Kontrastmittel: Risiken und Nebenwirkungen Mittwoch, 06. Dezember 2017

Risiken und Nebenwirkungen von Kontrastmitteln | apomio Gesundheitsblog © eyetronic – Fotolia.com

Kontrastmittel machen Organe, Gewebe und Blutgefäße erkennbar. Aufgrund unterschiedlicher Reaktionen auf das Kontrastmittel können gesunde und krankhafte Gewebe unterschieden werden. Aber die Anwendung von Kontrastmitteln beim Röntgen, Ultraschall und MRT hat auch Risiken und Nebenwirkungen. Möglich sind u.a. allergische Reaktionen, Ablagerungen in Organen, auch im Gehirn und Schädigungen der Nieren. Die Forschung steht noch am Anfang auf der Suche nach Substanzen, die vom Körper und der Umwelt vollständig abgebaut werden können. Erfahren Sie hier, welche Kontrastmittel es gibt, welche Risiken sie in sich bergen und wie Sie die Ausleitung der Giftstoffe unterstützen können.

Welche Kontrastmittel werden beim Röntgen eingesetzt?

Zur Darstellung der Nieren, Blutgefäße und anderer Organe werden jodhaltige Kontrastmittel injiziert, die über die Nieren ausgeschieden werden. Wichtiges Anwendungsgebiet ist die Computertomografie (CT), eine moderne Form der Röntgenuntersuchung, die schichtweise Bilder aus dem Inneren des Körpers liefert.
Speiseröhre, Magen, Dünn- und Dickdarm werden mithilfe von Bariumsulfat abgebildet. Das Kontrastmittel wird geschluckt oder über den After eingeführt. Beim Verdacht auf eine Fistel oder bei der Gefahr, das Kontrastmittel aus Versehen zu inhalieren, wird ein jodhaltiges Kontrastmittel oral verabreicht.

Welche Kontrastmittel wendet man bei der Magnetresonanztomographie (MRT) an?

Bei der MRT werden starke Magnetfelder erzeugt. Die Schnittbilder entstehen durch die Resonanz der Atome des untersuchten Bereichs auf die magnetische Wirkung der MRT. Dargestellt werden auch hier Gewebe und Organe, allerdings ohne Belastung durch Röntgen- oder ionisierende (radioaktive) Strahlen. Kontrastmittel verbessern die Erkennbarkeit von Blutgefäßen und Organen. Am häufigsten werden Substanzen, die Gadolinium enthalten, eingesetzt. Sie werden weitgehend über die Nieren ausgeschieden. Gadolinium gehört zu den Metallen der Seltenen Erden. Es beschleunigt die Wassermagnetisierung während der MRT. Dadurch erscheinen die Bereiche an Stellen mit vermehrter Gefäßbildung und Durchblutung, d.h. bei Tumoren und entzündlichen Prozessen, heller.
Eisenoxidpartikel werden zur Untersuchung der Leber, Manganverbindungen bei der MRT der Bauchspeicheldrüse angewendet.

Mit welchen Kontrastmitteln wird beim Ultraschall (Sonografie) gearbeitet?

Beim Ultraschall insbesondere des Bauchraums wird mithilfe einer schaumähnlichen Substanz, einem Echokontrastverstärker, der Kontrast im Gewebe verbessert.

Welche Risiken und Nebenwirkungen sind bei Kontrastmitteln möglich?

Allergische Reaktionen
Bei allen Kontrastmitteln besteht die Möglichkeit einer allergischen Reaktion. Leichte Reaktionen wie Hautjucken, Quaddeln, Atembeschwerden und Übelkeit treten in bis zu 20% der Fälle auf. Schwerwiegende Reaktionen wie ein anaphylaktischer Schock werden als sehr selten beschrieben.

Schilddrüsenüberfunktion
Bei Funktionsstörungen der Schilddrüse können jodhaltige Kontrastmittel zu einer Schilddrüsenüberfunktion bis hin zu einer thyreotoxischen Krise führen. Symptome sind Zittern, Herzrasen, Vorhofflimmern, Fieber bis 41 Grad, Erbrechen und Durchfall mit der Gefahr einer Austrocknung. Beachten Sie, dass diese Reaktion noch Wochen nach der Untersuchung auftreten kann!

Bauchfellentzündung, Lungenentzündung und Lungenembolie
Bariumsulfat kann bei dem Durchbruch eines Organs, z.B. des Dickdarms bei Colitis ulcerosa oder Divertikulitis in die Bauchhöhle gelangen und eine Bauchfellentzündung hervorrufen.
Bei Schluckstörungen kann ein oral verabreichtes Kontrastmittel versehentlich eingeatmet werden. Folge kann eine Aspirationspneumonie (Lungenentzündung) oder ein Lungenödem sein.

