Artikel anhören
0:00
Kurzübersicht

Azelainsäure kann entzündliche Rosazea lindern, aber sichtbare Äderchen nicht nachweislich reduzieren.

Die Wirksamkeit ist für bestimmte medizinische Formulierungen belegt und lässt sich nicht automatisch auf kosmetische Seren übertragen. Bei empfindlicher Haut sollte ein neues Produkt schrittweise eingeführt werden.

  • 15-prozentige Azelainsäure verbesserte in zwei kontrollierten Studien mit 664 Teilnehmenden entzündliche Hautveränderungen und Rötungen.
  • Bei Papeln und Pusteln liegen klinische Wirksamkeitsnachweise vor; erste Verbesserungen können nach mehreren Wochen regelmäßiger Anwendung sichtbar werden.
  • Bei dauerhaft erweiterten Äderchen zeigte 15-prozentiges Azelainsäure-Gel keinen klinisch relevanten Effekt; Laser- oder Lichtbehandlungen können infrage kommen.
  • Zu Beginn können Brennen, Stechen, Juckreiz oder Trockenheit auftreten; neue Wirkstoffe nicht gleichzeitig mit mehreren potenziell reizenden Produkten einführen.
Gerötete Wangen, ein plötzliches Hitzegefühl im Gesicht oder kleine entzündliche Erhebungen: Dahinter kann Rosazea stecken. Die chronisch-entzündliche Hauterkrankung verläuft häufig in Schüben und betrifft vor allem die zentrale Gesichtsregion. Neben einer dermatologischen Behandlung spielt die richtige Hautpflege eine wichtige Rolle. Doch was kann Azelainsäure tatsächlich bewirken?

Rosazea ist nicht gleich Rosazea

Typisch sind vorübergehende oder anhaltende Rötungen, insbesondere an Wangen, Nase, Stirn und Kinn. Manche Betroffene entwickeln zusätzlich Papeln und Pusteln. Andere bemerken vor allem dauerhaft sichtbare, erweiterte Äderchen, sogenannte Teleangiektasien.

Diese Unterschiede sind entscheidend, denn nicht jede Behandlung wirkt gleichermaßen gegen alle Erscheinungsformen. Auch andere Hauterkrankungen können ähnliche Symptome verursachen. Deshalb sollte eine mögliche Rosazea dermatologisch abgeklärt werden.

Wie wirkt Azelainsäure auf die Haut?

Azelainsäure (Azelaic Acid) ist eine Dicarbonsäure, die aufgrund ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften seit vielen Jahren in der Dermatologie eingesetzt wird.

Die deutsche S2k-Leitlinie „Rosazea“ berücksichtigt Azelainsäure als Wirkstoff zur äußerlichen Behandlung. Insbesondere für die papulopustulöse Rosazea, bei der entzündliche Papeln und Pusteln auftreten, liegen klinische Wirksamkeitsnachweise vor. [1]

In zwei randomisierten, kontrollierten Studien mit insgesamt 664 Teilnehmenden zeigte ein Arzneimittel mit 15 % Azelainsäure eine signifikante Verbesserung entzündlicher Hautveränderungen im Vergleich zur wirkstofffreien Grundlage. Auch die Ausprägung der Rötungen nahm ab. [2]

Wichtig ist allerdings die Unterscheidung zwischen medizinischen und kosmetischen Formulierungen. Im Kosmetikbereich werden ebenfalls Produkte mit unterschiedlichen Azelainsäure-Konzentrationen angeboten, darunter 15% Azelaic Acid. Klinische Ergebnisse zugelassener Arzneimittel lassen sich jedoch nicht automatisch auf kosmetische Seren übertragen.

Kann Azelainsäure auch sichtbare Äderchen reduzieren?

Hier ist eine wichtige Unterscheidung notwendig:

  • Entzündlich bedingte Rötungen: Azelainsäure ist bei bestimmten entzündlichen Erscheinungsformen der Rosazea nachweislich wirksam.
  • Dauerhaft erweiterte Blutgefäße (Teleangiektasien): Für diese wurde keine vergleichbare Wirkung festgestellt. In einer kontrollierten Studie zeigte ein 15-prozentiges Azelainsäure-Gel keinen klinisch relevanten Effekt auf sichtbare Gefäßerweiterungen. [3]

Bei ausgeprägten Teleangiektasien können dermatologische Verfahren wie Laserbehandlung oder Lichtbehandlung infrage kommen. Welche Methode geeignet ist, hängt vom individuellen Hautbefund ab.

