FERRO FOLSAN (20 Stück)
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Pflichtangaben: FERRO FOLSAN
Indikation
- Das Arzneimittel ist ein Mittel zur Behandlung einer Blutarmut (Anämie).
- Zur Behandlung von nachgewiesenen, kombinierten Eisen- und Folsäuremangelzuständen in der Schwangerschaft und Stillzeit, die ernährungsmäßig nicht behoben werden können.
Kontraindikation
- Das Arzneimittel darf nicht eingenommen werden
- wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Wirkstoffe: Eisen(II)-sulfat, Folsäure oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels sind.
- Bei Vorliegen einer sog. Megaloblasten-Anämie, die durch einen isolierten Mangel an Vitamin B12 verursacht ist - z.B. im Rahmen einer Aufnahmestörung für Vitamin B12 infolge eines Mangels an dem Enzym "Intrinsic Factor" - dürfen Sie das Arzneimittel nicht ohne eine gleichzeitige Vitamin-B12-Therapie einnehmen.
- bei einer Eisenüberladung des Organismus (z.B. im Rahmen einer chronischen Hämolyse, d.h. Auflösung roter Blutkörperchen, sowie einer Eisenspeicherkrankheit, Hämochromatose).
- bei Störungen in der Verwertung des Eisens im blutbildenden Knochenmark, zu denen die sog. Sideroachrestische Anämie, eine Blutarmut, die durch eine Störung des Eiseneinbaus in den roten Blutfarbstoff bedingt ist, durch eine Bleivergiftung ausgelöste Blutarmut oder die Thalassämie, eine Blutarmut durch fehlerhafte Produktion des roten Blutfarbstoffes.
- Nach Einnahme des Arzneimittels kann sich der Stuhl schwarz verfärben. Ursache dieser harmlosen Verfärbung des Stuhles ist das enthaltene Eisen.
Dosierung
- Nehmen Sie das Arzneimittel immer genau nach der Anweisung ein.
- Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
- Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:
- bei Erwachsenen: 3 x täglich 1 Tablette, entsprechend jeweils 31 mg Eisen(II)-Ion und 0,85 mg Folsäure.
- Bei schweren Mangelzuständen und bei guter Verträglichkeit können auch bis zu 3 x täglich 2 Tabletten, entsprechend jeweils 62 mg Eisen(II)-Ion und 1,7 mg Folsäure, eingenommen werden.
- Dauer der Anwendung:
- Die Dauer der Behandlung mit dem Arzneimittel ist von dem Ausmaß des Eisen- und Folsäuremangels abhängig und wird von Ihrem behandelnden Arzt bestimmt. Sie richtet sich nach der Schwere und dem Verlauf des Krankheitsbildes sowie den entsprechenden Laborbefunden.
- Häufigkeit der Anwendung, soweit nicht bereits durch die Angaben zur Dosierung festgelegt:
- Normalerweise beträgt die Therapiedauer 4 Wochen bis zu einigen Monaten, wobei durchschnittlich eine Therapiezeit von 3 Monaten erforderlich ist.
- Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung des Arzneimittels zu stark oder zu schwach ist.
- Wenn Sie eine größere Menge des Arzneimittels eingenommen haben als Sie sollten:
- Akute Vergiftungen durch eisenhaltige Präparate werden hauptsächlich bei kleinen Kindern beobachtet. Bei Erwachsenen sind Vergiftungen außerordentlich selten. Während die in dem Arzneimittel enthaltene Folsäure nach Überdosierung zu keinen Vergiftungserscheinungen führt, können durch das zweiwertige Eisen in dem Arzneimittel Vergiftungssymptome hervorgerufen werden. Bei Kindern treten die ersten Vergiftungssymptome nach Aufnahme von 20 - 60 mg zweiwertigen Eisens pro Kilogramm Körpergewicht auf; schwere oder gar tödliche Vergiftungen sind nach dem Verschlucken von 1 - 2 Gramm zweiwertigen Eisens möglich. Bei Erwachsenen sind schwere Eisenvergiftungen nach Verschlucken von mehr als 2 Gramm zweiwertigen Eisens aufgetreten.
