Xylocain Viskös 2% Lösung (100 ml)

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Produktinformationen zu Xylocain Viskös 2% Lösung

Allgemeine Informationen zu dem Produkt

AstraZeneca GmbH PZN: 1138166 (rezeptfrei) 100 ml
Verordnungsart: rezeptfrei

Allgemeine Anwendungshinweise

****
Anwendungsgebiete: Schmerzen, Lokalanästhesie, Neuralgien
Die Xylocain Viscoes 2% Injektionslösung wird zur örtlichen Behandlung von Schmerzen angewendet. Die Injektionslösung enthält das Lokalanästhetikum Procain. Durch das Procain kommt es zu einer Hemmung der Reizweiterleitung an den Nerven, wodurch die Schmerzwahrnehmung am Wirkungsort blockiert wird. Die Wirkung tritt ein sobald der Wirkstoff in die Zellen eingedrungen ist. Zusätzlich handelt es beim Procain um eine zellaktive Substanz, welche die Reparatur von Zellen fördern kann. Die Xylocain Viscoes 2% Injektionslösung blockiert die Nerven bei Schmerzen, entstört Störfelder im Rahmen einer Neuraltherapie und verzögert Alterungsprozesse.

Pflichtangaben: Xylocain Viskös 2% Lösung

Indikation

  • Das Präparat ist ein Mittel zur örtlichen Betäubung (Lokalanästhetikum).
  • Es wird angewendet bei Erwachsenen und Kindern ab 3 Jahren
    • zur Ausschaltung des Schmerzempfindens der Schleimhaut,
    • als Gleitmittel bei innerlichen Untersuchungen sowie der Einführung eines Beatmungsrohres.

Kontraindikation

  • Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden,
    • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber
      • dem Wirkstoff Lidocain,
      • bestimmten anderen Mitteln zur Schmerzausschaltung (Lokalanästhetika vom Amid- und Estertyp),
      • oder einem der sonstigen Bestandteile sind.
  • Das Arzneimittel darf bei Kindern unter 3 Jahren nicht angewendet werden.

