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Raucherbein: Meist Arterienverengung im Beckenbereich
Etwa 90% aller PAVK-Fälle treten in den Beinen auf (daher die Bezeichnung Raucherbein). Die Arme sind deutlich seltener betroffen. Jeder dritte Patient leidet unter der Gefäßverengung im Bereich des Beckens. 50% der Fälle betreffen die Oberschenkelarterien und etwa 15% der Betroffenen leiden unter einem Gefäßverschluss in den Unterschenkeln. Lediglich bei etwa jedem zehnten PAVK-Patienten sind die oberen Gliedmaßen betroffen. Die periphere arterielle Verschlusskrankheit tritt meist einseitig auf, nur sehr selten sind beide Körperseiten betroffen. Das Rauchen ist die häufigste Ursache für das Raucherbein. Doch auch Personen, die an einer anderen Grunderkrankung wie Diabetes mellitus, einer Fettstoffwechselstörung oder Bluthochdruck leiden sind gefährdet. Vor allem Männer sind von der Verschlusskrankheit betroffen, mit zunehmendem Alter steigt das Risiko an. In Deutschland sind rund 4,5 Millionen Fälle bekannt, die Dunkelziffer ist vermutlich höher, da das Raucherbein erst in einem fortgeschrittenen Stadium Symptome bereitet und diagnostiziert wird.
PAVK-Symptome: Schmerzen und Taubheit im Bein
Der Gefäßverschluss in den Extremitäten äußert sich meist durch Schmerzen in den Gliedmaßen. Ist das Bein betroffen macht sich das erstmals durch stechende Schmerzen während der Belastung bemerkbar. Das Gehen längerer Strecken ist nicht mehr schmerzfrei möglich. Immer wieder müssen Pausen eingelegt werden, daher kommt der Name „Schaufensterkrankheit“. Der Betroffen bleibt stehen wie bei einem Schaufensterbummel. Schreitet die Erkrankung weiter fort, kommt es auch ohne Belastung zu Schmerzen. Der Patient wacht etwa nachts aufgrund der krampfartigen oder peitschenhieb-ähnlichen Beschwerden auf. Auch im Sitzen bereitet das Raucherbein dann Beschwerden. Letzten Endes kommt es zu Geschwüren und schlecht heilenden Entzündungen am betroffenen Bein. Die Wunden heilen durch die schlechte Blutversorgung nicht mehr aus.
Arterielle Verschlusskrankheit: Einteilung in Stadien
Das Problem: In der ersten Phase der Gefäßverengung liegen noch keine Symptome vor (Stadium 1) Erst wenn es zu Schmerzen bei einer längeren Gehstrecke kommt (>200 Meter) wird ein Arzt aufgesucht (Stadium 2a). Liegt die schmerzfrei zu bewältigende Strecke unter 200 Metern spricht man von Stadium 2b. Treten die Schmerzen in Ruhe auf handelt es sich um Stadium 3. Und kommt es zu Geschwüren und stirbt das Gewebe ab ist das Stadium 4 Ab Stadium 3 sind die Betroffenen in ihrem Alltag stark eingeschränkt. Körperliche Belastung wird meist gemieden und die Personen werden inaktiver. Ab diesem Stadium besteht die Gefahr, dass das Gewebe des Beines abstirbt und eine Amputation droht.
Die Diagnose Raucherbein
Bei stechenden Schmerzen in den Armen oder Beinen sollten sie einen Arzt aufsuchen. Der Hausarzt oder ein Internist sind die richtigen Ansprechpartner. Mittels Anamnese und körperlicher Untersuchung kann bereits der Verdacht auf periphere arterielle Verschlusskrankheit gestellt werden. Liegt bereits eine deutliche Verengung des Gefäßes vor, fallen dem Arzt die veränderte Hautfarbe und die niedrigere Körpertemperatur im betroffenen Bein auf. Außerdem tastet er den Puls an Becken, Oberschenkeln, Kniekehle, Knöchel und Fuß ab. Ist kein Puls fühlbar, ist ein teilweiser Gefäßverschluss wahrscheinlich. Mit dem Stethoskop wird er anschließend die Arterie abhören und kann durch die Geräusche des Blutstromes eventuell die verengte Stelle ausmachen. Bildgebende Verfahren wie ein Ultraschall oder eine Röntgenaufnahme mit Kontrastmittel geben weiteren Aufschluss über die Lokalisation der Gefäßverengung.
Behandlung PAVK: Gefäß muss wiedereröffnet werden
Wird die verengte Stelle gefunden muss sofort die Behandlung beginnen. Welche Behandlung geeignet ist, hängt vom Ort und dem Stadium des Verschlusses ab. Ist die Erkrankung noch im Anfangsstadium, können Medikamente verabreicht werden, die die Ablagerungen auflösen und die Blutgerinnung verhindern sollen. Ist das Gefäß bereits deutlich verengt kann die Ablagerung mittels eines Katheters abgeschabt werden. Eventuell ist es sinnvoll hier einen Ballon einzuführen, der die Arterien an der Stelle weitet. Mittels eines Drahtgestells (Stent) kann das Gefäß stabilisiert werden. In schweren Fällen, sowie akuten Verschlüssen kann eine Operation notwendig werden. Hier wird die verschlossene Stelle mit einer Arterie (aus dem anderen Bein entnommen) oder einem Implantat umgangen (Bypass). Ist das Gewebe nach dem Verschluss bereits zu stark geschädigt, kann eine Amputation notwendig sein.
Vorbeugung und Therapie: gesunder Lebensstil und Bewegung
Wird die periphere arterielle Verschlusskrankheit bei einem Routinecheck frühzeitig erkannt, kann mit einer Veränderung des Lebensstils der Erkrankung entgegengewirkt werden. Raucher sollten sich ihr Laster abgewöhnen. Eine ausgewogene Ernährung (viel Obst und Gemüse, wenig Fleisch und Fett) trägt dazu bei die Blutfettwerte zu normalisieren und das Risiko für Ablagerungen in den Blutgefäßen wird geringer. Regelmäßige Bewegung sorgt bei einem angehenden Raucherbein dafür, dass der Körper „Umleitungen“ um die verengte Stelle des Gefäßes bildet. Dazu reicht täglich ein dreißigminütiger Spaziergang aus. So kann der Verschluss zum Teil kompensiert werden und die PAVK schreitet nicht weiter fort. Wie gut eine Behandlung anschlägt hängt davon ab, wie konsequent der Lebensstil geändert wird. Der wichtigste Schritt ist die Tabakentwöhnung. Wir haben Mythen über den Rauchstopp zusammengefasst.