- Die Vergiftungssymptome zeigen sich ca. ½ Stunde nach Einnahme der angegebenen Eisendosis. Zuerst treten ein blutiges Erbrechen, Durchfälle und Kreislaufstörungen bis hin zum Schock auf. Wird dieses akute Vergiftungsstadium überlebt, bilden sich die Symptome in 4 - 6 Stunden zurück. Es folgt eine "Phase trügerischer Erholung". Unbedingt muss in dieser Zeit das als Gift wirkende, überdosierte Eisen aus dem Körper entfernt werden. Bei nicht erfolgreichen Gegenmaßnahmen können sich sonst nach ca. 20 Stunden ein lebensbedrohlicher Kollaps, Fieber, Krämpfe und Atemstörungen einstellen. Auch ist dann das Auftreten einer chronischen Leberentzündung aufgrund der Eisenvergiftung möglich, schließlich können Leber- und Nierenfunktion zusammenbrechen.
- Deshalb muss bei einer Überdosierung mit eisenhaltigen Präparaten so früh wie möglich alles getan werden, um die Aufnahme größerer Mengen Eisen zu verhindern. Informieren Sie bitte umgehend einen Arzt, wenn es zu einer derartigen Überdosierung gekommen ist. Dieser wird auch die erforderlichen Gegenmaßnahmen veranlassen, wie z.B. eine Magenspülbehandlung oder die zusätzliche Gabe von Medikamenten (z.B. mit dem Wirkstoff: Desferoxamin), die die Eisenaufnahme in das Blut verringern bzw. die Eisenausscheidung erhöhen. Bis zum Eintreffen bei einem Arzt oder in einer Klinik sollte dem Patienten schon Milch und rohes Ei zu trinken gegeben werden, um die Aufnahme des Eisens zu verringern.
- Wenn Sie die Einnahme des Arzneimittels vergessen haben
- Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einahme vergessen haben, sondern setzen Sie die Behandlung wie angegeben fort. Bei längerer Unterbrechung der Therapie informieren Sie bitte Ihren Arzt!
- Wenn Sie die Einnahme des Arzneimittels abbrechen
- Sie sollten die Behandlung mit dem Arzneimittel nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt eigenständig unterbrechen oder vorzeitig beenden. Bei einer vorzeitigen Unterbrechung bzw. Beendigung der Einnahme ist nicht gewährleistet, dass der bei Ihnen vorliegende Mangel an Eisen und Folsäure ausgeglichen wurde, die Symptome und Beschwerden können damit weiter bestehen.
- Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Patientenhinweise
- Besondere Vorsicht bei der Einnahme des Arzneimittels ist erforderlich,
- wenn sich bei einer Blutarmut des Patienten einer sog. Megaloblasten-Anämie nachweisen lässt, muss vor Beginn einer Therapie sichergestellt werden, dass kein isolierter Mangel an Vitamin B12 ursächlich zugrunde liegt. (Unter einer Megaloblasten-Anämie versteht man eine spezielle Form einer Blutarmut, bei der im Blut abnorm große, kernhaltige Vorstufen der roten Blutkörperchen nachweisbar sind).
- Ebenso dürfen Sie das Arzneimittel nicht anwenden, wenn die Ursache einer Megaloblasten-Anämie ungeklärt ist. Dazu wird der Arzt Blutproben auf ihren Vitamin-B12-Gehalt untersuchen.
- Wird eine Behandlung begonnen, ohne dass ein ggf. gleichzeitig vorliegender Vitamin-B12-Mangel behoben wird, besteht die Gefahr bleibender Nervenstörungen.
- Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
- Durch eine Behandlung mit dem Arzneimittel werden das Wahrnehmungs- und Reaktionsvermögen ebenso wie die Urteilskraft nicht beeinflusst. Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.
Schwangerschaft
- Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
- Das Arzneimittel darf auch in der Schwangerschaft und Stillzeit eingesetzt werden.
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