Nachgefragt bei Frau Helm: Wechseljahre?! Donnerstag, 15. Februar 2018

Nachgefragt: Beate Helm über Wechseljahre | apomio-Kolumne © apomio.de

Beate Helm hat als Heilpraktikerin jahrelange Berufserfahrung in den Bereichen Naturheilkunde und Psychotherapie. Heute leitet sie ihr eigenes Ausbildungsinstitut und ist zudem als Autorin tätig. In ihrer apomio-Kolumne „Nachgefragt bei Frau Helm“ berichtet sie regelmäßig und ganz persönlich über eigene Erfahrungen, Meinungen und Wissenswertem zu den Themen Gesundheit, Prävention, natürliches Heilen und Persönlichkeitsentwicklung.

Wechseljahre – Schreckgespenst oder Freiheitsschlag

Sie haben keinen guten Ruf, die Wechseljahre. Scheinbar geht es nur bergab. Die Hormone werden weniger. Die depressiven Stimmungen dafür mehr. Die Lust soll sich auf dem Rückzug befinden, heißt es. Die Scheide wird trockener, Sex tut weh. Die Leistungsfähigkeit nimmt ab. Das innere Feuer, das frau angeblich nicht mehr hat, macht sich unliebsam als Hitzewallungen bemerkbar. Die Tage, offizieller Ausdruck von Fruchtbarkeit und Weiblichkeit, setzen immer häufiger aus. Also doch ein Schreckgespenst? Oder gibt es auch gute Seiten?

Das ist heute ganz anders: Wir leben länger

Wir werden deutlich älter! Das heißt, die Wechseljahre sind nicht der Einstieg ins Greisenalter, sondern in den dritten Lebensabschnitt. Das ist doch erfreulich. Ein Neuanfang macht Sinn und lohnt sich. Schließlich stehen noch mindestens 30 Jahre ins Haus, um sich auszuleben. So gesehen sind die Wechseljahre der Gongschlag in eine Zeit, die immer mehr uns selbst gehört. Das braucht nun wirklich nicht in die Depression zu treiben. Es weckt eher die Lebensgeister. Es geht, noch einmal im Leben, erst richtig los.

Auch das hat sich geändert: Wir definieren uns über viele Fähigkeiten

Keine Frau hängt mehr nur in der Mutterschaft fest. Es gibt unzählige Beispiele, dass es auch anders geht. Und zwar nicht, um sich und anderen etwas zu beweisen. Sondern aus dem Bedürfnis heraus, all ihre Kenntnisse, Ideen und Erfahrungen, die nach außen drängen, in die Tat umzusetzen. Manchmal braucht frau auch einfach Geld. Klar auf jeden Fall ist: Jede Frau hat 1000 Seiten, die Sie ausdrücken möchte oder aus finanziellen Gründen aufs Parkett legen muss. Das schafft ein weit verzweigtes Selbstbild. Mit 50 ist es so vielgestaltig, dass der Wegfall potenzieller Mutterschaft oder das leer gewordene Nest bestenfalls ein vorübergehendes Loch, aber keinen Grand Canyon mehr reißen. Es wird Platz geschaffen für etwas Neues, Unbekanntes. Freiheit pur! Als bei mir das erste Mal die Tage aussetzen, hatte ich das Gefühl, mir wachsen Flügel. Alles war leicht und weit. Ich kann fliegen!

Wir stehen mitten im Leben

Der Job fordert immer noch Kraft und Zeit. Wer beruflich nicht eingebunden ist, kann sich sozial engagieren, sich weiterbilden oder künstlerisch aktiv werden. Mit 50 sitzt heute kaum mehr eine Frau mit der Pralinenschachtel auf dem Sofa. Das verbietet schon allein der Wunsch nach Fitness und einer halbwegs schlanken Linie. Nicht für den Mann! Der soll mal vor der eigenen Haustür kehren. Sondern für Wohlbefinden und Gesundheit bis ins hohe Alter. Und natürlich baut es auf, sich wohlgeformt zu fühlen. Wir stehen mitten im Leben und bekommen einen Schub an freier Energie dazu, die bisher in dem Auf und Ab des Monatszyklus gebunden war.

Wir wissen alles über Gesundheit

Google, Gesundheitsblogs und eine Riesenpalette an Literatur machen es möglich: Aus Unwissen um die Vorgänge während der Wechseljahre wurden genaue Kenntnisse: Das Östrogen nimmt ab. Das kann auf die Gesundheit und Stimmung schlagen. Und das hat lange Zeit Ängste geschürt. Aber jede Frau kann sich heute die notwendigen Infos besorgen, wie sie diese hormonellen Veränderungen kompensieren kann. Die Frauen, die ich kenne, wissen bestens Bescheid. Wie immer ist es heute keine Frage der Information mehr, sondern der Motivation, dieses Wissen auch umzusetzen.

