Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) vorbeugen und behandeln

Kommentar schreiben Samstag, 17. März 2018
Eine Entzündung der Nasennebenhöhlen wird auch als Sinusitis bezeichnet und ist eine bakteriell oder viral bedingte Veränderung der Schleimhaut der Nasennebenhöhlen. Diese kann akut oder chronisch verlaufen. Eine schniefende Nase ist häufig, lästig und eigentlich ungefährlich, wenn sich die Entzündung der Nasenschleimhaut nicht auf den Kehlkopf und Luftröhre übergreift. Im folgenden Beitrag mehr über Ursachen, Symptome und Behandlung einer Nasennebenhöhlenentzündung und wie sich diese vorbeugen lässt.

Die Nase: Nicht nur ein Geruchsorgan

Mund, Nase und Schlund bezeichnet man auch als obere Atemwege. Ihre Bedeutung liegt in der Erwärmung und Befeuchtung der Atemluft. Das Gerüst der Nase ist teils knöchern, teils knorpelig und besteht außerdem aus Muskeln und einem Überzug von äußerer Haut. Der untere bewegliche Teil der Seitenwände sind die Nasenflügel, der Übergang zur Stirn wird als Nasenwurzel bezeichnet. Die Nasenlöcher gehen über die Nasenvorhöfe in die Nasenhöhlen über, welche durch eine Nasenscheidewand voneinander getrennt sind. Die Nasenhöhlen werden in einen vorderen und einen hinteren Teil unterteilt: Der vordere Teil der Nasenhöhle, der Vorhof, ist ausgekleidet mit äußerer Haut, Haaren und Talgdrüsen. Der hintere Teil der Nasenhöhle, welcher der eigentlichen Nasenhöhle entspricht, wird durch je drei übereinanderliegende Muscheln in mehrere Gänge unterteilt. Die Muscheln ragen von der Seitenwand in die Nasenlichtung hinein. Hier münden auch die Ausführungskanäle der Nasennebenhöhlen. Diese sind luftgefüllte Hohlräume im Schädelknochen und lassen sich in Stirnhöhlen, Kieferhöhlen, Siebbeinhöhlen und Keilbeinhöhlen unterteilen. Auch diese Hohlräume sind mit Schleimhaut ausgekleidet. Im unteren Nasengang endet auch der Tränenkanal. Die Nase ist ein Geruchsorgan: Im oberen Anteil der Nasenhöhle enthält die Schleimhaut Riechzellen. Beim Vorüberstreichen der Luft werden die Riechhärchen gereizt. Durch die Weiterleitung des Reizes zu den Nervenzellen führt es dann zur Geruchsempfindung. Die Nase ist aber nicht nur ein Geruchsorgan: Die Hauptaufgabe der Nase ist es, die eingeatmete Luft vorzuwärmen und anzufeuchten. Die Zellen in den Nasennebenhöhlen bilden ständig einen feinen Sekretfilm. In diesem Sekretfilm können sich beispielsweise eingeatmete Staubkörnchen und Schmutzteilchen verfangen, aber auch unerwünschte Krankheitserreger. Zu den Erkrankungen der Nasennebenhöhlen zählt unter anderem die Nasennebenhöhlenentzündung, im medizinischen Sprachgebrauch Sinusitis bezeichnet, welche nachfolgendend näher erläutert wird.

Fromen der Nasennebenhöhlenentzündung

Eine Nasennebenhöhlenentzündung ist eine bakterielle oder viral bedingte Veränderung der Schleimhaut der Nasennebenhöhlen, welche zwischen einer akuten und einer chronischen Form unterschieden wird. Jeder siebte Deutsche erkrankt einmal pro Jahr an einer Sinusitis.

