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Notfalltipps bei Krupphusten

Kommentar schreiben Freitag, 10. April 2015

Als Krupp wird die, besonders bei Säuglingen und Kleinkindern, auftretende Obstruktion der Atemwege im Bereich des Kehlkopfes verbunden mit pfeifenden Atemgeräuschen und bellendem Husten bezeichnet. Eine Erkrankung im Rahmen einer Diphtherie, auch als Echter Krupp beschrieben, oder die eines Pseudokrupps bzw. Krupp-Syndroms kann vorliegen.  Alles über die Krankheitsbilder und Notfalltipps nun im Überblick.

 

Inhaltsverzeichnis:

 

Diphtherie: Echter Krupp 

Die Diphtherie ist eine akute Infektionskrankheit, verursacht durch das Diphtheriebakterium Corynebacterium diphtheriae, welches meist über Tröpfchen-, selten über Schmierinfektionen übertragbar ist.

Die Diphtherie, dessen Inkubationszeit ein bis sieben Tage beträgt, beginnt mit Abgeschlagenheit, allgemeinem Krankheitsgefühl und mäßigem Fieber und lässt sich im Anschluss daran in verschiedenen Verlaufsformen unterteilen:

  • Die Nasendiphtherie geht mit Schnupfen, der blutig-serös ist, und mit krustigen Belägen einher und tritt häufig bei Säuglingen und Kleinkindern auf
  • Bei der Rachendiphtherie sind starke Rachenrötungen mit flächenhafter, grau-weißlicher Pseudomembran zu erkennen, welche von den Tonsillen auf die Umgebung übergreift; eine kloßige Sprache, ein auffallender süßlich fauliger Mundgeruch und Lymphknotenschwellungen im Halsbereich sind typisch
  • Bei einer Kehlkopfdiphtherie (Echter Krupp) führt es zu Heiserkeit, bellendem Husten, Atemnot und schwersten Erstickungsanfälle; die Ausdehnung auf die Luftröhre und die Bronchien ist möglich, sodass eine Intubation oder ein Luftröhrenschnitt (Tracheotomie) lebensrettend sein können.

Die Diphtherieimpfung ist als Schutz vor der Infektion dringend zu empfehlen. Heute ist sie Bestandteil der Vierfachimpfung und wird vom Robert Koch Institut empfohlen. Nach einer erfolgten Immunisierung sollte eine Auffrischung des Impfschutzes in gewissen Abständen (ca. 10 Jahre) auch im Erwachsenenalter mit einer niedrigeren Dosis regelmäßig fortgesetzt werden. Vor Einführung der Impfung hat durch diese Diphtherie viele Todesopfer gegeben: In der letzten großen Epidemie von 1942 starben 42.000 Menschen in Deutschland an Diphtherie. Als „Würgeengel der Kinder“ bezeichnete man einst die hochgradig ansteckende Kinderkrankheit, die noch heute weltweit verbreitet ist: In manchen Regionen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas tritt die Diphtherie immer wieder epidemisch auf.

 

Achtung: Der Diphtherieverdacht verpflichtet zur sofortigen Heilserumbehandlung, weil nur hierdurch das bereits in den Körper eingedrungene Bakterium neutralisiert werden kann. Penicillin bzw. Erythromycin tötet die Diphtheriebakterien ab. Weitere Maßnahmen richten sich zudem auf die Symptome.

Pseudokrupp oder Krupp-Syndrom 

Der sogenannte Pseudokrupp ist die Bezeichnung für verschiedene vor allem im (Klein)kindesalter zwischen dem ersten und fünften Lebensjahr auftretende Krankheitsbilder, die zu einer akuten unter der Stimmritze betreffenden (subglottischen) Einengung der Atemwege führen und insbesondere vom „Echten Krupp“ bei Diphtherie sowie von einer Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) und Fremdkörperaspirationen abzugrenzen sind.

