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Alles was Sie über Heilerde und Bentonit wissen müssen

2 Kommentare Aktualisiert am 08. Mai 2019

Detox ist in aller Munde. Möglichkeiten zur Entgiftung gibt es viele. Bekannt und bewährt ist Heilerde. Sie kann innerlich und äußerlich angewendet werden. Noch nicht so geläufig ist eine andere mineralische Erde: Bentonit. Auch sie kann eingenommen oder als Maske für Gesicht und Kopfhaut verwendet werden. Warum und wie häufig muss unser Körper entgiftet werden? Für wen ist Entgiftung besonders wichtig? Welche schädlichen Stoffe binden die Mineralerden? Was ist ihr Unterschied? Wie werden sie innerlich und äußerlich angewendet?

 

Inhaltsverzeichnis:

 

Wie entgiftet unser Körper? 

Toxine aus der Nahrung gelangen über den Darm aus dem Körper. Schadstoffe im Blut werden zu den Nieren und zur Leber befördert. Die Nieren filtern das Blut und scheiden die wasserlöslichen Abfallprodukte und Giftstoffe aus. Die Leber wandelt giftige Substanzen in weniger schädliche Stoffe um, die über Darm und Nieren den Körper verlassen. Auch die Lymphe transportiert Toxine zu den Ausscheidungsorganen. Über die Lunge werden Giftstoffe ausgeatmet. Zuletzt entsorgt unser größtes Organ, die Haut, Abfallstoffe und Gifte über den Schweiß nach außen.

Warum brauchen wir zusätzlich eine Entgiftung? 

Die Entgiftungsfunktionen unseres Körpers sind ausgeklügelt, aber nicht endlos. Irgendwann sind die Kapazitäten erschöpft. Dazu nehmen wir zu viele Toxine aus der Nahrung und Luft, durch Medikamente, Umwelt- und Genussgifte auf. Die Giftstoffe, die nicht ausgeschieden werden können, lagern sich im Gewebe im ganzen Körper ab. Sie vermindern seine Funktionsfähigkeit, schwächen das Immunsystem, schädigen die Leber und tragen zur Entstehung chronischer Erkrankungen bei.

Wer sollte vor allem entgiften? 

Wer durch’s Leben rast, zu viel Stress hat und hastig sein Fastfood verschlingt, braucht auf jeden Fall eine Entgiftung. Auch Menschen, die am Arbeitsplatz hohen Giftmengen ausgesetzt sind oder die starke Raucher, Kaffeetrinker oder dem Alkohol zugeneigt sind, sollten regelmäßig entgiften. Für chronisch Erkrankte bewirken entgiftende Maßnahmen einen wichtigen Impuls im Heilungsprozess. Wer oft müde und unkonzentriert ist, häufig Kopfschmerzen oder eine schwache Abwehrkraft hat, kann durch die Ausleitung von Gift- und Schadstoffen eine Verbesserung der Beschwerden bewirken. Außerdem empfiehlt sich eine Entgiftung bei Kinderwunsch.

Wie oft sollte entgiftet werden? 

Sie können nach Phasen ungesunder Lebensführung oder der Einnahme von Medikamenten eine Entgiftungskur von 4-6 Wochen machen.

 

Rezept: 3-mal täglich 1 Esslöffel Mineralerde in Wasser. Alternativ können Sie täglich 1 Esslöffel Mineralerde zur Dauerentgiftung einnehmen. Zur Unterstützung können die Mineralerden gleichzeitig äußerlich angewendet werden.

 

Was ist Heilerde? 

Heilerde ist Löss (Ablagerung im Boden). Er ist aus der Zerstörung von Gesteinen in der Eiszeit entstanden und hat sich als Staub abgelagert. Heilerde besteht aus Kalkspat, Feldspat, Dolomit und Silikaten. Daneben enthält sie Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium, Kalium und Natrium sowie Spurenelemente wie Selen, Zink, Eisen, Chrom und Kupfer. Heilerde wird für den therapeutischen Gebrauch feinst vermahlen. Diese Kleinstteilchen vergrößern die Oberfläche des Minerals immens. Das erhöht das Quellvermögen und die Bindekapazität für Schadstoffe.

Woraus besteht Bentonit? 

Bentonit ist eine Tonmineralerde. Sie besteht ähnlich wie Heilerde aus Feldspat, außerdem aus Glimmer oder Quarz. Ihr wichtigster Bestandteil ist das Schichtsilikat Montmorillonit. Es gibt Bentonit seine außergewöhnlich große Oberfläche, sein hohes Quellvermögen und seine Aufnahmefähigkeit für Schadstoffe. Bentonit entsteht aus der Verwitterung vulkanischer Asche.

