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Die Blasenentzündung

Kommentar schreiben Montag, 20. Januar 2014

Häufiger Harndrang und Brennen beim Wasserlassen – meist steckt eine Blasenentzündung dahinter. Vor allem Frauen leiden unter dem bakteriellen Infekt. Besonders lästig sind wiederkehrende Entzündungen der Blasenschleimhaut. Auch wenn eine Zystitis oft von alleine ausheilt, ist Vorsicht geboten. Denn unbehandelt kann der Infekt aufsteigen und sich zu einer gefährlichen Entzündung der Nieren entwickeln. Was sind die Risiken, Ursachen und Symptome einer Blasentzündung? Müssen es immer Antibiotika sein? Welche Ernährung, Heilpflanzen, Homöopathika, Haus- und Naturheilmittel helfen zur Vorbeugung und Behandlung? Was tun bei Zystitis in der Schwangerschaft? Wann können Sie sich selbst helfen und wann müssen Sie auf jeden Fall zum Arzt?  

 

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Inhaltsverzeichnis

 

Was ist eine Blasenentzündung?

Symptome einer Blasenentzündung

Ursachen einer Blasenentzündung

Was begünstigt eine Blasenentzündung?

Wie kann man einer Blasenentzündung vorbeugen?

Wer leidet besonders häufig unter Blasenentzündung?

Sind Blasenentzündungen nur Frauensache?

Ist eine Harnwegsinfektion während der Schwangerschaft bedenklich?

Welche Komplikationen sind bei Blasenentzündungen noch möglich?

Wann sollten Sie bei einer Blasenentzündung zum Arzt?

Therapie – Muss es immer Antibiotika sein?

Lindern Schmerztabletten die Beschwerden? Wenn ja – welche?

Heilpflanzen – die Harnwege durchspülen und desinfizieren

Homöopathie: Lebenskraft und Immunsystem für den Heilungsprozess aktivieren

Weitere Alternativen zu Antibiotika in der Prophylaxe und Therapie einer Zystitis

 

Was ist eine Blasenentzündung?

Unter einer Blasenentzündung (Zystitis) versteht man die Infektion der Schleimhaut, die die Blase im Inneren auskleidet. In etwa 80 % der Fälle geht die Entzündung auf Kolibakterien (Escherichia coli) zurück. Weitere Bakterien, die eine Zystitis hervorrufen können, sind Proteus mirabilis, Klebsellien, Entero- oder Staphylokokken. In seltenen Fällen sind Viren oder Parasiten für die Zystitis verantwortlich.

Sind Anatomie und Funktion des Harntrakts normal und liegt kein weiterer Infekt im Körper vor, spricht man von einer unkomplizierten Blasenentzündung. Kommt die Infektion mit einem urologischen Grundleiden, bei dem der Harnabfluss gestört ist, zusammen, liegt eine sekundäre, komplizierte Blasenentzündung vor.1

Neben der bakteriellen Blasenentzündung gibt es seltene Sonderformen: Als hämorrhagische Zystitis werden Blasenentzündungen mit größeren Beimengungen von Blut bezeichnet. Ursache sind meist Viren. Bei der emphysematösen Zystitis bilden sich Gase in der Blase. Sie kommt oft bei Diabetikern vor.2 Die chronisch verlaufende interstitielle Zystitis ist noch relativ unbekannt und wenig erforscht. Sie wird nicht durch Krankheitserreger wie Bakterien und Viren ausgelöst.3

 

Symptome einer Blasenentzündung

Zu den typischen Symptomen einer unkomplizierten Blasenentzündung zählen häufiger Harndrang, der mit wenig Harnflüssigkeit einhergeht, ein brennendes, schmerzhaftes Gefühl während und nach dem Urinieren und ein schmerzender Unterbauch im Bereich der Blase. Der häufige Harndrang, der auch nachts auftritt, geht darauf zurück, dass die entzündete Blasenwand empfindlicher auf Dehnungsreize reagiert und deshalb schon bei leichter Füllung den Drang zum Wasserlassen auslöst. Die Blase kann sich krampfartig und schmerzhaft zusammenziehen. Das Wasserlassen kann erschwert sein. Der Urin kann trüb erscheinen und unangenehm riechen. Ab und zu kommt es zu Problemen beim Halten des Harns, weil der Drang so plötzlich und dringend ist.