Die Akute Sinusitis

Eine akute Sinusitis entsteht oftmals aus einem Schnupfen, auch Rhinitis genannt, wenn der Sekretabfluss aufgrund einer Schleimhautschwellung oder einer besonderen anatomischen Besonderheit aus den Nasennebenhöhlen behindert wird. Betroffen sind hier meist die Kieferhöhlen, seltener die Siebbein- und Stirnhöhlen und sehr selten die Keilbeinhöhlen. Man spricht von einer Pansinusitis, wenn alle Nasennebenhöhlen betroffen sind. Wenn die Entzündung der Nasenschleimhaut auf den Kehlkopf und die Luftröhre übergreift, kommt es auch zu Husten und Heiserkeit. Stirnkopfschmerzen sowie Wangenknochenschmerzen bestehen bei einer Nasennebenhöhlenentzündung. Eine Schwerhörigkeit und gegebenenfalls Ohrenschmerzen lassen sich auf die Ausbreitung der Entzündung ins Mittelohr schließen. Entstehung und Ursache: Entstehung und Ursache einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung ist in 20 bis 35% der Fälle eine bakterielle Infektion. Am häufigsten ist eine akute Nasennebenhöhlenentzündung viral bedingt und kann durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Andere Ursachen wie eine Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Stoffen (Allergie, zum Beispiel Heuschnupfen) ist auch möglich. Begünstigt werden kann die Erkrankung durch Unterkühlung. Solche Situationen sind bei längerem Sitzen oder Liegen im kühlen Raum bei ungenügender Bekleidung und auch nach Aufenthalt in überheizten Räumen oder bei mangelnder Gewöhnung an Temperaturschwankungen gegeben. Diese Umstände begünstigen eine Infektion mit den stets allgegenwärtigen Viren. Für eine bakterielle Sinusitis ist charakteristisch:
  • Symptomdauer länger als 7 Tage
  • einseitige Gesichtsschmerzen
  • einseitiger, eitriger nasaler Ausfluss
Für eine akute virale Sinusitis ist eine beidseitige Symptomatik charakteristisch. Nicht selten entwickelt sich aus der Virusinfektion mit wässriger Absonderung durch sekundäre Mischinfektion mit Bakterien ein eitriger Schnupfen. Symptome: Die Erkrankung geht meist einher mit folgenden Krankheitszeichen:
  • Brennen und Kitzelgefühl in Nase und Rachen mit Niesreiz
  • Schleimabsonderungen, die anfangs wässrig, später eitrig sind
  • Häufig auch Rötung der Rachenschleimhaut
  • Gliederschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Mattigkeit, Abgeschlagenheit
  • leichte Temperaturerhöhung bis Fieber
  • durch zunehmende Schwellung der Schleimhaut verschließen sich die Nasengänge, die Nasenatmung ist behindert; eine „gestopfte Nasenstimme“, Geschmacks- und Geruchsstörung sind die Folge
Behandlung: Ziel der Therapie ist in erster Linie die Entzündung zu reduzieren und gleichzeitig eine Wiederherstellung des natürlichen Schleimabflusses der Nasenhöhlen zu erreichen. Im Anfangsstadium lässt sich der volle Ausbruch der Erkrankung manchmal durch eine Schwitzkur abwenden: Man beginnt mit einem heißen Bad von 20 bis 30 Minuten Dauer. Außerdem soll sich auch ein hohes Angebot an Vitamin C bewähren. Ausreichend Schlaf gilt als die beste Medizin, weshalb man nach der Schwitzkur Bettruhe halten sollte. Durch erhöhte Flüssigkeitszufuhr kann eine Verflüssigung und verbesserte Ausscheidung des Nasenschleims erzielt werden. Auch Bestrahlungen des Gesichts mit Rotlicht (Infrarot-Behandlung mit Rotlichtlampe) sowie Inhalationen von Dämpfen mit Eukalyptus-, Menthol- oder Kamillenzusätzen wirken oft günstig. Wenn dazu kein spezieller Inhalationsapparat vorhanden ist, hält man das Gesicht über einen Topf mit der dampfenden Flüssigkeit und deckt Kopf und Gefäß mit einem Handtuch ab. Empfehlenswert ist auch die Einnahme eines Arzneimittels: Durch Schmerzlinderung, Hemmung der Entzündung und Senkung der Körpertemperatur wird das allgemeine Krankheitsgefühl vermindert. Eine spezifische Wirkung gegen die Erreger besteht allerdings nicht. Auch Nasentropfen zum Abschwellen der Schleimhäute und zur Schmerzlinderung sind außerdem besonders wichtig. Diese sollen aber nie länger als zehn Tage angewendet werden, damit die Nasenschleimhaut nicht beschädigt wird.

