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Epilepsie

Dienstag, 12. Januar 2021
Inhaltsverzeichnis 

Was versteht man unter Epilepsie?

Was sind die Ursachen von Epilepsie?

Was sind die Symptome bei Epilepsie?

Wie wird Epilepsie behandelt?

 

 

Was versteht man unter Epilepsie?

Ein epileptischer Anfall ist zunächst eine unspezifische Antwort des zentralen Nervensystems, beispielsweise auf Fieber, eine Unterzuckerung oder ein Schädel-Hirn-Trauma.

Dagegen versteht man unter Epilepsie eine chronische, neurologische Erkrankung. Sie liegt vor, wenn mindestens zwei nicht provozierte epileptische Anfälle aufgetreten sind oder nach einem ersten Krampfanfall ein deutlich gesteigertes Risiko für weitere Anfälle vorliegt.

 

Eine Epilepsie lässt sich alleine durch die epileptischen Anfälle nicht umfassend genug beschreiben. Um genau sagen zu können, welche Epilepsieform vorliegt, müssen verschiedenste Kriterien und spezifische Kombinationen berücksichtigt werden. Hierzu zählen beispielsweise das Erscheinungsbild der Anfälle, die vermutete Krankheitsursache, das Erkrankungsalter und die Häufigkeit der Anfälle. Durch die richtige Zuteilung zu einer Epilepsieform kann man auf den Krankheitsverlauf schließen und dementsprechend eine geeignete Therapieform wählen.

 

 

Was sind die Ursachen von Epilepsie?

Epileptische Attacken werden durch eine Fehlfunktion der Nervenzellen im Gehirn ausgelöst.

Je nach Ursache unterscheidet man folgende Formen:

 

1. Symptomatische Epilepsie
 

Diese Epilepsieform lässt sich auf einen konkreten Auslöser zurückführen:
 

  • Eine gestörte Durchblutung des Gehirns (beispielsweise bei einem Schlaganfall)
  • Sauerstoffmangel im Gehirn (während der Schwangerschaft oder der Geburt)
  • Hirnblutungen
  • Gefäßmissbildungen
  • Gehirnentzündungen (Meningitis, Enzephalitis)
  • Gehirntumore
  • Gehirnverletzungen durch Unfälle
  • Störungen des Stoffwechsels
     

Diese oder auch andere Einflüsse können zu Vernarbungen im Gehirn führen. Diese irritieren die benachbarten Nervenzellen -  mit der Folge, dass in diesem Gehirnabschnitt leichter Anfälle entstehen.

 

2. Idiopathische Epilepsie
 

Eine Epilepsie, die sich nicht auf eine bestimmte Ursache zurückzuführen lässt, wird als idiopathische Epilepsie bezeichnet. Genetisch bedingt neigen manche Personen verstärkt zu epileptischen Anfällen. Bei ihnen können beispielsweise Fieber, zu wenig Schlaf oder flackerndes Licht schneller einen epileptischen Anfall auslösen als bei nicht dementsprechend veranlagten Menschen. Doch eine erhöhte Anfälligkeit zu Anfällen bedeutet noch nicht, dass tatsächlich Krampfanfälle auftreten. Welche Umstände im Einzelfall dazu führen, dass sich aus der Neigung eine therapiebedürftige Erkrankung entwickelt, wird noch erforscht.

 


Was sind die Symptome bei Epilepsie?

Epilepsien können sich in ihrer Symptomatik stark unterscheiden. Eine wichtige Rolle spielt hierbei, in welchem Teil des Gehirns und wie stark die neuronale Fehlerregung ist. Auch die Art des Anfalls spielt eine Rolle. Epileptische Anfälle können sich in Form von Kribbeln oder Ameisenlaufen auf der Haut, oralen Automatismen wie Schmatzen und Kauen, visuellen Halluzinationen aber auch komplexen Anfallsbewegungen wie Verkrampfungen der Extremitäten sowie Mischbildern äußern.

 

 

Wie wird Epilepsie behandelt?

Zur Prophylaxe epileptischer Anfälle erhalten betroffene Patienten in der Regel dauerhaft Medikamente, sogenannte Antikonvulsiva. Diese sollen die Erregbarkeit der Nervenzellen senken, wodurch die Betroffenen anfallsfrei bleiben. Greifen diese nicht, sind chirurgische Eingriffe eine Therapieoption. Individuelle Schulungen der Betroffenen, aber unter Umständen auch sozialtherapeutische, psychologische, psychotherapeutische und psychiatrische Behandlungsmethoden können zusätzlich hinzugezogen werden. Eventuell sind auch spezielle Ernährungstherapien (insbesondere eine ketogene Diät) in Betracht zu ziehen.

Bei einem akuten Anfall gilt es, den Betroffenen vor Schäden während des Krampfens zu schützen. In der Praxis bedeutet dies: Vitalparameter überwachen, gefährliche Gegenstände aus der Reichweite bringen, Absturzkanten sichern, laufende Maschinen stoppen und den Straßenverkehr anhalten.

Linda Künzig
Autor: Linda Künzig

Linda Künzig, Apothekerin mit Weiterbildungen im Bereich Homöopathie und Naturheilverfahren. Neben ihrer Tätigkeit in einer öffentlichen Apotheke unterstützt sie seit Mai 2019 die Apomio-Redaktion als freie Autorin.