Worauf sollte man bei empfindlicher Haut achten?

Rosazea-Haut reagiert häufig besonders sensibel auf äußere Reize. Deshalb empfiehlt sich eine möglichst übersichtliche Pflegeroutine mit milder Reinigung, gut verträglichen Feuchtigkeitsprodukten und konsequentem UV-Schutz.

Neue Wirkstoffe langsam einführen

Wer Azelainsäure erstmals verwendet, sollte die Hautreaktion aufmerksam beobachten. Besonders zu Beginn können Brennen, Stechen, Juckreiz oder Trockenheit auftreten. Die Verträglichkeit hängt unter anderem von der Konzentration, der Formulierung und dem Zustand der Hautbarriere ab.

Bei kosmetischen Produkten empfiehlt es sich, neue Wirkstoffe schrittweise einzuführen und nicht gleichzeitig mehrere potenziell reizende Präparate anzuwenden. Stark gereizte oder verletzte Haut sollte nicht zusätzlich belastet werden.

Individuelle Auslöser berücksichtigen

Auch individuelle Auslöser wie intensive Sonneneinstrahlung, starke Temperaturschwankungen oder bestimmte Pflegeprodukte können Rosazea-Beschwerden verstärken.

Warum diese Aufteilung?

  1. Bessere Lesbarkeit: Drei klar abgegrenzte Themen statt eines langen Textblocks.
  2. SEO-Struktur: Die Zwischenüberschriften greifen relevante Aspekte wie Pflege, Wirkstoffe und Rosazea-Auslöser auf.
  3. Inhaltlicher Zusammenhang: Die Hinweise zur Anwendung von Azelainsäure und zum schrittweisen Einführen neuer Produkte bleiben zusammen.

Fazit: Entscheidend ist das richtige Verständnis der Haut

Azelainsäure gehört zu den wissenschaftlich untersuchten Wirkstoffen bei Rosazea. Besonders für entzündliche Papeln und Pusteln ist ihre Wirksamkeit in bestimmten Arzneimittelformulierungen belegt.

Bei dauerhaft sichtbaren Äderchen sind die Behandlungsmöglichkeiten dagegen andere. Eine realistische Einschätzung der Wirkung, eine verträgliche Hautpflege und gegebenenfalls dermatologische Beratung bilden deshalb die Grundlage für den richtigen Umgang mit zu Rötungen neigender Haut.

FAQ: Häufige Fragen zu Azelainsäure bei Rosazea

Wie schnell wirkt Azelainsäure bei Rosazea?

Erste Verbesserungen können nach mehreren Wochen regelmäßiger Anwendung sichtbar werden. Wie schnell sich das Hautbild verändert, hängt unter anderem von der Ausprägung der Rosazea, der verwendeten Formulierung und der individuellen Hautverträglichkeit ab.

Welche Konzentration von Azelainsäure ist bei Rosazea sinnvoll?

In der medizinischen Behandlung werden unter anderem Arzneimittel mit 15 % Azelainsäure eingesetzt. Auch kosmetische Produkte enthalten unterschiedliche Konzentrationen. Ihre Wirkung lässt sich jedoch nicht unmittelbar mit der klinisch untersuchten Wirksamkeit zugelassener Arzneimittel gleichsetzen.

Hilft Azelainsäure auch gegen dauerhafte Rötungen und sichtbare Äderchen?

Azelainsäure kann entzündlich bedingte Rötungen bei bestimmten Rosazea-Formen reduzieren. Bei dauerhaft erweiterten Blutgefäßen (Teleangiektasien) ist dagegen keine vergleichbare Wirkung nachgewiesen. Hier können dermatologische Laser- oder Lichtbehandlungen infrage kommen.

Wissenschaftliche Quellen

[1] S2k-Leitlinie „Rosazea“, AWMF-Registernummer 013-065, 2022.

[2] Thiboutot D. et al. Efficacy and safety of azelaic acid (15%) gel as a new treatment for papulopustular rosacea. Journal of the American Academy of Dermatology, 2003;48(6):836–845.

[3] Elewski B.E. et al. A comparison of 15% azelaic acid gel and 0.75% metronidazole gel in the topical treatment of papulopustular rosacea. Archives of Dermatology, 2003;139(11):1444–1450.

Dieser Artikel wurde von unserer Redaktion verfasst und mit KI-Werkzeugen recherchiert bzw. redigiert.