Mit fortschreitendem Krankheitsverlauf werden die Symptome immer unangenehmer, Blut kann in der Harnflüssigkeit vorkommen. Manchmal bekommt der Betroffene Fieber. Greift die Entzündung auf die Scheide über, ist ein verstärkter Ausfluss (Flour) möglich. Bei einer Ausbreitung in die Nieren oder Prostata kommt es zu dumpfen Rückenschmerzen. Dann sollte spätestens sofort ein Arzt aufgesucht werden.2 Bei interstitieller Blasenentzündung sind neben den Beschwerden im unteren Harntrakt auch Schmerzen an anderen Körperstellen möglich, z.B. Kopf- und Gelenkschmerzen. Die Symptome können monatelang anhalten, nachts den Schlaf rauben und sogar in die Erwerbsunfähigkeit und Depression führen.3

 

Ursachen einer Blasenentzündung

Die Blasenentzündung gehört zu den unteren Harnwegsinfektionen. Ursache hierfür sind meist Escherichia coli-Bakterien aus der eigenen Darmflora. Sie wandern durch die Harnröhre in die Blase und vermehren sich dort. Während Kolibakterien im Darm dazugehören, können sie außerhalb ihres „Reviers“ pathogen (krankmachend) wirken. Das Gewebe, das die Blase und auch die Harnröhre sowie die Harnleiter auskleidet, entzündet sich durch den bakteriellen Befall. Wenn die Bakterien im Körper weiter aufwärts wandern, können sie durch die Harnleiter die Nieren erreichen und dort eine  gefährliche Nierenbecken-Entzündung verursachen (aszendierende Infektion). Diese geht mit großen Schmerzen einher. 

Nur in sehr seltenen Fällen kommt es zum umgekehrten Fall: Die Infektion beginnt in den Nieren und breitet sich über die ableitenden Harnwege bis zur Blase hin aus (deszendierende Infektion).2 Auch häufiger Geschlechtsverkehr kann Ursache für eine Zystitis sein („Honeymoon-Zystitis“). Beim Sex gelangen Bakterien leichter von der Analregion in die Harnwege und können die Entzündung auslösen.

Eine interstitielle Zystitis kann durch ein Hormonungleichgewicht, einen Autoimmundefekt, bei dem sich das Abwehrsystem gegen den eigenen Körper richtet, oder durch eine Störung in der Blasenschleimhaut entstehen, in die Urin eindringt und die chronische Infektion hervorruft. Die Ursache ist hier noch nicht genau geklärt.3

Seltenere Ursachen: Anti-Krebsmittel (Zytostatika) und andere Medikamente können Blasenentzündungen hervorrufen ebenso wie die Bestrahlung im Beckenraum (Strahlenzystitis). Wer in den Tropen in Afrika, im Orient oder in Indien unterwegs war, könnte sich die Blasenbilharziose zugezogen haben.2

 

Was begünstigt eine Blasenentzündung?

Falsches Abwischen nach dem Stuhlgang von hinten nach vorne bringt Darmbakterien in den Bereich der Harnröhre, von wo sie in die Blase gelangen. Deshalb sollte frau mit dem Toilettenpapier immer von vorne nach hinten wischen.

Verhütungsmittel wie spermienabtötende Substanzen (Spermizide) und Diaphragmas tragen zu einer Zystitis bei, ebenso wie länger liegende Blasenkatheter und Stauungen von Urin in der Blase durch Blasenfunktionsstörungen, die einen idealen Nährboden für Bakterien darstellen. Eine erhöhte Infektanfälligkeit durch einen Harnstau, bei Diabetes und bei einem schwachen Immunsystem begünstigt die Entwicklung einer Zystitis.

Ein Harnstau kann z.B. durch Nierensteine, eine verengte Harnröhre oder vergrößerte Prostata verursacht werden. Blasen-Spiegelungen und –Spülungen wie auch Schwangerschaft und Wochenbett durch die geweiteten Harnwege erhöhen das Risiko, an einer Blasenentzündung zu erkranken.2

 

Wie kann man einer Blasenentzündung vorbeugen?

