Anämie: Zu wenig Blut im Umlauf Freitag, 18. August 2017

Blutarmut (Anämie) | apomio-Gesundheitsblog © chanawit – Fotolia.com

Blässe der Haut, Kraftlosigkeit und Müdigkeit – die Symptome einer Anämie sind weitestgehend bekannt. Doch die Ursachen für die Blutarmut könnten vielfältiger kaum sein. Erfahren Sie hier, welche Aufgaben die roten Blutkörperchen übernehmen und wie es zu dem gefährlichen Mangel kommen kann. 

Blutarmut – ein simpel klingendes Krankheitsbild das doch sehr vielfältige Ursachen haben kann. Aus medizinischer Sicht führt meist ein Mangel an Hämoglobin zu einer Anämie. Das Hämoglobin ist der Farbstoff, der das Blut rot färbt und den Sauerstoff von den Lungen in das Gewebe transportiert. Er ist der Hauptbestandteil der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Ein Hämoglobin Molekül kann dabei vier Sauerstoffmoleküle „aufladen“ und über die Blutbahn verteilen. Im Gewebe nimmt das Eiweiß dann im Austausch für den Sauerstoff das Stoffwechselendprodukt CO2 auf und bringt das Gas zurück zur Lunge – es wird abgeatmet.

Die Erythrozyten sind allerdings nur einer der festen Bestandteile des menschlichen Blutes. Mit den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und den Zellen der Blutgerinnung (Thrombozyten) machen diese Feststoffe etwa 45 Prozent des Blutes aus. Der Rest besteht aus Plasma.

Anämie: 1. Störung der Blutbildung

Es gibt zahlreiche Gründe, warum es zu einem Mangel an Erythrozyten oder Hämoglobin kommen kann. Eine Störung im Prozess der Blutbildung ist eine mögliche Ursache

Die Blutbestandteile werden im Knochenmark gebildet. Nach einer Reifephase von mehreren Tagen gehen die Blutkörperchen in den Kreislauf über und vollrichten ihre Arbeit. Ein genetischer Defekt, ein Tumor im Knochenmark oder Leukämie (Blutkrebs) können zu einer Störung der Blutbildung führen. Dadurch wäre die Anämie kein eigenständiges Krankheitsbild sondern ein Symptom einer anderen Grunderkrankung.

Auch ein Mangel an Vitaminen und Spurenelementen kann zu einer Blutarmut führen. Steht dem Körper etwa nicht genug Eisen zur Bildung von Hämoglobin zur Verfügung, kann es zu einem Mangel an Blutkörperchen kommen. Man spricht dann von der sogenannten Eisenmangelanämie, der häufigsten Form der Blutarmut. Auch starke Blutungen in Folge einer Geburt, einer Operation, eines Unfalls oder während der Menstruation können eine Eisenmangelanämie verursachen. Die Eisenvorräte reichen dann nicht aus, um den Blutverlust zu kompensieren. Auch stetig blutende Magen- oder Darmgeschwüre können die Blutarmut verursachen.

Auch ein Mangel an Folsäure oder Vitamin B12 können die Anämie verursachen. Folsäure ist ein wichtiger Stoffwechselbestandteil und trägt zur Blutbildung bei. Ein Mangel ist meist auf eine unausgewogene oder einseitige Ernährung zurückzuführen. Auch ein gesteigerter Alkoholkonsum kann zu einem Folsäuremangel führen. Vitamin B12 verstoffwechselt die aufgenommene Folsäure und wird aus der Nahrung über die Magen- und Darmschleimhaut aufgenommen. Eine Störung in der Magen-/Darmflora kann zu einem Mangel des Vitamins führen. Entzündungen im Verdauungstrakt können somit auch eine Blutarmut verursachen.

Die Perniziöse Anämie ist eine spezielle Form des Vitamin B12 Mangels. Hierbei wenden sich körpereigene Immunzellen gegen die Magenschleimhaut und zerstören dort Zellen. Durch diese Zerstörung wird ein bestimmter Stoff, der sogenannte Instrinct Factor, nicht ausreichend gebildet. Er ist für die Aufnahme des Vitamin B12 in der Organismus aber elementar. So kommt es zu einer Mangelerscheinung, obwohl genug des Vitamins durch die Nahrung aufgenommen wurde.

Eine Renale-Anämie liegt vor, wenn die Nieren zu wenig Erythropoetin bildet. Das ist ein Hormon, das die Blutbildung im Knochenmark anregt. Durch Schädigungen der Nieren und chronische Erkrankungen kann ein Mangel des Hormons zu einer Anämie führen.

Entzündungen sind vor allem bei älteren Menschen immer wieder die Ursache für eine Blutarmut. Durch Viruserkrankungen, bakterielle Infekte oder Chemotherapie werden das Immunsystem und die Blutbildung zu stark beansprucht und es kann zu einer Blutarmut kommen.

