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Laktoseintoleranz: Was passiert im Körper, was kann man dagegen tun?

Kommentar schreiben Montag, 03. März 2014

Bei vielen Menschen führt der Verzehr von Milchprodukten zu einem aufgeblähten und schmerzenden Bauch, Blähungen oder Übelkeit. Oftmals ist die Ursache eine Laktoseintoleranz (Milchzucker-Unverträglichkeit). Woher kommen die Symptome, was passiert dabei im Körper und was kann man dagegen unternehmen?

Wenn das Glas Milch oder das Stück Käse zur Tortur wird: Alleine 2012 wurden in Deutschland laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes des Bundes 2589 Fälle von Laktoseintoleranz stationär diagnostiziert. Den Betroffenen fehlt im Verdauungsapparat ein bestimmtes Enzym zur Spaltung des Zweifachzuckers – die Laktase.

Das Prinzip der Laktoseintoleranz

Laktose (Milchzucker) gehört zur Stoffgruppe der Kohlenhydrate und besteht aus den beiden zusammenhängenden Zuckern Glukose und Galaktose. Beide sind wichtige Energielieferanten des Körpers. Damit sie im Dünndarm aufgenommen und in den Blutkreislauf und letztlich zur Speicherung in die Leber gelangen können, muss die Laktose gespalten werden. Dafür ist die Laktase zuständig. Ist das Enzym gar nicht, oder in einer zu geringen Konzentration vorhanden, passiert der Milchzucker den Dünndarm, ohne in das System aufgenommen zu werden.

Im weiteren Verdauungsverlauf spalten Darmbakterien, die normalerweise nicht mit dem Milchzucker in Kontakt kommen, die Laktose auf und produzieren dabei Wasserstoff, Milchsäure und CO2. Durch die Gase kommt es zu folgenden Symptomen:
 

  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Blähbauch
  • Übelkeit
  • Durchfall

Welche Produkte enthalten Laktose?

Die meisten Milchprodukte enthalten Laktose. Von 100g Milchpulver ist etwa die Hälfte Milchzucker. Auch Milchschokolade, Speiseeis und viele Desserts, sowie Schmelzkäse und natürlich Kuhmilch enthalten relativ viel Laktose, so die Experten von Minus L in einer Statistik aus dem Jahr 2012. Lange gereifter Hartkäse hingegen enthält auf 100g nur 0,1g Milchzucker und kann daher ohne Beschwerden verzehrt werden. Auch Naschkatzen können aufatmen: Eine 100g Tafel Bitterschokolade enthalt nur 0,5g Laktose.

Wie wird Laktoseintoleranz diagnostiziert?

Wenn Sie den Verdacht haben, an einer Laktose Unverträglichkeit zu leiden, können Sie in einem Zeitraum von ein bis zwei Wochen auf Milchprodukte verzichten. Gehen die Beschwerden zurück, ist eine Intoleranz wahrscheinlich. Ein Arzt kann mit einfachen Tests Klarheit verschaffen, denn Laktoseintoleranz und Michallergie haben ähnliche Symptome, aber unterschiedliche Ursachen. Bei einer Allergie reicht meist eine kleine Menge aus, um eine Reaktion hervor zu rufen. Der Körper reagiert auf bestimmte Inhaltsstoffe der Milch.

In Apotheken gibt es frei erhältliche Arzneimittel bei Laktoseintoleranz, mit denen die fehlende Laktase zugeführt werden kann. Durch die Einnahme ist die Verdauung laktosehaltiger Kost möglich.

Entwicklung der Laktoseintoleranz | Create Infographics
Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Von Juli 2014 bis März 2018 arbeitete Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion bei apomio.de und unterstützt das Team nun als freie Autorin. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation.

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