Die beste Prävention und Therapie einer Harnwegsinfektion ist die Stärkung des Immunsystems. Sind die Abwehrkräfte intakt, haben die Bakterien kaum eine Chance, bis in die Blase zu gelangen und sich dort zu vermehren. Viel Trinken wirkt sowohl vorbeugend als auch therapeutisch bei einer Blasenentzündung, da die Flüssigkeit die Harnwege reinigt und die Erreger buchstäblich aus dem Körper spült. Empfohlen werden mindestens 1,5 – 2 Liter täglich, möglichst Wasser, warmer, ungesüßter Kräuter- und Grüntee und verdünnte Säfte ohne Zuckerzusatz sowie regelmäßiger Verzehr von Cranberrysaft.2

50 ml Cranberrysaftkonzentrat täglich hat bei einer Studie mit 150 Frauen das Ergebnis gebracht, dass bei den Safttrinkerinnen nur halb so viel Rückfälle auftraten als bei der Kontrollgruppe. Wirkstoffe der amerikanischen Preiselbeere sollen dazu beitragen, dass die Bakterien nicht an der Blasenschleimhaut andocken können.Wenn Frauen innerhalb von 15 Minuten nach dem Geschlechtsverkehr die Blase entleeren, beugen Sie einer Infektion vor. Die Bakterien, die in den Körper gelangt sind, werden so sofort wieder herausgespült und haben keine Gelegenheit sich einzunisten und zu vermehren.

Wenn Sie zu Blaseninfekten tendieren, sollten Diaphragma, Vaginalzäpfchen und spezielle Produkte für die Intimhygiene nicht angewendet werden.2 Bei immer wiederkehrenden Blasenentzündungen, sollte der Partner auf Harnröhren- oder Eichelentzündung untersucht werden.Auch wer sich warm und trocken hält, agiert prophylaktisch: Warme Getränke, warme Unterwäsche und Strümpfe sowie Wärmeanwendungen, besonders wenn Sie sich verkühlt haben. Bewährt haben sich warme und ansteigende Fußbäder, auch da sie die Beckendurchblutung fördern, schmerz- und krampflösende, feucht-warme Auflagen, z.B. Kartoffel-Wickel oder Heusack und Sitzbäder mit Schafgarbe oder Ackerschachtelhalm.5

Als prophylaktisch gilt auch die Abhärtung mit Sauna, Wassertreten, kalten Güssen, kaltem Armbad und Trockenbürsten.In der Ernährung sollten Sie auf Nahrungsmittel wie Fleisch, Milch, Zitrusfrüchte und Spinat, die den Harn ansäuern, verzichten. Dasselbe gilt für Genussmittel, wie Kaffee, scharfe Gewürze und Alkohol, die die Harnwege reizen. Gerade bei immer wiederkehrenden Blaseninfekten empfiehlt sich eine basenbildende Kost mit Gemüse und Kartoffeln.Auch die psychische Ebene hat ihren Einfluss auf das Immunsystem. Deshalb tragen bei akuten und chronischen Entzündungen eine gute Stressbewältigung und ein Ausgleich zwischen Anspannung und Entspannung dazu bei, die Abwehrkräfte zu stärken.5

 

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Wer leidet besonders häufig unter Blasenentzündung?

Frauen haben häufiger einen Blaseninfekt als Männer. Warum? Grund ist die Anatomie: Bei Frauen ist die Harnröhre nur 2,5 bis 4 cm lang, bei Männern ca. 20 cm. Der Weg zur Blase ist bei Frauen für Bakterien deutlich kürzer als beim Mann. Zudem liegt die Öffnung der weiblichen Harnröhre näher an der Analregion als beim Mann. Auch deshalb können Kolibakterien - die häufigsten Krankheitserreger für eine Zystitis - aus dem Darm leichter zu Harnröhre und Blase gelangen.

Da  auch durch Sex Darmbakterien in Richtung Harnröhre gelangen, sind es Frauen, die sexuell aktiv sind, die am meisten gefährdet sind, eine Blasenentzündung zu bekommen. Das Risiko ist nochmal etwas erhöht, wenn die Frau in die Wechseljahre kommt. Durch den Rückgang des Östrogens wird die Schleimhaut in der Harnröhre dünner, ihre Abwehrkräfte schwächer und der Zugang von pathogenen Keimen in die Blase zusätzlich erleichtert.2

 

Sind Blasenentzündungen nur Frauensache?