Wie unterscheiden sich die beiden Mineralerden? 

Heilerde enthält mehr Mineralien und Spurenelemente. Sie hat eine antibakterielle Wirkung. Bentonit hat die größere Oberfläche und kann bis zu das Fünffache seines Eigengewichts an Substanzen binden. Außerdem ist die Oberfläche von Bentonit negativ geladen. Dadurch zieht es besser die positiv geladenen Schwermetalle an und kann sie stärker an sich binden. Bentonit bindet auch Schimmelpilze (Aflatoxine), die sich schädlich auf die Leber auswirken. Ansonsten sind Heilerde und Bentonit in ihrer Entgiftungsfunktion sehr ähnlich.

 

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Welche schädlichen Stoffe binden sie? 

Umweltgifte, Wohngifte, Genussgifte, Schwermetalle, Bakterientoxine und Stoffwechselabfallprodukte können von den Mineralerden aufgenommen und über den Darm ausgeschieden werden. Außerdem binden sie Säuren und eignen sich als natürliche Antazida. Man entgiftet und entsäuert in einem. Aufgrund ihrer Quellfähigkeit werden sie auch gegen Durchfall eingesetzt. Hier binden sie die Bakteriengifte und das überschüssige Wasser. Bei der äußeren Anwendung nehmen sie Talg und Schadstoffe auf.

Wie werden sie äußerlich angewendet? 

  • Heilerde/Bentonit-Gesichtsmaske: Die Mineralerde mit etwas Wasser mischen und verrühren, bis sie eine pastenartige Konsistenz hat. Dann auf die gereinigte Haut auftragen. Augenregion aussparen. Die Maske so lange darauf lassen, bis sie vollständig getrocknet ist. Danach vorsichtig trocken abrubbeln, wenn Sie zusätzlich einen Peeling-Effekt wünschen. Ansonsten mit warmem Wasser abwaschen. Besonders geeignet für fettige, unreine Haut. Hier ist Heilerde wegen ihrer antibakteriellen Wirkung empfehlenswert. Bei trockener Haut können Sie einen Teelöffel Honig, Jojoba- oder Mandelöl dem Mineralerde-Wasser-Gemisch hinzufügen. Nicht bei Couperose (anlagebedingte Gefäßerweiterung) anwenden.
  • Heilerde/Bentonit-Haarpackung: Die entgiftende und durchblutungsfördernde Wirkung können Sie auch Ihren Haaren zugutekommen lassen. Dem Haarboden werden Säure und Giftstoffe entzogen. Das regt das Haarwachstum an und stärkt das Haar. Dazu stellen Sie dieselbe Mischung aus Erde und Wasser wie für die Gesichtsmaske her. Sie wird auf den Haarboden aufgetragen und einmassiert. Dann 20 Minuten einwirken lassen und mit warmem Wasser auswaschen. Auch ratsam bei Haarausfall.
  • Heilerde/Bentonit-Körperpackungen: Auch Cellulite kann durch beide Mineralerden positiv beeinflusst werden. Legen Sie dazu eine Mineralerde-Wasser-Paste auf die betroffenen Stellen auf und lassen sie wirken, bis sie trocken ist. Abrubbeln oder mit warmem Wasser abwaschen.

Wie kann man Heilerde und Bentonit innerlich anwenden? 

Geben Sie einen Esslöffel Heilerde oder Bentonit in ein Glas Wasser. Umrühren, kurz warten, bis es etwas aufgequollen ist, und dann trinken. Bentonit hat das größere Bindevermögen. Wenn Sie trotzdem ein besseres Gefühl zu Heilerde haben: Sie ist in verschiedenen Arten von ultrafein über magenfein, mikrofein bis hin zu imutox speziell zum Entgiften erhältlich. Auf der Packung ist erkenntlich gemacht, ob sich die Heilerde zur inneren oder nur zur äußeren Anwendung eignet. Wem der Geschmack von Löss und Wasser nicht behagt, der kann auch zu Heilerde- oder Bentonit-Kapseln greifen.

 

Ganz wichtig: während der Einnahme von Mineralerde immer genug Wasser trinken! Sonst kann es im Extremfall zu einem Darmverschluss kommen, der allerdings durch ausreichend Flüssigkeit wieder aufgelöst werden kann.

 

Worauf müssen Sie bei der gleichzeitigen Einnahme von Medikamenten achten? 

Heilerde und Bentonit binden nicht nur Schadstoffe. Sie können auch Wirkstoffe von Medikamenten adsorbieren. Deshalb sollten Medikamente im Abstand von mindestens 3 Stunden eingenommen werden. Dasselbe gilt für die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln.

