Aphthen: Schleimhautschäden im Mund

Kommentar schreiben Donnerstag, 18. Januar 2018
Jede gründliche ärztliche Untersuchung schließt eine sorgfältige Besichtigung der Mundhöhle mit ein. Nicht ohne Grund! Neben den nur die Mundhöhle betreffenden Erkrankungen gehen auch viele andere Gesundheitsstörungen mit Veränderungen der Zunge, der Wangen- und Gaumenschleimhaut sowie des Rachens einher. Im folgenden Beitrag erfährt man mehr über schmerzhafte Stellen, die meist im Mund zu finden sind - die Rede ist von Aphthen.

Definition: Was sind Aphthen?

Aphthen sind runde bis ovale, weißlich gefärbte und rot umrandete Stellen, die auf der Zunge sowie an den Innenseiten von Wangen und Lippen meist gruppenweise auftreten und stark schmerzhaft sind. Es handelt sich um eine Schädigung der Schleimhaut, die oberflächlich ist und meist im Mund in Erscheinung treten, umgangssprachlich werden Aphthen daher auch als Mundgeschwür bezeichnet, aber auch in der Genitalschleimhaut können diese entstehen. Der Durchmesser einer Aphthe übersteigt in der Regel nicht der Größe einer Linse, nur in Einzelfällen sind Größen von bis zu 3 Zentimetern möglich. Ist das Auftreten von Aphthen kein Einzelfall, sondern ein immer wiederkehrendes Erscheinen, sprechen Mediziner von habituellen oder chronisch rezidivierenden Aphthen. Besonders betroffen sind hierbei Frauen. Eine solitäre Aphthe liegt vor, wenn nur eine einzelne Aphthe entstanden ist oder wenn nur wenige Aphthen vorhanden sind, die nicht wiederkehren.

Wie lassen sich Aphthen erkennen?

Apthen erkennt man meist an runden bis ovalen Stellen im Bereich der Mundhöhle, welche bei Berührung als stark schmerzhaft empfunden werden. Erste Krankheitszeichen einer Aphthe sind sowohl Missempfindungen an der betroffenen Stelle als auch Brennen oder Spannen. 24 Stunden später kommt es zu Rötungen und der Entwicklung eines flachen Schleimhautdefektes mit einem gelben bis grauweißen Belag bestehend aus Fibrin, einem faserigen Eiweiß, welches bei der Blutgerinnung entsteht. Häufig ist die Aphthe umgeben von einem rötlich entzündlichen Hof. Aphthen in der Mundhöhle können vorkommen
  • auf der Schleimhaut der Mundhöhle
  • auf der Zunge, insbesondere am Zungenrand
  • auf dem Weichteilgewebe des Gaumens
  • auf dem Zahnfleisch
In seltenen Fällen können Aphthen auch im Genitalbereich vorkommen.

Ursache: Warum entstehen Aphthen?

Bei der Entstehung von nicht wiederkehrenden Aphthen liegt meist eine Infektion zugrunde, die bei verminderter Immunkraft oder bei starker Stressbelastung ausbrechen kann. Zu beobachten ist, dass die Betroffenen ansonsten meist gesund sind und keine konkrete Ursache für die Aphthen zu erkennen ist, weswegen in den meisten Fällen ungeklärt bleibt, warum die schmerzhaften Schleimhautschäden im Mund entstehen. Sogenannte Mundgeschwüre können aber auch durch Tuberkulose, Syphilis, Leukämie und allergischen Reaktionen hervorgerufen werden. Außerdem diskutiert werden weitere Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Aphthen erhöhen können. Diese sind unter anderem:
  • Eisenmangel
  • Mangel an Folsäure
  • Mangel an Vitamin B12
  • Mangel an Zink
  • Empfindlichkeit gegen bestimmte Nahrungsmittel, zum Beispiel Nüsse oder Tomaten
  • genetische Faktoren: Habituelle Aphthen kommen familiär gehäuft vor
  • ein schwankender Hormonhaushalt, beispielsweise im Rahmen des Menstruationszykluses
  • psychische Belastungen
  • kleine mechanische Verletzungen im Mund
Auch Viren und Bakterien könnten für die Entstehung von Aphthen infrage kommen, allerdings ist dies noch nicht belegt worden.

Behandlung: Wie lassen sich Aphthen behandeln?