Aber auch Männer können unter Blasenentzündung leiden, wenn auch seltener. Sind sie aber erkrankt, ist das Risiko für eine Blutvergiftung (Urosepsis) größer. Mit zunehmendem Alter trägt der Harnstau – die Hauptursache für eine Sepsis durch Blasenentzündung - beim Mann dazu bei, anfälliger für eine Zystitis zu werden.4 Da das Immunsystem bei Kindern noch nicht voll ausgereift ist, sind auch in diesem Alter schon Blasenentzündungen möglich.2

 

Ist eine Harnwegsinfektion während der Schwangerschaft bedenklich?

In der Schwangerschaft erkranken Frauen aufgrund der hormonellen Bedingungen häufiger als sonst an einer Zystitis. In seltenen Fällen und bei ungünstigem Verlauf sind Fehl- und Frühgeburten, ein verringertes Geburtsgewicht und Bluthochdruck mit Eiweiß im Urin und Wasseransammlungen im Gewebe möglich (Präeklampsie). Deshalb sollten Schwangere bei Verdacht auf eine Blasenentzündung immer sofort den Arzt aufsuchen, um eine rechtzeitige Behandlung sicher zu stellen.2

 

Welche Komplikationen sind bei Blasenentzündungen noch möglich?

Meistens heilt eine Zystitis spontan oder mit einer Phyto- oder Antibiotikatherapie in kurzer Zeit vollständig aus. Manchmal können jedoch Komplikationen auftreten: Wenn die Bakterien aus der Blase über den Harnleiter in das Nierenbecken aufsteigen, kann es zu einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) kommen, die mit Antibiotika gut therapiert werden, unbehandelt aber zu Nierenversagen und Blutvergiftung (Urosepsis) führen kann - beides gefürchtete, lebensbedrohliche Komplikationen einer aufsteigenden Blasenentzündung.

Außer über den Harnleiter zu den Nieren kann die Infektion auch über den Samenleiter zu den Nebenhoden beim Mann aufsteigen, was im schlimmsten Fall zu Unfruchtbarkeit führen kann.

Eine häufige Form der Komplikation der Blasenentzündung ist, dass sie immer wieder kommt: Bei mindestens zwei Blasenentzündungen pro Halbjahr oder drei pro Jahr spricht man von einer chronischen oder wiederkehrenden (rezidivierenden) Zystitis. Sie kann durch untypische Erreger ausgelöst werden, was mit einer Urinkultur zur Keimbestimmung abgeklärt wird.

 

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Wann sollten Sie bei einer Blasenentzündung zum Arzt?

Kommen zu den Symptomen einer einfachen Zystitis Fieber, Krankheitsgefühl, ein dumpfer Rückenschmerz in den Flanken dazu, muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden.5 Auch bei einer Blasenentzündung bei Schwangeren, Männern, Diabetikern und Kindern sollte man einen Arzt konsultieren.

 

Therapie – Muss es immer Antibiotika sein?

Antibiotika verschaffen bei einer Blasenentzündung schon nach wenigen Stunden Linderung und die Symptome verschwinden. Vor allem bei anfälligen Patienten ist diese Behandlung allerdings umstritten, denn die meisten einfachen Blasenentzündungen heilen von alleine aus. Antibiotika beschleunigen diesen Prozess zwar, beeinträchtigen aber auch die Scheiden- und Darmflora. Die Darmflora ist ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems.

Wird also jede Blasenentzündung mit Antibiotika behandelt, wird das Immunsystem geschwächt und der Organismus ist wiederum anfälliger für Infektionen - ein Teufelskreis. Das sollten Ihr Arzt und Sie bei der Behandlung insbesondere einer einfachen Zystitis beachten. Abgesehen von der Schädigung der Darmflora fördert eine Antibiotika-Behandlung die Resistenz der Arznei gegenüber dem Krankheitserreger.