Aufruf zum Schaulaufen

Wechseljahre heißt für mich: Pflicht und Kür sind abgeliefert, wie beim Eislaufen. Jetzt kommt das Schaulaufen. Es ist zumindest in der Vorbereitung, wird zur Vision, keimt auf und will in eine Form gebracht werden. Und dabei gibt es immer neue Steigerungen. Auch wer denkt, schon lange sein Ding zu machen. Es geht mehr. Das macht das Leben bunter, frischer, wieder spannend. Dazu bedarf es aber eines inneren Kicks. Die Prägung, mit 50 sei frau alt, hässlich und nutzlos, steckt noch energetisch in den Knochen. Da brauchen wir uns nichts vorzumachen. Hat ja auch etwas: Endlich ausruhen, halblang machen. Ja, aber nicht durch angebliche Kraftlosigkeit. Sondern weil wir klar erkennen: Es brauchen nicht noch mehr Bäume mit aller Gewalt ausgerissen zu werden. Wir brauchen nichts mehr zu beweisen. Das gehörte zu Pflicht und Kür. Das haben wir oft genug abgeliefert. Jetzt kommt die Feinarbeit: Was will ich wirklich? Was kann nur ich in dieser Weise? Wie drücke ich noch mehr meine Besonderheit aus? Warum bin ich hier? Was kann und will ich ab jetzt der Welt noch geben?

Power mal ganz anders

Emotionale Intelligenz und soziale Kompetenzen sind auf ihrem Höhepunkt. Keinem mehr gefallen zu müssen, beruflich und privat, entspannt und setzt neue Kräfte frei. Intuition und Inspiration, ganz neue Lösungen für uralte Probleme, archaische weibliche Weisheit ist eine Kombination, die unschlagbar ist. Vorbild sein für all die, welche auf der Suche sind und Ermutigung brauchen, ihren Weg entgegen der offiziellen Auflagen zu tun, ist eine hohe Kunst und Aufgabe in den Wechseljahren und danach. In den letzten Tagen sind mir in den Medien gleich mehrere fast 100-jährige Frauen begegnet. Gut, sie haben ihre Wechseljahre deutlich hinter sich. Aber sie haben in dieser Zeit die für sie richtigen Entscheidungen getroffen: Die eine gab noch Yoga-Unterricht, die andere tanzte und nahm immer noch Stunden, um sich weiterzuentwickeln, eine andere lebte noch völlig selbständig zu Hause und bildete sich fort, um ihren Geist fit zu halten. Gute Beispiele, dass es mit den Wechseljahren nicht dem Ende zugeht. Es ist einfach ein Wechsel zu mehr Eigenwillen!

Unabhängig und gelassen mit Meditation

Jede Einschränkung ist eine Selbsteinschränkung. Von außen kann nur das in die Schranken gewiesen werden, was wir uns innerlich selbst verbieten. Deshalb ist Freiheit letztendlich immer die Befreiung von dem inneren Zensor. Dazu muss man die Selbstbeschränkungen erst mal kennen und sie hinter sich lassen. Da jetzt nicht mehr gekämpft und hart gearbeitet werden muss, ist der einfachste Weg die Meditation. Es passiert alles von selbst. Gedanken und Gefühle kommen und gehen. Die überholten verlieren ihre Bedeutung. Die neuen gewinnen an Kraft und Macht. Ein wunderbares Werkzeug. Ich verwende es seit über 30 Jahren. Ich vermittle es auch beruflich als Königsweg. Es gibt viele Arten davon. Am besten ausprobieren und sehen, was am meisten funktioniert und Ihnen gut tut. Freiheit, das heißt neue Wahlmöglichkeiten, und Gelassenheit sind garantiert.

Sich nochmal neu erfinden

Veränderung macht Angst und erneuert. Wenn der Fokus auf „neu“ gerichtet wird mit all den Vorteilen, die ich gerade ausgeführt habe, können die Wechseljahre eine Neugeburt darstellen. Statt eines Kindes gebären Sie eine stimmigere Art, mit Beziehungen umzugehen, eine neue Position im Job, eine intensivere, lustvolle Form der Sexualität durch Kundalini-Yoga z.B., die weit über das Bisherige hinausgeht, u.v.m. Das bisherige Selbstbild kann fein säuberlich in alt und zukunftsträchtig eingeteilt und entsprechend aussortiert werden. Sehr effektiv finde ich, jedes Jahr eine Bilder-Collage mit den Visionen für die nächsten 12 Monate zu machen. Das erinnert und aktiviert einen das ganze Jahr.

Die Korken knallen lassen

Immer wenn die Hitze aufsteigt: Überlegen Sie, was Sie Neues in Angriff nehmen oder anders machen können wie bisher. Nutzen Sie den Energieschub sofort dafür. Und dann lassen Sie die Korken knallen. Feiern Sie den Freiheitsschlag auf Ihre Weise!

Und Männer? Haben die keine Wechseljahre?

Doch, haben sie. Die meisten wissen es nur noch nicht. Mehr dazu zu einem späteren Zeitpunkt in dieser Kolumne.

Beate Helm
Autor: Beate Helm

Beate Helm ist Heilpraktikerin und hatte 8 Jahre die Leitung des Bereichs Fachfortbildungen in Naturheilkunde und Psychotherapie einer großen Heilpraktikerschule in Deutschland und der Schweiz. Heute leitet sie ihr eigenes Ausbildungsinstitut und ist Autorin von Fachbüchern und Artikeln zum Thema Gesundheit, Prävention, natürliches Heilen und Persönlichkeitsentwicklung.

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