 

Bildnachweis:
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Beate Helm
Autor: Beate Helm

Beate Helm, Heilpraktikerin, freie Redakteurin und Autorin für Gesundheitsthemen und Persönlichkeitsentwicklung. Selfpublisherin. Weiterbildungen in Ernährungswissenschaft, Homöopathie, Pflanzenheilkunde, Ayurveda, psychologischer Beratung und systemischer Therapie. Langjährige Erfahrung in Yoga und Meditation. Bei apomio seit 04/2015.

2 Kommentare

Schmalfuß Peter – Donnerstag, 07. März 2019
Hallo Beate, Heilende ist wirklich super! Leute, die Probleme mit der Verdauung durch eine Gallen-OP haben sollten sich meine Antwort unbedingt durchlesen! Ich bin 48 Jahre, sportlich und ernähre mich gesund und ausgewogen. Es darf auch mal Fastfood oder auch ein Bierchen sein. Mir wurde in 11.2017 die Gallenblase entnommen da Kollig durch Steine, vermutlich durch Stress und auch erblich bedingt. Ich hätte vorher sehr oft Probleme mit der Verdauung (Durchfall), da meine Galle vermutlich schon nicht mehr richtig funktioniert hat. Nach der OP dachte ich, jetzt wird alles gut. Pustekuchen!!! Ich hatte wieder Durchfall ohne Ende. Das Ganze über Monate. Vom Hausarzt zum Gastro usw.! Diagnose: Alles ok! Der Gastro verschrieb mir Coestyramin Rathiopharm, ein Produkt, welches die Gallensalze binden würde. Morgens und abends ein Tütchen angerührt und getrunken ( schmeckte wie Quench von früher). Der Durchfall war weg bzw. mitnichten selten vorhanden. Ich dachte: Super, nimmst Du das Zeug ein und fertig. Was ich nicht wusste und auch im Netz nicht beschrieben wird bzw. auch nicht in der Packungsbeilage steht ist, dass bei mir massive Krämpfe im ganzen Körper einsetzten.Beine, Arme, vor Allem Hände und beim gähnen im Unterkiefer. Ich suchte erneut meinen Hausarzt auf. Blutuntersuchung und den ganzen Zinober. Ergebnis: massiver Vitamin D und Calcium-Mangel. Kalium, Magnesium, Eisen und alles Andere waren auch im unteren Niveau. Ich ging zum Neurologen um andere Krankheiten auszuschließen. Der faselte irgendwas von einem angeborenen Muskelsyndrom?! Ich habe mir einen Termin im Muskelzentrum in Essen besorgt und war auch mental ziemlich zerstört. Ich dachte: Jetzt wirst du alt, krank und was weiß ich nicht Alles. War also echt fertig! Durch Zufall las ich auf irgendeiner Seite im Netz von einem Mann, der auch Heilerde nach einer Gallen-OP einnahm und damit sehr gut zurecht kam. Ich dachte, das probiere ich zumindest aus!! Ich besorgte mir Luvos Heilerde Granulat aus dem DM und setzte das Medikament ab. Morgens und abends ca. 30min. vor dem Essen ein Tütchen mit einem Glas Wasser rein. Danach konnte ich fast gar nicht mehr zum Klo und hatte Verstopfung. Ich war aber glücklich meinen Durchfall losgeworden zu sein, da ich auch im Außendienst arbeite und es immer der Horror war wenn ich z. B. im Stau stand. Wie durch ein Wunder verschwanden meine Krämpfe nach ca. drei Monaten der Einnahme der Heilerde. Ich konnte sogar den Termin im Muskelzentrum absagen. Ich nehme zur Zeit morgens und abends ein halbes Tütchen Luvos Heilerde Granulat und bin wieder richtig fit. Ich kann alles essen, auch mal Pommes Currywurst mit Mayo! Das einzige, was ich überhaupt nicht vertrage ist Alkohol, da hauts mir am nächsten Morgen die Darmzotten raus. Soll ja auch mal gut sein, so eine Darmspülung ;-) Ich kann nur allen Betroffenen dazu raten, Heilerde auszuprobieren!!! Auch wenn sich die ersten Tage der Durchfall etwas verschlimmert! Habt etwas Geduld und hört auf Euren Bauch, vielleicht hilft es. Euch da draußen alles Gute!!!!!
Jens Ischebeck – Dienstag, 16. Oktober 2018
Vielen Dank, Beate, für diesen tollen Artikel! Sehr gut lesbar und ausführlich geschrieben! Ich selber setze Heilerde inzwischen regelmäßig gegen mein Völlegefühl und gegen Blähungen ein. Die Erde hilft richtig gut, ich bin damit sehr zufrieden!

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