Thalassämie ist die Bezeichnung für einen genetischen Defekt, der dazu führt, dass bestimmte Moleküle des Hämoglobins nicht richtig gebildet werden können. Die Erythrozyten haben dadurch nicht nur eine andere Form, sondern auch eine kürzere Lebensdauer. Statt mehrere Wochen werden sie frühzeitig von der Milz als fehlerhaft aussortiert und vernichtet.

Sichelzellenanämie: Auch hierbei handelt es sich um einen genetischen Defekt, der zu einer Veränderung der roten Blutkörperchen führt. Sie haben eine sichelähnliche Form und werden daher schneller aus dem Kreislauf ausgefiltert und können ihre Aufgaben nicht übernehmen.

2. Blutverlust als Ursache einer Blutarmut

Die Einnahme bestimmter Medikamente kann zu einer Veränderung der Blutstruktur führen. Das Antibiotikum Penicillin etwa hängt sich an die Oberfläche der Erythrozyten und verändert so ihre Form – die Blutkörperchen werden vom Körper als fehlerhaft erkannt und aussortiert. Auch körpereigene Abwehrzellen können diesen Effekt verursachen.

Innere Blutungen, Verletzungen oder eine gesteigerte Menstruation können zu einem Mangel an Blut im System führen. Das verlorene Blut wird vom Körper durch Flüssigkeit ersetzt und das Blut wird somit stark verdünnt. Dabei handelt es sich allerdings um eine vorübergehende Anämie, denn wenn die Blutung gestillt wird, kann das fehlende Blut nachgebildet werden. Eine Transfusion kann notwendig sein.

3. Andere Ursachen für eine Anämie

Verschiedene Grunderkrankungen können eine Anämie verursachen. Alle Möglichkeiten aufzulisten sprengt den Rahmen des Artikels.

Symptome einer Anämie

Liegt eine Blutarmut vor, kommt es meist zu einer Blässe der Haut, Schwäche und Müdigkeit. Auch Schwindel, Kopfschmerzen und eine geringere Leistungsfähigkeit werden häufig bemerkt. Unter Belastung kann es zu einem erhöhten Herzschlag mit Herzrasen und Ohrgeräuschen kommen. Eine rote und sehr glatte Zunge, sowie eingerissene Mundwinkel könne bei der zahnärztlichen Untersuchung ein erstes Anzeichen für eine Anämie sein. Bei einer Eisenmangelanämie werden die Fingernägel und Haare brüchig und Gliedmaßen können kribbeln und einschlafen.

Bei einer Anämie aufgrund eines Vitamins B12-Mangels kann es zusätzlich zu Verdauungsstörungen wie Verstopfung oder Durchfall, Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit kommen. Liegt eine innere Blutung vor, kann Blut im Stuhl oder im Urin ein Anzeichen sein. Ein niedriger Blutdruck sowie Kreislaufstörungen können ebenso auf den inneren Blutverlust hinweisen.

Sollten diese Symptome auftreten sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Für eine erste Abklärung ist der Hausarzt der richtige Ansprechpartner. Er kann durch die Befragung und eine erste Blutuntersuchung die Verdachtsdiagnose Anämie stellen.

Behandlung einer Blutarmut

Da es viele verschiedene Ursachen für eine Anämie gibt, gibt es ebenso viele Behandlungswege. Denn je nach Ursache, ist eine spezielle Therapie nötig. Über die Analyse des großen Blutbildes, Stuhl- und Urinproben, Ultraschallbilder der Milz und der Nieren sowie gegebenenfalls gynäkologische Untersuchungen kann die Ursache für den Blutmangel gefunden werden.

Sollte einer Blutung als Grund für die Anämie vorliegen, muss diese gestillt und behandelt werden. Liegt eine andere Erkrankung als Ursache für den Mangel an Blutkörperchen vor, muss diese behandelt werden.

Bei der häufigen Eisenmangelanämie ist eine Umstellung der Ernährung nötig, um die Blutarmut zu therapieren. Besonders Fisch, Fleisch und Hülsenfrüchte enthalten viel Eisen und sollten vermehrt auf dem Speiseplan stehen. Auch Folsäure und Vitamin B12 können mit der richtigen Diät vermehrt über die Nahrung aufgenommen werden. Sollte die nötige Menge nicht über die Nahrung aufgenommen werden können, können Präparate Abhilfe verschaffen. Diese Nahrungsergänzungsmittel sollten niemals ohne die Absprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden, da es zu Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen kann.

Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Seit Juli 2014 arbeitet Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion und im online Marketing bei apomio.de. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation an der Hochschule Ansbach.

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