Dosierung

  • Wenden Sie das Arzneimittel immer genau nach der Anweisung an. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
  • Alle Anweisungen zu Mengen, anzuwendender Maximaldosis, Art der Anwendung und Anwendungsort des Arzneimittels müssen genau so, wie beschrieben, eingehalten werden.
  • Wenn Sie sich nicht sicher sind bei den Mengen, der anzuwendenden Maximaldosis, der Art der Anwendung und dem Anwendungsort bei Ihnen oder bei Ihrem Kind, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
  • Es gelten folgende Dosierungsrichtlinien:
    • Erwachsene
      • Zur Schmerzbehandlung bei gereizter oder entzündeter Schleimhaut in Mund und Rachen werden 5 bis 15 ml (100 bis 300 mg Lidocain) empfohlen. Die Lösung ist gut im Mund zu verteilen und danach entweder auszuspucken oder langsam zu verschlucken. Die Behandlung kann bis zu 6-mal innerhalb von 24 Stunden erfolgen.
      • Zur Betäubung der Schleimhäute vor Einführung von Instrumenten oder Kathetern in den oberen Atemwegsbereich bzw. den oberen Verdauungstrakt werden 10 bis 15 ml (200 bis 300 mg Lidocain) empfohlen. Zur Schmerzausschaltung im Mund ist die Lösung gut im Mund zu verteilen und dann auszuspucken. Bei der Anwendung im Rachen soll mit der Lösung gegurgelt werden; sie kann danach verschluckt werden. Werden gleichzeitig andere Lidocain enthaltende Mittel verwendet, soll die Gesamtdosis Lidocain nicht über 400 mg betragen.
      • Bei Erkrankungen des oberen Verdauungstraktes sollen 5 bis 15 ml (100 bis 300 mg Lidocain) schnell und in einem Schluck geschluckt werden. Die Behandlung kann bis zu 6-mal innerhalb von 24 Stunden erfolgen.
    • Kinder im Alter von 3 - 12 Jahren und Jugendliche
      • Bei Kindern im Alter von 3 - 12 Jahren sowie bei Jugendlichen im Alter von 12 - 18 Jahren sollte die Dosis zur Behandlung der gereizten oder entzündeten Schleimhaut in Mund oder Rachen 4 mg pro kg Körpergewicht (= 0,2 ml/kg Körpergewicht) nicht übersteigen. Sie sollte an das Alter, das Gewicht und den körperlichen Allgemeinzustand angepasst werden. Kleine Mengen zur Anwendung bei Kindern im Alter von 3 - 12 Jahren sollen mit einer geeigneten Dosierhilfe, z. B. mit einer Spritze oder einem Messbecher, abgemessen werden. Es wird empfohlen, den Rest auszuspucken. Bei Kindern über 3 Jahren, die Probleme haben, die Lösung auszuspucken, soll die Lösung ausschließlich mit einem Wattestäbchen auf die betroffene Stelle aufgetragen werden. Innerhalb von 24 Stunden sollen nicht mehr als 4 Dosen angewendet werden. Der Abstand zwischen den Dosen sollte mindestens 3 Stunden betragen. Das Arzneimittel darf nicht bei Kindern unter 3 Jahren angewendet werden, da im Fall einer Überdosierung schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten können.
    • Besondere Patientengruppen
      • Die Dosierung muss bei Patienten in geschwächtem Allgemeinzustand, älteren Patienten, Patienten mit Blutvergiftung oder anderen akuten Erkrankungen ebenfalls an das Alter, Gewicht und die körperliche Verfassung angepasst werden.
      • Wenn Sie zu einer der genannten Patientengruppen zählen oder sich nicht sicher sind, fragen Sie hierzu unbedingt Ihren Arzt oder Apotheker.
  • Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist.

 

  • Wenn Sie eine größere Menge angewendet haben, als Sie sollten
    • können folgende Symptome auftreten:
      • Erregung, Unruhe, Schwindel, Hör- und Sehstörungen, Kribbeln am Mund, verwaschene Sprache, Übelkeit, Erbrechen, Zittern und Muskelzuckungen. Diese sogenannten exzitatorischen Symptome sind Vorzeichen eines drohenden Krampfanfalls.
      • Symptome, die das Herz-Kreislauf-System betreffen, können sein:
        • Rhythmusstörungen, zu schneller Herzschlag, zu hoher Blutdruck und Hautrötung.
        • Bei fortschreitender Überdosierung kommt es zu einer Unterdrückung von Funktionen des Zentralnervensystems und des Herzens (Depression zentraler und kardialer Funktionen) mit Koma, Atemund Kreislaufstillstand. Erstes Symptom ist dabei häufig der niedrige Blutdruck.
      • Bei Auftreten von Symptomen einer Überdosierung, wie oben beschrieben, muss die Anwendung des Arzneimittels sofort unterbrochen werden. Setzen Sie sich unverzüglich mit Ihrem Arzt in Verbindung. Er wird die Notfallmaßnahmen entsprechend den Symptomen einleiten. Wenn Symptome einer ernstzunehmenden Überdosierung nicht unverzüglich behandelt werden, kann dies bei Kindern zum Tod führen.