Gadolinium ist hochgiftig und kann sich im Gehirn und anderen Organen ablagern
Das Metall Gadolinium liegt in Kontrastmitteln in gebundener Form vor. Ziel ist, dass sich die hochgiftige Substanz nicht im Körper ausbreitet. Bevorzugt bei den Substanzen, in denen die Moleküle linear angeordnet sind, wird Gadolinium nicht fest genug gebunden. Es kann sich herauslösen und im Gehirn, im Skelett oder der Haut ablagern. Deshalb sind Präparate vorzuziehen, in denen das giftige Metall in großen, ringartig angeordneten (makrozyklischen) Molekülen eingelagert ist: Eine Erkenntnis, die in immer mehr Krankenhäusern aufgegriffen und umgesetzt wird.

Schädigung der Nieren und Wechselwirkung mit Metformin
Kontrastmittel können die Nieren schädigen. Das kann sich besonders drastisch bei schon vorhandener Einschränkung der Nierenfunktion auswirken. Gleichzeitig bleiben die Giftstoffe länger im Körper. Schlimmstenfalls bildet sich eine Nephrogene Systemische Fibrose aus. Darunter versteht man eine krankhafte Vermehrung des Bindegewebes in Haut, Muskulatur, Herz, Leber, Zwerchfell und Lungen, die in 5 % der Fälle tödlich enden kann. Das Krankheitsbild wird seit 1997 als Folge der Kombination einer Niereninsuffizienz und der mehrmaligen Gabe eines Gadolinium-haltigen Kontrastmittels beobachtet.
Bei der Einnahme des Antidiabetikums Metformin kann es bei der gleichzeitigen Anwendung von jodhaltigen Kontrastmitteln zu einer Übersäuerung des Bluts (Lactatazidose) kommen.

Worauf muss deshalb geachtet werden?

Viele Menschen haben einen heißen Knoten in der Schilddrüse, ohne es zu wissen. Er produziert autonom, d.h. abgekoppelt von der Steuerung durch das Gehirn, Schilddrüsenhormone. Um eine Schilddrüsenüberfunktion zu vermeiden, sollte man sich vor der Anwendung jodhaltiger Präparate vorsorglich die Schilddrüse untersuchen lassen.
Die Veranlagung zu allergischen Reaktionen muss auf jeden Fall vor der Anwendung eines Kontrastmittels dem Arzt mitgeteilt werden. Er entscheidet dann, ob die Einnahme eines Antihistaminikums oder Glukokortikoids (Kortison) vor der Untersuchung notwendig ist.
Bei einer Einschränkung der Nierenfunktion sollte auf eine Untersuchung ohne Kontrastmittel oder eine alternative Untersuchungsform ausgewichen oder ggf. eine einmalige Dialyse-Behandlung nach der Anwendung des Präparats durchgeführt werden.
Bei der MRT sollten makrozyklische Gadolinium-Präparate den linearen Präparaten vorgezogen werden.
Wer Probleme mit dem Schlucken hat, kann vor der Gabe eines oralen Kontrastmittels einen Probeschluck mit Wasser nehmen, um die Gefahr, von dem Präparat etwas einzuatmen, auszuschließen.
Das Antidiabetikum Metformin sollte einige Tag vor und nach der Untersuchung mit einem jodhaltigen Kontrastmittel nicht eingenommen werden.

Wie können die Giftstoffe der Kontrastmittel ausgeleitet werden?

Viel trinken! Das ist oberstes Gebot, um die schädlichen Substanzen auszuschwemmen und die Nieren zu stärken. Das gilt für die Zeit direkt vor und nach der Untersuchung und in der Phase der Ausleitung. Gemeint sind ca. 1,5 Liter Wasser, dünner Kräutertee oder verdünnte Säfte zusätzlich zu der normalen Trinkmenge.
Zur Unterstützung der Entgiftungsorgane empfehlen sich für die Leber ein Präparat mit Mariendistel und/oder Artischocke, Bitterstoffe in der Nahrung und in Tees sowie Kurkuma als Gewürz. Die Nierengesundheit profitiert neben ausreichend Flüssigkeit von Präparaten mit Goldrute und Tees mit Ackerschachtelhalm, Birke, Wacholder und Brennnessel, die zusätzlich blutreinigende Wirkung hat. Chlorella, Spirulina und Selen binden Gifte genauso wie Heilerde, Betonit und Zeolith.
Meerrettich und Ingwer mobilisieren den Stoffwechsel, fördern die Durchblutung und heizen dem Körper ein. Das aktiviert auch das Ausleitungsorgan Haut, ebenso wie eine Schwitzkur mit Holunder und Lindenblüten oder regelmäßige Saunagänge.

Beate Helm
Autor: Beate Helm

Beate Helm ist Heilpraktikerin und hatte 8 Jahre die Leitung des Bereichs Fachfortbildungen in Naturheilkunde und Psychotherapie einer großen Heilpraktikerschule in Deutschland und der Schweiz. Heute leitet sie ihr eigenes Ausbildungsinstitut und ist Autorin von Fachbüchern und Artikeln zum Thema Gesundheit, Prävention, natürliches Heilen und Persönlichkeitsentwicklung.

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