Tränensäcke und Schlupflider: Ursachen und Sofort-Tipps

3 Kommentare Dienstag, 02. Januar 2018

Sie sind wohl der Schönheitsmakel der Augenpartie: Tränensäcke. Nach einer durchzechten Nacht, einem ungesunden Lebensstil oder einfach mit dem Alter entstehen die hängenden Hautfalten am unteren Augenlid. Seltener ist eine Krankheit für den Makel verantwortlich. Doch trotz verschiedener Ursachen kann man etwas gegen Tränensäcke tun – auch wenn sie einen bereits im Spiegel entgegenblicken.

Sie lassen einen müde, alt und irgendwie abgekämpft aussehen. Dabei ist die Entstehung von chronischen Tränensäcken meist genetisch bedingt und hat rein gar nichts mit dem Lebensstil zu tun. Doch auch bei jungen Leuten können zeitweise Tränensäcke auftreten. Dabei gibt es einige Tricks geschwollene Augenlider zu vermeiden und den Tränensäcken vorzubeugen.

Was sind Tränensäcke?

Mit dem Weinen und Tränen haben Tränensäcke nichts zu tun. Der eigentliche Tränenkanal verläuft entlang der Nase zu inneren Augenlid und ist normalerweise nicht sichtbar. Die Tränenflüssigkeit wird in einer Drüse im oberen Augenlid produziert, befeuchtet dann das Auge und fließt schließlich über diesen Kanal ab und versorgt anschießend die Nasenschleimhaut mit Feuchtigkeit. Als Tränensäcke werden die Schwellungen unter den untern Augenlidern bezeichnet. Dabei handelt es sich allerdings um Fett- und/oder Wassereinlagerungen.

Tränensäcke entstehen mit zunehmendem Lebensalter. Die Haut rund um das Auge ist sehr dünn und empfindlich. Wird dann mit der Zeit Wasser oder Fett eingelagert ist das Bindegewebe um das Auge stark beansprucht und gibt der Belastung nach. Es entstehen die typischen hängenden Hautfalten, die das Auge so wenig schmücken. Will man gegen die Tränensäcke vorgehen, muss zunächst klar sein, welche Ursache zugrunde liegt. Im Zweifelsfall kann hier ein Arzt konsultiert werden und Krankheiten als Ursache ausschließen.

Müder Blick: Tränensäcke und Schlupflider

Ist der Bereich unter der Augenbraue und das Oberlid von der Hautalterung und der natürlichen Erschlaffung betroffen, spricht man von Schlupflidern. Das Hautareal verliert seine natürliche Spannkraft und sackt nach und nach in das Blickfeld. Nimmt dies große Ausmaße an, kann der Alltag beeinflusst werden. In einigen Fällen sind Schlupflider genetisch bedingt.

Verschiedene Ursachen für Tränensäcke

Ist der Grund für die Tränensäcke die Gewebeerschlaffung, sind die Tränensäcke dauerhaft sichtbar, eben als ausgebeulte und hängende Hautfalten. Sind Wassereinlagerungen verantwortlich treten die Schwellungen eher morgens und in unterschiedlicher Intensität auf.

Wassereinlagerungen im Augenlid haben auch verschiedene Ursachen. Zu wenig Schlaf, trockene Luft (gerade im Schlafzimmer) oder hoher Alkohol- und Nikotinkonsum können die Schwellungen hervorrufen. Auch Allergiker können unter Umständen geschwollene Augenlider bekommen, ein Allergologe kann ein passendes Gegenmittel verschreiben.

Wer ohne Kissen, also sehr gerade liegend, schläft riskiert am Morgen geschwollene Augen und Tränensäcke. Durch die Lage entsteht ein erhöhter Druck auf die Augen und es kann sich Flüssigkeit in den Lidern ansammeln und so für einen zugeschwollenen Blick am Morgen sorgen. Wer also etwas aufrechter Schläft, beugt dem Makel vor.

Mittel gegen Tränensäcke

Bei genetisch bedingten Tränensäcken gibt es leider kein Heil- oder Wundermittel. Durch einen kosmetischen Eingriff können die Fetteinlagerungen entfernt werden. Die Muskulatur und die Haut gehen dann in ihre ursprüngliche Form zurück. Da es sich allerdings um einen rein kosmetischen Eingriff handelt, kommt die Krankenkasse in der Regel nicht für die Behandlung auf. Leidet der Betroffene allerdings psychisch unter den Tränensäcken, kann ein Eingriff eine bessere Lebensqualität schaffen.

Sind Flüssigkeitseinlagerungen die Ursache für die Tränensäcke sieht es besser aus. Mit einfachen Mitteln kann man die lästige Schwellung um die Augen bekämpfen. Der Klassiker ist dabei die aufgelegte Gurkenscheibe. Sie kühlt das Auge und spendet der empfindlichen Haut zusätzlich Feuchtigkeit. Regelmäßig angewendet kann diese Methode die Entstehung von Tränensäcken vorbeugen.

Gesunder Lebenswandel und Pflege als Vorbeugung

Auch ein gesunder Lebenswandel kann die unschönen Tränensäcke in Schach halten. Wer ausreichend Trinkt, sich ausgewogen Ernährt und auf genügend Bewegung achtet, hat die besten Voraussetzungen nicht nur ein paar Speckröllchen, sondern auch die hängenden Augenlider zu vermeiden. Wer Gewebsschädigende Einflüsse, wie etwa starkes UV-Licht meidet, kann das zarte Bindegewebe um die Augen unterstützen.