Es gibt verschiedene Formen des Pseudokrupps; alle Formen liegt eine entzündliche Schwellung und daraus folgende Verengung der Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfes zugrunde:

  1. viraler Krupp (Grippekrupp): der virale Krupp ist die häufigste Form und meist durch Parainfluenzaviren ausgelöst
  2. bakterieller Krupp: hierbei handelt es sich um eine primäre oder sekundäre Infektion vor allem mit den Bakterien Haemophilus influenzae und Staphylococcus aureaus
  3. spastischer Krupp: wahrscheinlich allergisch oder hyperreagibel bedingt

Symptome bei Pseudokrupp 

Zu den Krankheitszeichen, die bei Pseudokrupp auftreten, gehören

  • Heiserkeit
  • trockener, bellender Husten
  • pfeifende Atemgeräusche bei der Einatmung (inspiratorischer Stridor)
  • bläuliche Hautverfärbung (Zyanose)
  • eventuell Fieber
  • zunehmende Atemnot meist abends/nachts
  • häufige Rezidivierung

 

Die Atemnot wird in vier Stadien bzw. Schweregrade unterteilt:

  1. Heiserkeit, trockener, bellender Husten
  2. Pfeifende Atemgeräusche bei der Einatmung
  3. Luftnot, Blässe, Unruhe, Angst, Herzbeschleunigung
  4. Bläuliche Hautverfärbung, zunehmende Ruhe bis Schläfrigkeit, Herzverlangsamung

 

Die ersten beiden Stadien können ambulant, die Stadien drei und vier müssen stationär behandelt werden.

Unterstützung der Behandlungsmaßnahmen und Notfall-Tipps 

Bei akuter, kindlicher Atemnot gelten alle Behandlungsmaßnahmen dem Ziel, die Schleimhaut abzuschwellen. Eltern können die Behandlungsmaßnahmen wesentlich unterstützen, indem diese folgende Notfall-Tipps anwenden:

  • engen Kontakt zum Kind aufbauen, damit es ruhiger wird
  • dem Kind durch ruhiges Sprechen und besonnenes Handeln das Gefühl der Sicherheit vermitteln, denn Angst verstärkt die Atemnot
  • für feuchte Atemluft sorgen (frische Luft, feuchte Tücher aufhängen, Dusche laufen lassen, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen)
  • für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sorgen; am besten kühle Getränke anbieten
  • das Kind aufrecht sitzen lassen
  • Medikamentengabe zur Schleimhautabschwellung verordnen

 

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Sofern sich die Atemnot des Kindes nicht nach einer halben Stunde gelegt hat, sollte umgehend ein Arzt gerufen werden. Sobald das Kind in einer Klinik eingeliefert ist, können weitere Maßnahmen wie Inhalation und Infusion erfolgen. Unter sachgerechter häuslicher bzw. klinischer Behandlung klingt die bedrohliche kindliche Atemnot für gewöhnlich ohne bleibende Schäden ab.

Ursache des Pseudokrupps 

Die Erkrankung tritt meistens bei Erkältung als Virusinfektion auf, aber auch nach Einwirkung ätzender Dämpfe, bei Staub und nach starker Inanspruchnahme der Stimme. Die Verschmutzung der Luft, insbesondere das Rauchen in der Wohnung trägt höchstwahrscheinlich auch zum Ausbruch der Atemnot bei, deshalb sollte in Räumen, in denen sich Kinder aufhalten, grundsätzlich nicht geraucht werden. Die Schleimhautschwellung kann bei Kleinkindern zu einer kritischen Einengung des noch relativ engen Luftröhrenabschnitts unmittelbar unter dem Kehlkopf.

Vorbeugung 

Prinzipiell ist auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung des Kindes zu achten und darüber hinaus durch ausreichend Bewegung an der frischen Luft dazu beitragen, das Immunsystem des Kindes zu stärken. Bei Kindern, bei denen häufig Anfälle auftreten, sollten stets Notfallmedikamente in der Hausapotheke aufbewahrt werden. Mit einem Luftbefeuchter in der Wohnung kann für eine erhöhte Luftfeuchtigkeit gesorgt werden; die Heizung sollte nicht maximal hochgestellt sein. Darüber hinaus ist davon abzuraten, dass die Eltern in geschlossenen Räumen, in Anwesenheit des Kindes, rauchen.

Die Gesundheit des Kindes sollte in jedem Fall Vorrang haben!

 

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J. Ehresmann
Autor: J. Ehresmann

Die ausgebildete Operations-Technische Assistentin hat nach ihrer dreijährigen Ausbildung eine Weiterbildung zur Chirurgisch-Technischen Assistentin in der Allgemein- und Visceralchirurgie in Köln absolviert. Inzwischen blickt sie auf eine mehrjährige Erfahrung in der OP-Assistenz in diesem Fachgebiet zurück. Neben ihrer Tätigkeit im OP studiert Frau Ehresmann Humanmedizin in einem Modellstudiengang in Aachen.

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