© © magdal3na - Fotolia.com

Wundermittel Kokosöl?

Kommentar schreiben Mittwoch, 05. Februar 2014

Wunderwaffe Kokosöl: Nicht nur in der Küche sondern auch in der Kosmetik hält Kokosöl immer häufiger Einzug. Ihm werden etliche gesundheits- und schönheitsfördernde Wirkungen nachgesagt. Doch was bewirkt das tropische Öl tatsächlich?

Ob in Lotionen, Gesichtscremes oder Lippenbalsam: Kokosöl ist auch abseits des Kochtopfs eine immer häufiger verwendete Zutat. Durch seinen Geruch vermittelt es Urlaubsfeeling, gilt unter Verfechtern allerdings auch als Wunderwaffe gegen etliche Schönheitsmakel. Trockener Haut und rissigen Lippen, schuppiger Kopfhaut und gelben Zähnen können Sie mit dem Naturprodukt den Kampf ansagen.

Was ist Kokosöl?

Kokosöl und Kokosfett sind identisch und beschreiben ein Erzeugnis der Kokosnuss. Nachdem das Fruchtfleisch der Nuss entfernt und zerkleinert wurde, wird es gepresst und getrocknet. Diese trockene Masse nennt man Kopra und aus ihr wird das Kokosöl gewonnen, schreibt die Plattform biokokosöl.de. In Deutschland ist das Öl in verschiedenen Variationen und Qualitäten erhältlich. Natives Kokosnussöl ist unbehandelt und gilt als hochwertig.

Die Aromakologin Gabriela Stark beschreibt auf ihrer Internetseite satureja.de die Bestandteile von Kokosöl so:

  • 47% Laurinsäure
  • 17% Myristinsäure
  • 9% Caprylsäure
  • 7% Palmitinsäure
  • 7% Ölsäure
  • Fettbegleitstoffe
     

Das bedeutet, Kokosöl besteht zum Großteil aus ungesättigten, mittelkettigen Triglyceriden. Vor allem die Laurinsäure spielt für den menschlichen Organismus eine wichtige Rolle. In einem Vortrag beschreibt die Ernährungswissenschaftlerin und Biochemikerin Dr. Mary Enig Laurinsäure als Fettsäure mit gesundheitsfördernden Eigenschaften. Im Körper wird sie nämlich zu Monolaurin umgewandelt und wirkt gegen Viren, Bakterien und Pilze.

Neben der Laurinsäure wirkt auch die Caprylsäure antiviral. Ihre Wirkung gegen Herpesviren und Chlamydien wird noch getestet, so die Expertin.

Vitamine schützen die Haut

Neben den ungesättigten Fettsäuren enthält Kokosöl auch Vitamin E. Es schützt die Zellmembran vor aggressiven Molekülen der Umgebung. UV-Strahlen, Smog und Co können durch die Anwendung von Kokosöl ferngehalten werden und die Zellen bleiben intakt. Auf diese Weise bildet Kokosöl einen natürlichen Sonnenschutz und verringert das Hautkrebsrisiko, so das Zentrum der Gesundheit (ZDG). Die Zerstörung der Hautzellen und die damit verbundene Hautalterung können mit der regelmäßigen Pflege mit Kokosöl hinausgezögert werden.

Auch auf der Kopfhaut kann die Wunderwaffe helfen: Mit Kokosöl können Sie trockenen Schuppen den Kampf ansagen. Die unschönen Hautschuppen entstehen, wenn die Kopfhaut nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt ist oder Shampoo, Spülung, Haarspray und Co die Strukturen stark strapazieren. Eine kleine Menge Kokosöl in die Kopfhaut einmassieren und die Schuppen sollen verschwinden, so das ZDG.

Mit Kokosöl die Zähne putzen: Wundemittel gegen Karies?

Auch die Zähne und die Mundflora profitieren von dem natürlichen Wundermittel. Kokosöl bekämpft Erreger, die Karies verursachen und verschont dabei „gute“ Bakterien. Das hat eine Studie Athlone Institute of Technology in Irland herausgefunden. Das Bakterium streptococcus mutans bildet in Kombination mit Zucker aus der Nahrung einen säuerlichen Biofilm auf den Zähnen und durchlöchert so den natürlichen Zahnschmelz. Auch der Hefepilz candida albicans kommt im menschlichen Mund- und Rachenraum vor und ist schädlich für das Gebiss. Beide Erreger tötet die regelmäßige Behandlung mit Kokosöl ab. Die Folge: Glatte Zähne und eine gesunde Mundflora. Und so funktioniert‘s: Wer seinen Zähnen etwas Gutes tun will, der kann täglich (oder auch alle zwei Tage) direkt nach dem Aufstehen und vor dem ersten Essen oder Trinken einen Esslöffel Kokosöl in den Mund nehmen und bis zu 15 Minuten lang „Ölziehen“. Dabei die Flüssigkeit immer wieder um die Zähne herum spülen und durch Zahnzwischenräume quetschen. Festes Kokosöl ändert ab einer Temperatur von etwa 25 Grad Celsius seine Konsistenz und wird flüssig. Nach der Behandlung das Öl in den Mülleimer geben (nicht in den Ausfluss spucken – Öl und Wasser müssen aufwendig getrennt und aufbereitet werden). Im Anschluss den Mund ausspülen und die Zähne wie gewöhnlich putzen und Pflegen. Durch die Anwendung kann die Anzahl der Erreger im Mund deutlich reduziert werden und das Risiko für Karies sinkt. Netter Nebeneffekt: Bei einer regelmäßigen Anwendung werden die Zähne deutlich heller. Das Kokosöl wirkt wie ein natürliches Bleaching – ganz ohne Chemie.

Das richtige Kokosöl finden

Für Anwendungen in der Küche und der Kosmetik ist es wichtig, das richtige Produkt zu finden. Gängige Bezeichnungen für Kokosöl sind auch Kokosnussöl oder Kokosfett. Die Produkte kommen fest oder flüssig vor. Am besten geeignet sind kaltgepresste und native Öle. Das bedeutet, dass der Hersteller nichts an dem Produkt verändert hat, die natürlichen Stoffe sind noch in vollem Umfang enthalten. Die Nährwerttabelle gibt Aufschluss über die Reinheit des Produkts. 100 Gramm Kokosöl besteht im Idealfall aus 100 Gramm Fett. Ist dies der Fall, handelt es sich um reines Pflanzenfett ohne weiter Zutaten und ist sowohl zum Kochen, als auch zu Schönheitsbehandlungen ideal geeignet. Kokosöl ist in gut sortierten Supermärkten, Reformhäusern oder Apotheken erhältlich.

Produkte mit Kokosöl

Kokosöl kann auch in vielen anderen Formen angewendet werden. Es entfernt Augenmakeup, spendet rissigen Lippen Feuchtigkeit und sprödes Haar bekommt neuen Glanz. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung berichtet, dass Kokosöl auch zur Gewichtsreduktion verwendet werden kann. Die Studien, die das belegen, seien aber kritisch zu betrachten.

Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Von Juli 2014 bis März 2018 arbeitete Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion bei apomio.de und unterstützt das Team nun als freie Autorin. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation.

Schreib einen Kommentar

help
help
help

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Zu unseren Datenschutzbestimmungen.