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Begleiter im Winter: die Blasenentzündung

Kommentar schreiben Montag, 20. Januar 2014

Ein lästiger Begleiter in Herbst und Winter: die Blasenentzündung. Vor allem Frauen leiden häufig unter dem bakteriellen Infekt. Gerade in der kalten Jahreszeit ist der Körper anfällig für die eindringenden Bakterien und eine Entzündung kann die Folge sein. Mit einfachen Tricks können Sie vorbeugen.

Zu lange in nassen Schuhen durch den Regen gelaufen, zu lange auf der kalten Parkbank gesessen – viele Frauen erkranken während der kalten Monate sehr schnell an einer Blasenentzündung (Zystitis). Meist stecken „nur“ Bakterien hinter den Beschwerden.

Ursache der Blasenentzündung

Die Blasenentzündung gehört zu den unteren Harnwegsinfektionen. Ursache hierfür sind meist Escherichia coli-Bakterien aus der eigenen Scheiden- oder Darmflora. Sie wandern durch die Harnröhre in die Blase und vermehren sich dort. Das Gewebe, das die Blase und auch die Harnröhre sowie die Harnleiter auskleidet, entzündet sich durch den bakteriellen Befall. Wenn die Bakterien im Körper weiter aufwärts wandern, können sie durch die Harnleiter die Nieren erreichen und dort eine Nierenbecken-Entzündung verursachen. Diese geht mit großen Schmerzen einher.

Auch Geschlechtsverkehr kann eine Ursache für eine Zystitis sein. Beim Sex gelangen Bakterien leichter in die Harnwege und können die Entzündung auslösen.

Symptome einer Harnwegsinfektion

Zu den typischen Symptomen einer unkomplizierten Blasenentzündung zählen häufiger Harndrang, der mit wenig Harnflüssigkeit einhergeht, ein brennendes Gefühl während und nach dem Urinieren und ein schmerzender Unterbauch. Ab und zu kommt es zu Problemen beim Halten des Harns. Mit fortschreitendem Krankheitsverlauf werden die Symptome immer unangenehmer, Blut kann in der Harnflüssigkeit vorkommen.

Fieber oder ausstrahlende Schmerzen gehören nicht zu den Symptomen. Treten Sie dennoch auf, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen. Tritt eine Zystitis bei Männern, Schwangeren, Kindern oder Diabetikern auf, sollte zur Vermeidung von Risiken auch ein Doktor aufgesucht werden.

Vorbeugung und Therapie

Die beste Therapie einer Harnwegsinfektion ist die Stärkung des Immunsystems. Sind die Abwehrsysteme intakt, haben die Bakterien kaum eine Chance bis in die Blase zu gelangen und sich dort zu vermehren. Viel Trinken wirkt sowohl vorbeugend als auch therapeutisch bei einer Blasenentzündung, da die Flüssigkeit die Harnwege reinigt und die Erreger buchstäblich aus dem Körper spült. Wer nach dem Geschlechtsverkehr die Blase entleert, beugt der Infektion vor. Die Bakterien, die in den Körper gelangt sind werden so sofort wieder herausgespült und haben keine Gelegenheit sich einzunisten und zu vermehren. Auch wer sich gerade an kalten Regentagen warm und trocken hält, agiert prophylaktisch.

Doch manchmal hilft alle Vorbeugung nichts und die Erreger finden doch einen Weg. Antibiotika verschaffen bei einer Blasenentzündung schon nach wenigen Stunden Linderung und die Symptome verschwinden. Vor allem bei anfälligen Patienten ist diese Behandlung allerdings umstritten, denn die meisten einfachen Blasenentzündungen heilen von alleine aus. Antibiotika beschleunigen diesen Prozess zwar, beeinträchtigt aber auch die Scheiden- und Darmflora. Die Darmflora ist ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems. Wird also jede Blasenentzündung mit Antibiotika behandelt, wird das Immunsystem geschwächt und der Organismus ist wiederum anfälliger für Infektionen - ein Teufelskreis. Gemeinsam mit dem Hausarzt können Sie die Therapie individuell anpassen.

Alternative Methoden können ein Antibiotika-Ersatz sein. Nieren- und Blasentees unterstützen den Heilungsprozess bei einer Harnwegsinfektion. Sie enthalten harntreibende, antimikrobielle und entkrampfende Wirkstoffe. Auch die Kapuzinerkresse kann gegen eine Blasenentzündung eingesetzt werden. Sie wirkt antibakteriell und reinigend. Fußbäder, warme Umschläge im Blasenbereich und eine Wärmflasche können außerdem noch helfen.

Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Von Juli 2014 bis März 2018 arbeitete Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion bei apomio.de und unterstützt das Team nun als freie Autorin. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation.

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