Madenwürmer: Unerwünschte Mitbewohner im Darm Dienstag, 15. August 2017

Madenwurmbefall | apomio Gesundheitsblog © Adiano – Fotolia.com

Sie ist der häufigste parasitäre Befall weltweit und kommt auch in unserer Klimazone vor: die Oxyuriase, auch Madenwurmbefall genannt. Die winzigen Parasiten leben im menschlichen Darm und legen ihre Eier am After. Der dadurch entstehende Juckreiz ist oft das einzige Anzeichen der ungefährlichen Infektion. Erfahren Sie mehr über den Parasiten und wie Sie ihn wieder loswerden. 

Die Vorstellung dürfte vielen Menschen einen Schauer über den Rücken jagen: Winzige Würmer gelangen über den Mund in den Organismus und vermehren sich im Darm. Doch genau das geschieht bei einem Befall mit Madenwürmern. Vor allem Kinder und Jugendliche sind häufig betroffen. Unter den Erwachsenen leiden Frauen eher an dem Befall als Männer.

Die Oxyuriasis kommt in allen gesellschaftlichen Schichten vor – ein Mangel an Hygiene kann die Verbreitung der Parasitose allerdings unterstützen. Die Wurmeier gelangen über den oralen Weg in den Körper. Es reicht aus, einen kontaminierten Gegenstand zu berühren und sich anschließend an den Mund zu fassen. Auch die direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich. Während sexuellen Kontakten können die Eier auch übertragen werden.

Madenwürmer verursachen Juckreiz

Der Parasit – ein Wurm namens Enterobius vermicularis – lebt ausschließlich im menschlichen Darm. Er hat keinen Zwischenwirt und kommt nicht bei anderen Lebewesen vor. Die Parasiten sind zwischen 0,5 bis 1,3 Zentimeter groß, ähneln optisch einem Faden und die Eier sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Im feuchtwarmen Milieu des Dickdarms paaren sich Männchen und Weibchen. Das Weibchen bewegt sich anschließend in Richtung After, legt dort nachts ihre Eier in die Hautfalten um die Körperöffnung und stirbt im Anschluss. Der Vorgang verursacht einen unerträglichen Juckreiz.

Der Juckreiz in der Analregion ist meist das einzige Symptom für den parasitären Befall. Durch das Kratzen gelangen die abgelegten Eier an die Hände und unter die Fingernägel. Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern kommt es so zu einer erneuten Infektion, wenn die Hände in den Mund genommen werden. Dieser Vorgang wird auch Autoinfektion genannt. Außerhalb des Darms sind die Eier bis zu drei Wochen lang überlebensfähig. Kommen sie wieder in einen Organismus, reifen die Eier innerhalb einiger Tage zu ausgewachsenen Würmern heran und der Kreislauf beginnt erneut.

Diagnose Wurminfektion: Hausarzt als Ansprechpartner

Sollten während der Nachtstunden ein Juckreiz am After festgestellt werden, muss ein Arzt aufgesucht werden. Da die Wurmeier hoch infektiös sind, können ohne eine Behandlung viele Menschen angesteckt und die Parasitose verbreitet werden. Der Arzt empfiehlt ein Mittel, das bei einmaliger Einnahme alle lebenden Parasiten effektiv tötet. Diese werden über den Kot ausgeschieden.

Da die Mittel allerdings nicht gegen die Eier des Madenwurms wirken, muss die Behandlung nach 14 und gegebenenfalls nach 28 Tagen noch einmal wiederholt werden. Es ist zudem ratsam, alle in einem Haushalt lebenden Personen gleichzeitig mit zu behandeln, da es sonst zu einem Ping-Pong-Effekt mit den Parasiten kommen kann.

Hygiene verhindert Verbreitung der Eier

Eine gute Hygiene verhindert zudem die Gefahr einer Ansteckung. Dazu gehört, sich nach jedem Toilettengang gründlich die Hände zu waschen. Außerdem sollten die Hände (und auch die Fingernägel) vor der Zubereitung einer Mahlzeit und dem Essen selbst gründlich gereinigt werden. Wer seine Toilette regelmäßig heiß säubert kann dort möglicherweise vorkommende Erreger abtöten.

Da die Eier der Madenwürmer auch in Wäsche und Bettwäsche einige Tage lang überleben, sollte bei einer Infektion täglich die Wäsche gewechselt und bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden. Mit speziellen Desinfektionsmitteln aus der Apotheke können Matratzen und Polstermöbel gereinigt werden. Durch das Aufschütteln von Bettwäsche können die Eier in den Hausstaub und über die Atemwege in den Organismus gelangen. Deshalb sollte dabei ein Atemschutz getragen werden, um eine Neuinfektion definitiv ausschließen zu können. Vor allem bei Kindern ist es schwierig, sie vom Kratzen abzubringen. Deshalb ist es ratsam, dem Nachwuchs nachts enge Unterwäsche anzuziehen, damit die Eier nicht an die Hände oder die umliegenden Hautregionen gelangen.

Mögliche Komplikationen: Entzündungen im Unterleib

Da der menschliche Körper früher häufig mit Parasiten klarkommen musste, ist er in der Lage den Befall möglichst gering zu halten. Statistisch gesehen erkrankt jeder zweite Mensch einmal an dieser Parasitose. Jährlich sind mehrere hundert Millionen Fälle weltweit verzeichnet. Das Immunsystem reagiert auf den Eindringling, ohne dass es gezwungenermaßen zu Symptomen kommen muss. Bleiben die Würmer über einen längeren Zeitraum unentdeckt, kann es zu Komplikationen kommen. Es ist zwar unwahrscheinlich, doch gelangen die Eier in andere Körperregionen, kann es zu Infektionen kommen.

Bei Frauen, können die Eier in die Vagina gelangen und dort zu einer Vaginose führen. Außerdem können Gebärmutter oder Eierstöcke betroffen sein. Zudem stehen die Parasiteneier im Verdacht, Blinddarmentzündungen verursachen zu können. In entzündeten Wurmfortsätzen konnten immer wieder Eier von Madenwürmern nachgewiesen werden. Außerdem kann es neben körperlichen Komplikationen auch zu einer Belastung der Psyche kommen. Der Betroffene beginnt sich vor sich selbst zu ekeln. Solche Beschwerden sollten niemals vor dem behandelnden Arzt verschwiegen werden. Auch bei psychischen Problem kann den Patienten geholfen werden.

Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Seit Juli 2014 arbeitet Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion und im online Marketing bei apomio.de. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation an der Hochschule Ansbach.

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