Nierensteine: Wann werden sie zum Notfall? Montag, 16. Oktober 2017

Nierensteine | apomio Gesundheitsblog © Natali_Mis – Fotolia.com

Mindestens einmal im Leben leidet jeder 25. Deutsche an Harnleiter- und Nierensteinen, so die Statistik. Schmerzhafte Koliken können aufgrund von Nieren- und Harnleitersteinen entstehen und sogar zu einem Notfall werden, wenn bei einem Steinleiden zusätzlich eine Harninfektion und Fieber entsteht. Was sind Nierensteine? Welche Behandlung wird empfohlen? Lässt sich ein Steinleiden durch viel Trinken „wegspülen“? Mehr dazu im folgenden Beitrag.

Was sind Nierensteine?

Nierensteine, im medizinischen Sprachgebrauch Nephrolitiasis oder Nierenkongrement genannt (Harnleitersteine bezeichnet man als Urolithiasis oder Ureterstein), bilden sich aus den Bestandteilen des Urins, welche im Normalfall als gelöste Substanz im Harn vorliegt. Diese gelösten Substanzen können sich ablagern und auskristallisieren – die meisten Nierensteine bestehen aus Kalziumsalzen. Die Größe von Nierensteinen kann zudem variieren: die Größe eines Reiskorns bis hin zu einem Wachstum auf einen Durchmesser von mehreren Zentimetern ist möglich; auch können manche Nierensteine das gesamte Nierenhohlsystem ausfüllen.

Symptome bei Nierensteinen

Ruhende Steine verursachen in der Regel keine Beschwerden und können beispielsweise nur durch Zufall bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt werden. Manchmal sind Nierensteine auch für eine wiederkehrende Harninfektion oder Blut im Urin verantwortlich.

Nimmt die Größe eines Steins zu und bleibt aufgrund dessen im Harnleiter stecken, treten häufig äußerst heftige Schmerzen aus. Man spricht von einer sogenannten Nierenkollik, die wellenförmige Schmerzen hervorruft, welche auf der Flanke beginnen und bis in den Unterbauch ausstrahlen können. Aufgrund der Steingröße kann die Schleimhaut im Harnleiter verletzt werden, Blut im Urin ist mikroskopisch sichtbar.  Um einen urologischen Notfall handelt es sich, wenn der Betroffene neben den wellenförmig in Erscheinung tretenden Schmerzen auch noch eine Harninfektion entwickelt und zusätzlich Fieber hat. Fieber und Schüttelfrost können in seltenen Fällen Anzeichen für eine lebensgefährliche Blutvergiftung aufgrund einer Harnstauung sein.

Nierensteine: die Diagnostik

Teil der Diagnostik ist zunächst ein ausführliches Anamnesegespräch, in welcher Fragen zur Krankengeschichte gestellt werden:

  • traten zuvor schon Nierensteine auf?
  • leiden Familienmitglieder auch unter Niernsteine?
  • welche Essgewohnheiten liegen vor?
  • ausreichend Flüssigkeitszufuhr?
  • Vorerkrankungen
  • Einnahme von Medikamenten

Eine Blutuntersuchung gibt Aufschluss darüber, wie gut die Nieren funktionieren und ob eine Infektion vorliegt. In einer Urinuntersuchung kann festgestellt werden, ob Blut im Urin vorhanden ist. Mittels Sonographie kann ebenfalls die Funktion der Niere beurteilt werden; zudem sind Nierensteine ab einer Größe von etwa zwei Millimeter zu erkennen und der Verdacht auf eine Harnstauung kann überprüft werden. Das beste Diagnoseverfahren stellt die Nativ-Computertomographie dar, die die genaue Lokalisation und Größe von Steinen in den Nieren und Harnleitern diagnostizieren kann. Zusätzliche Informationen können auch durch eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel geliefert werden.

Die Behandlung von Nierensteinen

Die Behandlung von Steinleiden richtet sich nach der Steingröße: Werden kleine Nierensteine nur durch Zufall bei einer Routine-Ultraschalluntersuchung festgestellt, bedarf es in der Regel keine Behandlung. Regelmäßige Kontrollen sind hier angebracht, sofern die Steine keine Schmerzen bereiten und keine Harnabflussstörung oder Harninfektion zu befürchten ist. Eine Größe von ca. vier Millimetern ist tolerierbar, sodass ein Abgang mit dem Urin von alleine erfolgen kann. Der Prozess kann unterstützt werden, indem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr erfolgt und zusätzlich sportliche Aktivität betrieben wird. Auch medikamentös kann Linderung verschafft werden: Medikamente, die den Harn alkalischer machen, können eingenommen werden, wodurch sich der Stein auflösen kann.

Mittels akustischer Druckwellen (Stoßwellen) können Steine zertrümmert werden bzw. in kleine Fragmente verkleinert werden, sodass diese dann mit dem Urin abgehen können. Für diesen Therapieansatz sind einzelne und nicht allzu große Steine geeignet. Bei größeren Steinen sind endoskopische Operationen unter Vollnarkose durchzuführen.

Prophylaktische Maßnahmen

Nierensteine lassen sich in einigen Fällen vorbeugen, wenn folgende Ratschläge beherzigt werden:

  • ausgewogene Mischkost
  • Verzicht auf Kochsalz
  • ausreichend Flüssigkeitszufuhr
  • Reduktion tierischer Fette (Fleisch, Wurst) auf dem Speiseplan
  • Getreideprodukte, insbesondere Vollkornprodukte verzehren
  • frisches Obst und Gemüse
  • körperliche Bewegung
  • Übergewicht vermeiden
  • strenge Abnehmkuren vermeiden, da diese bestimmte Formen von Nierensteine begünstigen können

Trotz allem gibt es Menschen, die immer wieder von Nierensteinen betroffen sind. Urologen empfehlen eine harnsteinspezifische Stoffwechseluntersuchung in einem Harnsteinzentrum.

Autor: Judith Schega

Judith Schega ist als gelernte Operationstechnische und Chirurgischtechnische Assistentin in einem Krankenhaus beschäftigt. Das Schreiben hat sich immer mehr als Gegengewicht zu ihrem Vollzeitberuf im Gesundheitswesen entwickelt. Vor allem auch als Ausdruck ihres medizinischen Interesses, mit dem Wunsch, dieses auf ihre Mitmenschen zu übertragen. Frau Schega schreibt unter anderem für den Thieme Verlag und ist seit November 2014 auch als Autorin für apomio.de tätig.

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