein. Die Schneidezähne sind kürzer und erscheinen abgeschliffen, die Eckzähne weisen keine Spitzen mehr auf, der Zahnschmelz hat Risse, freie Zahnhälse liegen vor und das Zahnfleisch ist rötlich gefärbt. Ein Abrasionsgebiss liegt hier vor.

Symptome: Wie erkenne ich, dass ich ein "Knirscher" bin?

Wie bisher zum Teil aufgeführt, klagen Betroffene über einen verschlechterten allgemeinen Zahnstatus, obwohl eine regelmäßige Zahnpflege erfolgt. Darüber hinaus können sie unter folgenden Anzeichen leiden:

  • Druckempfindlichkeit der Kaumuskulatur und Kiefergelenke
  • Kiefergelenkgeräusche
  • Schlafstörungen
  • Schmerzen an Zähnen, Kiefergelenken und Gesichtsmuskeln nach dem Aufwachen
  • verspannter Nacken
  • Kopfschmerzen
  • Tinnitus

Wie kann Zähneknirschen behandelt werden?

Sofern das Zähneknirschen psychisch bedingt in Erscheinung tritt, gibt es keine wirksame ursächliche Behandlung der Symptome, außer durch Verhaltens- und Psychotherapie die primären seelischen Ursachen zu erkennen und zu verarbeiten. Mit Entspannungstechniken und Mechanismen zur Stressbewältigung, beispielsweise durch autogenes Training oder Yoga kann die innere Unruhe behandelt und das nächtliche Zähneknirschen verhindert werden. Gegen das Pressen und Knirschen der Zähne kann der Zahnarzt eine Aufbiss-Schiene verschreiben, die an das eigene Gebiss individuell angepasst wird und zum Schutz dient, damit die Zähne nicht mehr aufeinander reiben können und eine zwischen Ober- und Unterkiefer eine Barriere vorliegt. Dadurch können die geschädigten Zähne geschont werden und auch die Kaumuskulatur und Kiefergelenke entlastet werden. Eine Aufbiss-Schiene kann hilfreich sein, aber auch schon nach einigen Malen, je nach nächtlicher Bisskraft, sogar durchgebissen werden.

J. Ehresmann
Autor: J. Ehresmann

Die ausgebildete Operations-Technische Assistentin hat nach ihrer dreijährigen Ausbildung eine Weiterbildung zur Chirurgisch-Technischen Assistentin in der Allgemein- und Visceralchirurgie in Köln absolviert. Inzwischen blickt sie auf eine mehrjährige Erfahrung in der OP-Assistenz in diesem Fachgebiet zurück. Neben ihrer Tätigkeit im OP studiert Frau Ehresmann Humanmedizin in einem Modellstudiengang in Aachen.

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