Die Behandlung von Aphthen besteht in erster Linie im Ausschalten der zugrunde liegenden Ursache. Besteht beispielsweise der Verdacht, dass bestimmte Nahrungsmittel wie zum Beispiel Nüsse oder Tomaten für die Entstehung von Aphthen verantwortlich sind, sollten diese in Zukunft nach Möglichkeit gemieden werden. Weiterhin sind Mundspülungen mit Salbei- oder Kamillentee, Myrrhentinktur (etwa 20 Tropfen auf ein Glas Wasser) oder Wasserstoffperoxid (ein Teelöffel dreiprozentiger Lösung auf ein Glas Wasser) ratsam. Bei starken Schmerzen ist auch das Lutschen von schmerzstillenden Bonbons (Anästhesiebonbons) empfehlenswert. Bei längerer Dauer oder häufiger Wiederkehr von besonders großen Aphthen ist eine ärztliche Behandlung unbedingt erforderlich, um eine andere Erkrankung auszuschließen. Die meisten Aphthen heilen allerdings innerhalb weniger Tage bis zwei Wochen von alleine wieder ab. Auch bei wiederkehrenden kleinen Aphthen kommt es zu einer Heilung ohne Narbenbildung während tieferliegende große Aphthen eine längere Heilungszeit beinhalten und Narben zurück bleiben können.

Typische Aphthen-Hausmittel

Für jedes Unheil ist ein Kraut gewachsen, sagt man. Es gibt wirksame Hausmittel, die bei lästigen Aphthen im Mund helfen können. Zu einem typischen Aphthen-Hausmittel zählt die Kamillentinktur, welche in der Apotheke oder in einer Drogerie erhältlich ist. Die regelmäßige mehr als einmal am Tag durchzuführende Mundspülung mit der Kamillentinktur desinfiziert nicht nur den gesamten Mundraum, sondern kann auch die Schmerzen lindern und die Aphthen nach wenigen Tagen abklingen lassen. Ein weiteres alt bewährtes Hausmittel gegen Aphthen ist der Grüne Tee, welcher sehr viele positive Eigenschaften besitzt. Da der Tee nicht fermentiert ist, sind alle wertvolle Inhaltsstoffe enthalten, wie unter anderem Catechine, die eine antioxidative Wirkung haben, was man sich bei der Behandlung von Aphthen zunutze macht. Auch Teebaumöl kann Linderung verschaffen: Mit einem in Teebaumöl getunktes Wattestäbchen kurz auf die betroffene Stelle leicht betupfen. Bei der Anwendung von Teebaumöl in der Mundhöhle ist Vorsicht geboten, da viel Teebaumöl auch zu Verätzungen führen kann, weshalb man die Aphthe nur leicht betupfen sollte. Auch Backpulver soll entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken: Sie können mit einem Wattestäbchen, welches sich vorher angefeuchtet haben, mehrmals täglich Backpulver auf die entzündliche Stelle tupfen. Wissenschaftlich bewiesen, dass es gegen Entzündungen wirkt und die Wundheilung fördert ist das bekannteste Naturheilmittel aus dem Küchenschrank, nämlich Honig. Vorsichtig auf die Aphthe auftragen, um diese schneller abheilen zu lassen.

Lassen sich Aphthen vorbeugen?

Eine prophylaktische Maßnahme bei Aphthen ist nur begrenzt möglich, da die Ursachen für die Entstehung von Aphthen weitestgehend noch unbekannt sind. Es empfiehlt sich ein starkes Immunsystem zu haben, denn je stärker das Immunsystem, desto mehr ist der Organismus gegenüber Infektionen und Entzündungen gewappnet und kann sich in diesem Fall auch vor den sogenannten Mundgeschwüren schützen. Auch eine gestörte Darmflora kann zu einem geschwächten Immunsystem und folglich dazu führen, dass Aphthen entstehen. Der Aufbau einer gesunden Darmflora sollte angestrebt werden, indem man Probiotika verzehrt, auch herkömmlicher Naturjoghurt anstelle von teuren speziellen Milchprodukten aus der Werbung sind hier völlig ausreichend. Es ist ratsam, sich ausgewogen und gesund zu ernähren und ausreichend zu schlafen, regelmäßig Sport zu treiben und dem Körper auch Ruhephasen und Entspannung gönnen. Möglicherweise lassen sich dann auch die Risiken für die Entstehung von Aphthen minimieren.
J. Ehresmann
Autor: J. Ehresmann

Judith Ehresmann ist als gelernte Operationstechnische und Chirurgischtechnische Assistentin in einem Krankenhaus beschäftigt. Das Schreiben hat sich immer mehr als Gegengewicht zu ihrem Vollzeitberuf im Gesundheitswesen entwickelt. Vor allem auch als Ausdruck ihres medizinischen Interesses, mit dem Wunsch, dieses auf ihre Mitmenschen zu übertragen. Frau Ehresmann schreibt unter anderem für den Thieme Verlag und ist seit November 2014 auch als Autorin für apomio.de tätig.

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