Ob mit oder ohne Antibiotika: eine regelmäßige Darmsanierung mit Heilerde, Flohsamen, Probiotika und Präbiotika entgiftet, entsäuert und baut eine starke Darmflora auf - wichtige Basis für ein schlagkräftiges Abwehrsystem.

 

 

Lindern Schmerztabletten die Beschwerden? Wenn ja – welche?

Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) mit den Wirkstoffen Ibuprofen, Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin) und Diclofenac (Voltaren) können auch bei einer Zystitis Schmerzen lindern und haben zudem eine entzündungshemmende Wirkung.

Einer Studie von 2015 zufolge sind bei der dreitägigen Einnahme von Ibuprofen (3 x 400 mg) 70 % der Frauen mit einer Blasenentzündung nach einer Woche beschwerdefrei. Mit Antibiotika waren es 80 %.

Dabei muss beachtet werden, dass diese Schmerztabletten nicht die antibakterielle Wirkung haben wie Antibiotika und das Risiko einer aufsteigenden Infektion entsprechend höher ist. Außerdem sind in der Heilungsphase die Beschwerden bei Schmerztabletten etwas höher als bei der Einnahme von Antibiotika. Die Vor- und Nachteile beider Medikationen müssen individuell abgeschätzt werden.

 

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Heilpflanzen – die Harnwege durchspülen und desinfizieren

Harntreibender Ackerschachtelhalmtee, der 15 Minuten gekocht und nach 30 Minuten abgegossen wird (mehrmals täglich eine Tasse), entzündungshemmender, harntreibender Birkentee - 2 TL getrocknete Blätter mit heißem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen und mehrere Tassen bis zu 1 Liter täglich trinken - sowie Brennnesselblätter und –kraut, ebenfalls harntreibend und antientzündlich, als Tee oder Frischpflanzenpresssaft, bringen einen intensiven Durchspülungseffekt.

Goldrutenkraut ist das wichtigste Nierenmittel aus der Natur: Es steigert als Tee (1 TL Kraut mit 150 ml heißem Wasser übergießen und nach 20 Minuten abseihen) und in Fertigpräparaten die Nierenleistung, wirkt antibakteriell und entzündungshemmend, schwemmt Flüssigkeit aus  und lindert Schmerzen und Krämpfe. Auch Tee und Fertigpräparate mit Hauhechel, Katzenbart, Löwenzahnblättern, Petersilie, Wacholderbeeren und Quecke unterstützen den Heilprozess durch ihre harntreibenden und antientzündlichen Eigenschaften. 

Ausnahme: Nicht bei Ödemen aufgrund von eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit anwenden! Petersilie und Wacholder zudem nicht in der Schwangerschaft und Löwenzahn nicht bei Gallenwegsverschluss anwenden! Da sich auch Pflanzen gegen Bakterien zu schützen haben, enthalten sie antimikrobielle Substanzen, die wir uns zur Bekämpfung von Krankheitserregern zunutze machen können: Bärentraubenblätter mit ihrem Hauptwirkstoff Arbutin in Fertigpräparaten wirkt stark antibakteriell, soll aber höchstens 7 Tage lang und 5-mal jährlich und nicht in Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden. 

Kapuzinerkresse und Meerrettichwurzel bekämpfen in Angocin Anti-Infekt mit ihren antibakteriellen Senfölen Infektionen der Atem- und Harnwege. Nicht bei Magen-Darm-Geschwüren und Nierenentzündungen anwenden! Brunnenkresse, frisch oder als Presssaft, Goldrute, Preiselbeere und Cranberry (amerikanische Preiselbeere) als Saft und Lutschtabletten sowie Sandelholz als Tee (maximal 6 Wochen lang) und Echinacea zur Anregung des Immunsystems werden bei Blasenentzündung empfohlen – allein oder begleitend bei einer Therapie mit Antibiotika.