Auch bei der täglichen Gesichtspflege kann man etwas tun, damit es gar nicht zu den unschönen Tränensäcken kommt. Die Augencreme einfach mit den Fingern einklopfen. So wird der Lymphfluss angeregt und Einlagerungen werden verhindert. Spezielle Augenpflege-Produkte können diesen Effekt noch unterstützen. Eine Kosmetikerin kann hier weiter helfen.

Hausmittel und Sofort-Tipps gegen Tränensäcke

Wer beim morgendlichen Blick in den Spiegel geschwollene Lider feststellt, aber einen wichtigen Arbeitstermin anstehen hat, braucht keine Panik zu bekommen. Mit einfachen Mitteln kann man die Schwellung schnell loswerden. Ein gekühlter Teelöffel, leicht auf die Augen gedrückt, kann Wunder bewirken. Ebenso gut funktionieren benutzte Teebeutel. Am besten einen schwarzen oder grünen Tee aufgießen, den verwendeten Beutel kalt stellen und dann einige Minuten auf die Augen legen. Das kühlt nicht nur, durch den Tee erhält die Haut Wirkstoffe, wie Koffein, die das Abschwellen und Glätten der Haut unterstützen.

In der Apotheke gibt es frei erhältlich Mittel gegen Tränensäcke. Dazu gehört auch die Kamillencreme oder ein Umschlag mit Augentrost-Tee. Außerdem sollte die empfindliche Haut unter den Augen jeden Morgen und Abend leicht massiert werden. Ein Hyalurongel kann optische Glätte unter dem Auge erzeugen. Wir dieses Gel mit einem „Roller“ einmassiert, wird so auch der Lymphfluss angeregt.

Tränensäcke als Anzeichen für Krankheiten

Chronische Tränensäcke können auch ein Anzeichen einer Krankheit sein. Eine Bindehautentzündung kann sich zum Beispiel auf die Augenlider ausweiten. Doch auch eine Herzschwäche kann zu vermehrten Wassereinlagerungen führen. So können die geschwollenen Lider ein erstes Anzeichen von Herzproblemen sein. Schilddrüsen- oder Nierenerkrankungen können auch zu geschwollenen Lidern führen. Hält die Schwellung über einen längeren Zeitraum an, sollte ein Mediziner hinzugezogen werden, um ernste Ursachen auszuschließen. In den meisten Fällen sind die Tränensäcke allerdings harmlos und lediglich ein Zeichen des Alters.

Behandlung von Schlupflidern: Operation möglich

Auch gegen Schlupflider gibt es leider kein Wundermittel. Ein gesunder Lebensstil, der Verzicht auf Alkohol und Nikotin wirken sich positiv auf das Hautalter aus und können das Verschwinden des oberen Augenlids um ein paar Jahre hinauszögern – allerdings nicht verhindern. Straffende Cremes können präventiv an der Augenpartie eingesetzt werden. Eine Garantie für deren Wirkung gibt es allerdings nicht. Wen die Schlupflieder enorm stören, oder wenn das Gesichtsfeld stark beeinträchtigt ist, kann ein operativer Eingriff wieder für Durchblick sorgen. Dabei wird überflüssige Haut, Fettgewebe und Muskulatur entfernt, sodass das Oberlid nicht mehr über das Auge hängt. Die Krankenkassen zahlen den Eingriff nur in wenigen Fällen – die Behandlung kann etwa 2000 Euro kosten. Nach einigen Jahren lässt die Wirkung der Operation nach und die Haut hängt erneut.

Botox und Makeup gegen Schlupflider

Auch eine Botox-Behandlung kann zu einer Verbesserung führen. Wir das Nervengift an der richtigen Stelle der Augenbraue injiziert, kann die das Augenlid optisch anheben. Die Behandlung verliert nach etwa sechs Monaten ihre Wirkung und muss für einen optimalen Effekt wiederholt werden. Bleibt natürlich noch die Möglichkeit mit Makeup dem müden Auge entgegen zu wirken. Wer einen hellen Lidschatten auf das bewegliche Augenlid aufträgt und diesen in einem dunkleren Ton, bananenförmig über dem beweglichen Lid verblendet, erreicht eine optische Öffnung des Auges. Auch Wimperntusche und ein Lidstrich lassen die Augenpartie jung und frisch wirken.
Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Von Juli 2014 bis März 2018 arbeitete Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion bei apomio.de und unterstützt das Team nun als freie Autorin. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation.

3 Kommentare

heinzpeter – Donnerstag, 04. Mai 2017
Ich habe nach einer Augen-OP grüner Star mit meiner rechten Augenpartie Probleme. Erst war das Auge immer gerötet, nach einer gewissen Zeit hat die Rötung nachgelassen. Seit einer gewissen Zeit habe ich unter dem rechten Auge einen dicken Tränensack, links habe ich keine Probleme. Laut Arzt sind es Fettansammlungen. Hat jemand Tipps, welche andere Möglichkeiten habe ich ohne OP, dieses Problem zu lösen. Danke im Voraus für Eurr Tipps.
Lisa Vogel – Donnerstag, 13. Oktober 2016
Lieber Leser, leider kann ich zu Ihrem Leiden keine konkreten Tipps geben, das Zucken des Augenlids kann viele verschiedene Ursachen haben. Meist ist ein Hirnnerv durch erhöhten Blutdruck gereizt und führt zu einem ungefährlichen Zucken des Auges. Was bei Ihnen die Ursache ist und wie Sie am besten gegen das Zucken vorgehen, kann nur ein Augenarzt einschätzen. Liebe Grüße Lisa Vogel
CCU – Sonntag, 09. Oktober 2016
Seit einem Monat zuckt mein unteres Augenlid mit Tränensack. Was kann ich versuchen? Termin mit Augenarzt erst in einem Monat. Danke

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