Die Wirkung und Anwendung von Aloe Vera Mittwoch, 14. März 2018

Aloe Vera: Wirkung und Anwendung | apomio Gesundheitsblog © krisana – Fotolia.com

Phytopharmaka kommen zur Pflege empfindlicher Haut und zur Wundbehandlung häufig zum Einsatz. Auch aloeverahaltige Zubereitungen haben bei der Hautpflege eine wachsende Bedeutung gewonnen. Aloe Vera ist eine Heilpflanze mit jahrtausender Tradition und steht als Symbol für Gesundheit und Schönheit. Im folgenden Beitrag mehr über die außergewöhnliche Heilpflanze.

Aloe vera: die Echte Aloe

Aloe vera gehört zu den ältesten und mittlerweile bekanntesten Heilpflanzen der Erde. Es existieren hunderte Arten von Aloe, aber nur eine Aloe vera, also die Echte Aloe. Die ursprüngliche Heimat der Aloe vera scheint, so vermutet man, die arabische Halbinsel gewesen zu sein. Der botanische Pflanzenname „Aloe“ kommt aus dem arabischen Sprachgebrauch und bedeutet übersetzt „bitter“, was auf den Geschmack des schleimigen Gels im Blattinneren der Pflanze schließt. Inzwischen ist Aloe vera auch im Mittelmeerraum, in Indien, Afrika, Mittel- und Südamerika sowie Australien und auf den kanarischen Inseln beheimatet. Äußerlich erinnert die Pflanze an einen Kaktus, aber sie zählt wie die Zwiebel zum Liliengewächs und wird auch Wüstenlilie bezeichnet. Die Blätter der Aloe vera sind spitz zulaufend, in Rosettenform angeordnet, haben eine graugrüne Farbe mit rötlichen Nuancen und werden etwa 50 Zentimeter lang und 7 Zentimeter breit.

Die Blätter lassen sich außerdem in folgende drei Schichten unterteilen: Eine graugrüne, ledrige und wachshaltige Blattrinde bietet Schutz vor Verdunstung, Hitze und UV-Strahlung. Weiterhin befindet sich eine Faserschicht zwischen der Blattrinde und dem Mark im Blattinneren, der Mesenchymschicht, mit sogenannte Sekretzellen. In diesen Sekretzellen ist ein bitterer, gelber Saft bzw. Gel gespeichert. Die äußeren Ränder der Blätter sind mit kleinen Stacheln ausgekleidet, die Blattoberfläche selbst ist aber glatt.

Inhaltsstoffe der Aloe vera

In den einzelnen Blättern der Aloe vera können ca. 200 Inhalts- und Wirkstoffe nachgewiesen werden. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen der Heilpflanze zählt der sekundäre Pflanzenstoff Aloin, aus der Gruppe der Anthracenderivate, der eine abführende Wirkung hat und insbesondere bei einer trägen Darmtätigkeit und Verstopfung angewendet wird und kommt daher für medizinische Zwecke zum Einsatz. Die Anthracenderivate haben eine Wasseransammlung im Darm zufolge, wodurch das Darmvolumen erhöht und die Darmtätigkeit angeregt wird. Aloe vera enthält etwa 40 Prozent des sekundären Pflanzenstoffs Aloin aus der Gruppe der Anthraderivate. Das aus dem Blattinneren gewonnene durchsichtige, schleimartige Gel enthält größtenteils Wasser und Polysaccardie, zum Beispiel acetylierte Polymannose und Glykoproteine. Diesen wird eine entzündungshemmende und immunstimulierende Wirkung zugeschrieben. Neben den genannten spezifischen Inhaltsstoffen sind in Aloe vera außerdem auch enthalten:

  • Mineralien
  • Vitamine
  • Enzyme
  • ätherische Öle
  • Aminosäuren
  • schmerzstillende Salicylsäure

Den Inhaltstoffen der Aloe vera werden wundheilende, entzündungshemmende und immunstimulierende Wirkungen zugeschrieben, allerdings fehlen bisher noch eindeutige wissenschaftliche Nachweise in Form seriöser Studien, die die Wirksamkeit vollständig bestätigen können.