Äußerlich helfen Wärme, Bäder (siehe Vorbeugung) und Eukalyptusölkompressen: 5-prozentiges Bio-Eukalyptusöl auf eine Kompresse geben, auf die Blasenregion legen und für mindestens eine halbe Stunde mit einem kleinen Handtuch und einer Wärmflasche darüber wirken lassen. Die desinfizierenden, krampflösenden Substanzen gelangen über die Haut ins Körperinnere.5

 

Homöopathie: Lebenskraft und Immunsystem für den Heilungsprozess aktivieren

Cantharis, die Spanische Fliege, bei heftigen, brennenden Schmerzen vor, während und nach dem Wasserlassen (Miktion) und Krämpfen sowie Sarsaparilla, die Stechwinde, mit Brennen während der Miktion und heftigen Schmerzen und starkem Harndrang direkt nach dem Wasserlassen zählen zu den beiden wichtigsten homöopathischen Mitteln bei einer akuten Zystitis.

Wenn der Infekt gleich zu Anfang sehr intensiv, schmerzhaft und mit Angst verbunden ist, eignen sich als Einstieg Aconitum, der Blaue Eisenhut, und Belladonna, die Tollkirsche. Ist die Blasenentzündung Folge von nasskaltem Wetter, Durchnässung oder Unterkühlung, hat sich Dulcamara, der Bittersüße Nachtschatten, bewährt. Stehen der schmerzhafte Harndrang im Vordergrund, eignet sich Mercurius sublimatus corrosivus (Quecksilbersublimat).

Bei einem akuten Blaseninfekt als Folge eines Traumas, z.B. nach dem Legen eines Blasenkatheters, mit Wundheits- und Zerschlagenheitsgefühl kann Arnica montana, das Bergwohlverleih, die beste Wahl sein. Als Dosierung für alle aufgeführten Mittel gilt: Stündlich 1 Tablette oder 5 Globuli in der Potenz D6, bis sich die Beschwerden bessern, danach 3-mal täglich 1 Tablette oder 5 Globuli.

Die phytotherapeutische und homöopathische Behandlung ist für leichte Infekte geeignet und begleitend zu einer Antibiotikabehandlung bei stärkeren Entzündungen zu verstehen. Bei wiederkehrenden Blasenentzündungen ist eine individuelle homöopathische Anamnese notwendig, um das Konstitutionsmittel herauszufinden. Erfahrungsgemäß haben sich außerdem Acidum nitricum (Salpetersäure), Pulsatilla (Wiesenküchenschelle), Thuja (Abendländischer Lebensbaum) und Fabiana imbricata (Pichi-Pichi) bei wiederkehrenden Blaseninfekten bewährt.   

 

Weitere Alternativen zu Antibiotika in der Prophylaxe und Therapie einer Zystitis

Neben den Hausmitteln und Tipps, die Sie unter den vorbeugenden Maßnahmen oben im Text finden und die auch zur Behandlung von Blaseninfekten gehören, haben sich als natürliche Unterstützung folgende Präparate und Methoden bewährt:

 

  • Enzyme (Bromelain, Trypsin, Rutosid, z.B. in dem Präparat Phlogenzym)
  • Echinacea-Präparate (z.B. Esberitox compact)
  • aktive Immunisierung mit dem Präparat Uro Vaxom oral (3 Monate lang) oder StroVac mit 3 Injektionen im wöchentlichen Abstand aus Fragmenten abgetöteter Escherichia coli und anderer Bakterien, die Blaseninfekte auslösen,7
  • Mannose, ein Zuckerstoff, der auch im Körper vorkommt und der die Escherichia-coli-Bakterien in der Blase umhüllt und damit unschädlich macht (2 g täglich in einem Glas Wasser)7
  • Akupunktur1

 

Aufgrund der negativen Wirkung auf die Darmflora sollten naturheilkundliche Alternativen zur Antibiotikabehandlung der leichten, akuten Zystitis und zur Langzeit-Antibiotika-Therapie als Vorbeugung vor erneuten Blasenentzündungen auf jeden Fall in Betracht gezogen werden.

 

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Beate Helm
Autor: Beate Helm

Beate Helm, Heilpraktikerin, freie Redakteurin und Autorin für Gesundheitsthemen und Persönlichkeitsentwicklung. Selfpublisherin. Weiterbildungen in Ernährungswissenschaft, Homöopathie, Pflanzenheilkunde, Ayurveda, psychologischer Beratung und systemischer Therapie. Langjährige Erfahrung in Yoga und Meditation. Bei apomio seit 04/2015.

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