Produktinformationen zu EMLA
Allgemeine Informationen zu dem Produkt
Emla Creme wird zur örtlichen Betäubung (Lokalanästhesie) der Haut und damit zur Schmerzausschaltung eingesetzt. Sie enthält eine Kombination aus den Betäubungsstoffen (Lokalanästhetika) Lidocain und Prilocain. Die Creme kommt zur Anwendung, wenn im Zusammenhang mit einer Blutentnahme, der Einführung von Kathetern in Venen und chirurgischen Eingriffen an der Hautoberfläche die betreffende Stelle betäubt und damit schmerzunempfindlich gemacht werden soll. Zudem verhindert die Wirkstoffkombination starke Schmerzen, die ansonsten bei der Wundreinigung von Beingeschwüren mit der Entfernung von abgestorbenem Gewebe sowie bei chirurgischen Eingriffen im Bereich der Geschlechtsteile, z.B. bei der Entfernung von Genitalwarzen oder bei Ausschabungen, entstehen würden. Im Genitalbereich setzt man Emla Creme außerdem ein, um Einstiche für Betäubungen im tieferen Gewebe erträglich zu machen. Die Wirkung der Creme tritt in der Regel innerhalb von maximal einer Stunde ein.
Emla Creme ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, wird jedoch wegen ihrer speziellen Anwendungsgebiete kaum in Selbstmedikation, sondern eher im Rahmen von ambulanten Operationen und Behandlungen in ärztlichen Praxen und in Kliniken verwendet. Die Anwendung, Dosierung und Einwirkzeit von Emla Creme richten sich nach der bevorstehenden Operation bzw. der bevorstehenden Behandlung und dem Alter der Patienten. Die Creme wird entweder auf die Haut aufgetragen und wirkt dort ein, ohne dass die betreffende Stelle abgedeckt wird, oder es wird eine dicke Cremeschicht unter luftdichten Pflastern auf die zu behandelnden Hautbereiche aufgetragen.
Wirkung und Wirkweise von Lidocain und Prilocain
Schmerzen empfindet der Mensch immer dann, wenn durch einen Schmerzreiz Nerven erregt werden. Der Reiz wird dabei entlang der Nervenzellen als elektrisches Signal weitergeleitet. Dafür kommt es zu einer Einströmung positiv geladener Natrium-Ionen durch einen speziellen Natrium-Kanal in die Nervenzellen hinein.
Wenn Emra Creme auf die Haut aufgetragen wird, gelangen die Wirkstoffe Lidocain und Prilocain durch die Haut und die Zellwand der Nervenzellen in das Innere der Nervenzellen. Dort bilden sich negativ geladene Moleküle der Wirkstoffe. Diese Moleküle können vom Inneren der Zelle aus in den geöffneten Natriumkanal der Zellmembran eindringen und den Einstrom von Natrium-Ionen blockieren, der für die Erregungsleitung entlang der Nervenfaser verantwortlich ist. Somit wird der Schmerzreiz unterbunden. Nach der Schmerzhemmung kommt es zu einem Verlust des Temperaturgefühls, anschließend werden Berührung oder Druck nicht mehr wahrgenommen. Am Ende dieser Reaktionskette werden Befehle des Gehirns an die Muskeln nicht mehr weitergeleitet, wodurch an der behandelten Stelle Lähmungserscheinungen auftreten.
Mögliche Neben- und Wechselwirkungen von Emla Creme
Bei der Anwendung von Emla Creme auf der Haut kann es zu unterschiedlichen unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Diese reichen von vorübergehenden örtlichen Hautreaktionen über allergische Reaktionen bis hin zum (äußerst selten auftretenden) allergischen Schock. Ebenso kann die gleichzeitige Anwendung von Emla Creme und anderen Medikamenten unerwünschte Wechselwirkungen mit sich bringen. Die Neben- und Wechselwirkungen sind detailliert in der Packungsbeilage aufgeführt bzw. beim behandelnden Arzt zu erfragen.
Gegenanzeigen und Warnhinweise
Unter bestimmten Umständen und bei Vorliegen bestimmter Erkrankungen darf die Creme nicht oder nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle angewendet werden. Genaue Informationen zu diesen Gegenanzeigen finden sich in der Packungsbeilage bzw. sind beim Arzt zu erfragen.
Emla Creme darf nicht in unmittelbarer Umgebung der Augen angewendet werden, da die enthaltenen Wirkstoffe die Augen stark reizen und den schützenden Lidschlag-Reflex lähmen können. Kommt es versehentlich zu Augenkontakt, muss das betroffene Auge sofort mit viel lauwarmem Wasser oder isotonischer Kochsalzlösung gespült und anschließend geschützt werden, bis das Empfindungs- oder Sehvermögen wiederhergestellt ist.
Schwangere und stillende Frauen sollten Emla Creme nur nach ausdrücklicher Zustimmung ihres Arztes anwenden.
In niedriger Dosierung darf Emla Creme auf der Haut von Neugeborenen und Kleinkindern angewendet werden; ein Einsatz auf der Haut oder Schleimhaut der Schamregion ist erst bei Kindern ab zwölf Jahren erlaubt.