Aloe vera in der Phytotherapie

Aloe vera wird als Phytopharmakon vielfältig angewendet und in einigen Bereichen sehr effektiv. In der Phytotherapie gilt die Heilpflanze wirksames Mittel verschiedenen Beschwerden und wird nicht umsonst als Kaiserin unter den Heilpflanzen bezeichnet. Zu den körperlichen Beschwerden, die Aloe vera lindern kann, gehören unter anderem:

  • Verdauungsstörungen
  • Haut- und Pilzerkrankungen
  • Entzündungen
  • Immunschwäche
  • Kreislauferkrankungen
  • Allergien

Auch findet Aloe vera Verwendung bei Asthma bronchiale, Diabetes mellitus sowie in der Krebs- und Aids-Therapie zur Nahrungsergänzung, weil Aloe vera die Abwehrkräfte mobilisieren und zur Regeneration der Darmflora beitragen soll. Als pflanzliches Abführmittel ist Aloe vera sowohl in der Pflanzenheilkunde als auch in der Schulmedizin bekannt und von großer Bedeutung. Aloe vera ist ein Allrounder in der Heilkunde. In Form von Gel, Salben und Cremes, aber auch als Kapseln, Pulver oder Saft ist Aloe vera in Apotheken und Reformhäusern erhältlich. Aloe vera kann sowohl äußerlich als auch innerlich verwendet werden. Insbesondere bei der inneren Anwendung ist unbedingt auf die Produktbeschreibung zu achten und nur in Absprache mit einem Arzt durchzuführen. Auch bei der Therapie entzündeter Haut ist Aloe vera sehr hilfreich: in Form eines kühlenden Gels als äußere Anwendung auf der Haut kann Aloe vera eine Linderung bei Hauterkrankungen und Beschwerden wie Akne, Sonnenbrand und Insektenstichen schaffen.

Aloe vera für kosmetische Zwecke

Die Hauptanwendungsgebiete von Aloe vera als Gel sind Hautirritationen und Hautverletzungen wie Wunden und Verbrennungen. Aber auch in der Kosmetikbranche darf Aloe vera nicht fehlen. In zahlreichen Kosmetikprodukten und Pflegeprodukten ist Aloe vera enthalten und soll als Gel, aber auch als Salbe oder Creme folgende Eigenschaften entfalten:

  • pflegende und aufbauende Eigenschaften
  • gewebe- und zellerneuernde Eigenschaften
  • Linderung kleiner Fältchen
  • Linderung von Narben und Hautirritationen
  • Schutz vor schädlichen Umwelteinflüssen
  • Beruhigung empfindlicher Haut

Aloe vera selbst anbauen

Warum auf gekaufte Präparate setzen, in welchen unter Umständen nur ein Bruchteil von Aloe vera enthalten ist, wenn man Aloe vera doch selbst anbauen und als Zimmerpflanze auf der Fensterbank gedeihen lassen kann?! Der Kauf einer Aloe vera Pflanze ist im Gartenfachhandel oder in der Gartenabteilung im Baumarkt möglich. Ein heller, warmer, trockener Platz für die Pflanze in den eigenen vier Wänden ist nach dem Kauf zu empfehlen. Allgemein ist die Heilpflanze leicht zu pflegen und eignet sich auch für den eher unerfahrenen Hobbygärtner.

Folgendes ist zu beachten bis die Aloe vera geerntet werden kann:

  1. Regelmäßiges Umtopfen in ein größeres Gefäß im Laufe des Wachstums: spätestens dann, wenn die Blätter den Topfrand erreicht haben, sollte ein größerer Pflanzentopf gewählt werden.
  2. Eine selbst angepflanze Aloe vera braucht Zeit, um geerntet werden zu können: Es kann bis zu fünf Jahre dauern, bis die Aloe vera reif ist. Erst dann kann die volle Kraft der enthaltenen Wirkstoffe zum Tragen kommen.
  3. Möchte man das wertvolle Gel ernten, sind die äußersten, größten Blätter zu wählen, die mit einem scharfen Messer bodennah abgeschnitten werden. Diese Blätter werden zunächst gewaschen und dann für einige Stunden in ein Gefäß senkrecht platziert, damit der austretende Saft abfließen kann. Um an das Gel zu gelangen, wird das Blatt nochmals gewaschen, abgetrocknet und die äußere, wachsartige Hautschicht entfernt.
  4. Vorsicht beim Gießen: Die Aloe vera sollte niemals von oben begossen werden, da die Blätter unbedingt trocken bleiben müssen.

Aloe vera als Zimmerpflanze daheim: Auf diese Weise hat man als willkommene Zugabe eine dauerhafte „Apotheke“ im Haus. Ohne Rücksprache mit dem Arzt sollte allerdings auf eine innere Behandlung mit Aloe vera verzichtet werden.

Autor: J. Ehresmann

Judith Ehresmann ist als gelernte Operationstechnische und Chirurgischtechnische Assistentin in einem Krankenhaus beschäftigt. Das Schreiben hat sich immer mehr als Gegengewicht zu ihrem Vollzeitberuf im Gesundheitswesen entwickelt. Vor allem auch als Ausdruck ihres medizinischen Interesses, mit dem Wunsch, dieses auf ihre Mitmenschen zu übertragen. Frau Ehresmann schreibt unter anderem für den Thieme Verlag und ist seit November 2014 auch als Autorin für apomio.de tätig.

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