Die Chronische Sinusitis

Von einer chronischen Sinusitis ist die Rede, wenn diese mehr als zwei bis drei Monate andauert. Eine chronische Sinusitis geht häufig aus einer akuten Sinusitis, welche nicht ausreichend ausgeheilt wurde, oder aus einer subakuten Sinusitis hervor. Häufig betroffen sind hierbei Kieferhöhlen und Siebbeinzellen. Als eine weitere Verlaufsform der chronischen Sinusitis zählt auch die rezidivierende akute Sinusitis. Auch tritt eine chronische Sinusitis bei Polypen oder auch nach andauernden Schädigungen (Dämpfe, Hitze, Rauch, Staub und zu trockene Luft) auf. Auch kann eine entsprechende Veranlagung vorliegen. Symptome: Krankheitszeichen bei einer chronischen Sinusitis können sich unter anderem folgendermaßen äußern:
  • im Vordergrund steht die Behinderung der Nasenatmung durch starke Schwellung der Nasenmuscheln
  • bei Erwachsenen auch häufig Bildung von entzündlichen Polypen in den Nasennebenhöhlen
  • Sekretfluss in den Nasenrachen mit Räusperzwang (Post-nasal drip)
  • Chronischer Kopfschmerz
  • langanhaltender Geruchsverlust
  • chronischer, meist wässriger Schnupfen
  • dauerhafter, dumpfer Druck über den Nebenhöhlen
  • dauerhafter, dumpfer Druck hinter den Augen
Behandlung: Bei allen chronischen Nasenerkrankungen ist unbedingt ärztliche Behandlung erforderlich, damit die Schleimhäute nicht dauerhaft geschädigt werden. Spülungen der Nase und der Nebenhöhlen zum Beispiel mit Salbeikonzentrat oder auch Kamille können sinnvoll sein. Zeitlich begrenzt können auch abschwellende Nasentropfen die Zugänge, die durch Schwellung verlegt sind, öffnen. Vorsicht ist geboten bei längerem Gebrauch von abschwellenden Nasentropfen: ein Absetzen der Nasentropfen ist nach spätestens zehn Tagen erforderlich, sonst kann eine starke Verkürzung der Wirkzeit eintreten, sowie Schädigung der Schleimhaut als auch Abhängigkeit entstehen. Nach derzeitigem Stand ist die Indikation zu einer Operation nur dann sinnvoll, wenn durch eine medikamentöse Therapie mit Antibiotika keine ausreichende Linderung erzielt werden kann. Operatives Freimachen der Atemwege durch Entfernung der Polypen in den Nasenhöhlen der Erwachsenen und manchmal auch eines Teiles der Muscheln können das Befinden bessern. Gar nicht selten muss auch eine stärkere Verkrümmung der Nasenscheidewand begradigt werden.

Einer Nasennebenhöhlenentzündung vorbeugung

Eine Sinusitis kann mit folgenden Tipps unter Umständen verhindert werden. Allgemeine Empfehlungen sind:
  • Stärkung der Abwehrkräfte, beispielsweise durch regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, ausgewogene und vitaminreiche Ernährung, regelmäßige Saunabesuche, Wechselduschen
  • Nikotinkonsum einstellen: Raucher haben ein erhöhtes Risiko
  • in der kalten Jahreszeit sollte der Kopf mit einer Kopfbedeckung warmgehalten werden
  • bei bestehendem Erkältungsschnupfen richtig schnäuzen: Nase nur mit wenig Druck und nur einem Nasenloch schnäuzen, damit der bakterienhaltige Schleim nicht die Nasenhöhlen erreichen kann
J. Ehresmann
Autor: J. Ehresmann

Judith Ehresmann ist als gelernte Operationstechnische und Chirurgischtechnische Assistentin in einem Krankenhaus beschäftigt. Das Schreiben hat sich immer mehr als Gegengewicht zu ihrem Vollzeitberuf im Gesundheitswesen entwickelt. Vor allem auch als Ausdruck ihres medizinischen Interesses, mit dem Wunsch, dieses auf ihre Mitmenschen zu übertragen. Frau Ehresmann schreibt unter anderem für den Thieme Verlag und ist seit November 2014 auch als Autorin für apomio.de tätig.

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