 

  • Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Patientenhinweise

  • Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
    • Besondere Vorsicht bei der Anwendung dieses Arzneimittels ist erforderlich, wenn Sie das Arzneimittel in größeren Mengen oder häufiger als vom Arzt verordnet anwenden, da schwerwiegende Nebenwirkungen aufgrund der Anreicherung des Wirkstoffs im Blut auftreten können. Bei Säuglingen und Kindern unter 3 Jahren wurde nach zu hohen Dosen oder nach wiederholten Anwendungen einschließlich versehentlichen Verschluckens über schwerwiegende Nebenwirkungen, einschließlich Todesfällen, berichtet. Die Nebenwirkungen betrafen das Herz-Kreislauf-System und das zentrale Nervensystem. Das Arzneimittel darf nicht bei Kindern unter 3 Jahren angewendet werden. Sie sollten sich genau an die Dosierungshinweise halten. Dies gilt insbesondere für die Anwendung bei Kindern im Alter von 3 - 12 Jahren und bei Jugendlichen im Alter von 12 - 18 Jahren, bei denen die Dosierung gewichtsabhängig ist. Die Nebenwirkungen können so schwerwiegend sein, dass eine notfallmedizinische Behandlung erforderlich wird.
    • Wenn Sie an Porphyrie leiden, dürfen Sie das Präparat nur unter ärztlicher Überwachung anwenden. Möglicherweise kann das Arzneimittel auch eine Porphyrie auslösen. Fragen Sie hierzu bitte ihren Arzt.
    • Von Schleimhäuten und Wundflächen wird der Wirkstoff in relativ großen Mengen in das Blut aufgenommen. Das Arzneimittel sollte bei Patienten mit verletzter Schleimhaut und/oder einem Entzündungsherd an der vorgesehenen Anwendungsstelle nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden.
    • Wenn aufgrund der Dosis oder der Anwendungsart eine Anreicherung im Blut zu erwarten ist, müssen folgende Patienten besonders beobachtet werden, um mögliche gefährliche Nebenwirkungen zu vermeiden:
      • Patienten mit partiellem oder komplettem Herzblock,
      • ältere Patienten und Patienten in schlechtem Allgemeinzustand,
      • Patienten mit fortgeschrittenen Lebererkrankungen,
      • Patienten mit verminderter Nierenfunktion.
    • Wenn Sie das Arzneimittel im Mund oder im Rachen anwenden, kann das Schlucken erschwert sein. Dann besteht die Gefahr, dass Sie sich verschlucken. Außerdem könnten Sie sich in die Zunge oder in die Wange beißen, wenn diese Gebiete betäubt sind.
    • a) Kinder und Jugendliche
      • Bei Kindern im Alter von 3 bis 12 Jahren und bei Jugendlichen im Alter von 12-18 Jahren muss die Dosierung genau an das Körpergewicht angepasst werden. Fragen Sie hierzu immer Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie sich nicht sicher sind. Das Arzneimittel darf nicht bei Kindern unter 3 Jahren angewendet werden, da im Fall einer Überdosierung schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten können.
    • b) Ältere Menschen
      • Bei ihnen muss die Dosierung angepasst werden. Fragen Sie hierzu bitte ihren Arzt.

 

  • Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
    • Ihr Arzt wird Ihnen sagen, ob Sie nach einer Anwendung dieses Arzneimittels am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen dürfen.

Schwangerschaft

  • Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie, bevor Sie dieses Arzneimittel anwenden, Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
  • Schwangerschaft
    • In der Schwangerschaft sollte Lidocain, der Wirkstoff des Arzneimittels, bei Ihnen nur angewendet werden, wenn es Ihr behandelnder Arzt für unbedingt erforderlich erachtet, da keine kontrollierten Studien an Schwangeren durchgeführt wurden. Bisher liegen keine Hinweise auf angeborene Missbildungen nach der Anwendung von Lidocain in der Schwangerschaft vor.
    • Es ist bekannt, dass Lidocain nach Injektion in den Körper in die Plazenta übertritt. Untersuchungen zu einem Übertritt nach Auftragen auf Haut oder Schleimhaut liegen nicht vor.
  • Stillzeit
    • Lidocain geht nach Injektion in den Körper in geringen Mengen in die Muttermilch über. Untersuchungen zum Übergang nach Auftragen auf Haut oder Schleimhaut liegen nicht vor, jedoch ist eine Gefährdung des Säuglings unwahrscheinlich.

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