Eingewachsener Zehennagel: Operation notwendig? Mittwoch, 09. August 2017

Ratgeber: Eingewachsener Zehennagel | apomio-Gesundheitsblog © okrasyuk – Fotolia.com

Ein eingewachsener Zehennagel, auch als Unguis incarnatus bezeichnet, drückt in das umliegende Gewebe und kann starke Schmerzen und Entzündungen hervorrufen. Manchmal ist sogar eine Operation als Behandlung notwendig. Im folgenden Beitrag mehr zu Ursachen und Symptomen und welche Möglichkeiten zur Behandlung vorgesehen sind, wenn ein Zehennagel eingewachsen ist.

Eingewachsener Zehennagel

Häufig betrifft ein eingewachsener Zehennagel die Großzehe, selten sind die restlichen Zehennägel betroffen. Durch den Druck in das umliegende Gewebe, dem Nagelbett, kann eine Entzündung mit einer schmerzhaften lokalen Schwellung entstehen. Das nun bereits gereizte Gewebe weist eine erhöhte Anfälligkeit für den Eintritt von Bakterien, was eine Entzündung dadurch noch verschlimmern kann. Betroffene leiden unter unangenehmen Schmerzen, sodass diese den Nagel noch kürzer schneiden, oftmals oval. Je nach Schuhwerk kann dieser Nagel unter Druck verschoben werden und erneut der Nagelrand ins Gewebe gedrückt werden und bei Nagelwachstum ein eingewachsener Zehennagel entstehen. Ein Teufelskreis beginnt, aus welchem sich Betroffene alleine nur schwer befreien können. Aus diesem Grund bedarf es bei einem eingewachsenen Zehennagel einer professionellen Behandlung. Anlaufstellen hierfür sind ein Arzt oder eine medizinische Fußpflege.

Symptome bei einem eingewachsenen Zehennagel

Ein eingewachsener Zehennagel, häufig der einer Großzehe, kann folgende Beschwerden bereiten:

  • starke lokale Schmerzen
  • Entzündung
  • Schwellung durch die begleitende Entzündung
  • Rötung des Nagelbettes
  • erwärmtes Gewebe
  • im fortschreitenden Stadium kann das Gewebe anfangen zu bluten
  • Eiterbildung

Das Tragen von Strümpfen oder einem engen Schuhwerk oder das Aufliegen einer Bettdecke kann bereits allein durch die Berührung als eine sehr schmerzhafte Qual empfunden werden.

Ursachen und Risikofaktoren für einen eingewachsenen Zehennagel

Die Ursachen für einen eingewachsenen Zehennagel sind vielfältig: durch falsche Technik beim Nägelschneiden kann die Entstehung eines eingewachsenen Zehennagels beispielsweise gefördert werden, indem die Ecken des Zehennagels nach unten zu weit abgerundet geschnitten werden, das heißt oval – bei Wachstum können diese abgerundeten Stellen leichter in das umliegende Nagelbett einwachsen. Auch falsches bzw. nicht vorteilhaftes Schuhwerk können zur Entstehung eines eingewachsenen Zehennagels beitragen: besonders Frauen tragen zu enges Schuhwerk, wodurch es zu einem erhöhten Druck zwischen Zehennagel und Haut führt. Weiterhin verantwortlich kann auch sein: Starkes Schwitzen an den Füßen, sodass die Haut um den Nagel herum aufgeweicht wird und das Risiko für den im medizinischen Sprachgebrauch bezeichnete Unguis incarnatus erhöht. Darüber hinaus ist auch eine familiär bedingte Häufung zu beobachten.

Die Behandlung eines eingewachsenen Zehennagels und wann man den Arzt aufsuchen sollte

Ein eingewachsener Zehennagel lässt sich in der Regel leicht therapieren. Eine konservative Behandlung ist hier ausreichend, sofern diese frühzeitig eingesetzt wird. Sofern ein Zehennagel eingewachsen ist, ist eine zeitnahe Behandlung notwendig, um den Beschwerdezustand nämlich nicht zu verschlimmern. Als erste Maßnahme ist im Hinblick auf eine konservative Therapie zu empfehlen, den betroffenen Zehennagel zu tapen, damit das umliegende Gewebe entlastet wird und nicht durch weiteren Druck in Anspruch genommen wird. Man verwendet hierfür einen wattierten Pflasterstreifen zwischen Nagel und entzündetem Nagelwall und verbindet so, dass viel Luft dazwischen liegt, damit nicht durch Kompression wieder Schmerz entsteht. Diese Maßnahme wird von den Betroffenen sofort als Entlastung wahrgenommen und als Schmerzlinderung. Darüber hinaus kann die Gabe von antientzündlichen Jod-Salben Abhilfe verschaffen, sofern noch kein fortgeschrittener Zustand vorliegt. Ist ein eingewachsener Zehennagel allerdings schon weiter fortgeschritten, ist der Besuch bei einem Arzt zu empfehlen, in leichteren Fällen, in welchen noch keine erheblichen Beschwerden bestehen ist auch die Hilfe eines medizinischen Fußpflegers, einem Podologen, möglich.

Indikation: Operation

Wenn konservative Maßnahmen nicht zur Heilung führen, sollte ein eingewachsener Fußnagel operativ entfernt werden. Unter Betäubung erfolgt eine Teilentfernung oder die gesamte Entfernung des Nagels sowie das Entfernen des umliegenden Granulationsgewebes. Nach der Operation ist eine regelmäßige Kontrolle unbedingt durchzuführen, da das Gewebe noch eine zeitlang sehr empfindlich ist und Wundinfektionen durch die Kontrolle vorzubeugen sind. Die zuverlässige Mitarbeit des Patienten und das Mitbringen von Geduld ist in diesem Fall besonders wichtig, da es sich um eine länger anhaltende Behandlung handelt, die aber erfolgsversprechend ist.

Um das Risiko eines Rezidivs zu vermeiden, ist es wichtig, die richtige Technik des Nägelschneidens zu beherrschen und die Nägel zukünftig gerade und nicht oval abzuschneiden. Auch das richtige Schuhwerk, sprich nicht zu eng, kann das Risiko eines wiederkehrenden eingewachsenen Zehennagels verhindern.

Autor: Judith Schega

Judith Schega ist als gelernte Operationstechnische und Chirurgischtechnische Assistentin in einem Krankenhaus beschäftigt. Das Schreiben hat sich immer mehr als Gegengewicht zu ihrem Vollzeitberuf im Gesundheitswesen entwickelt. Vor allem auch als Ausdruck ihres medizinischen Interesses, mit dem Wunsch, dieses auf ihre Mitmenschen zu übertragen. Frau Schega schreibt unter anderem für den Thieme Verlag und ist seit November 2014 auch als Autorin für apomio.de tätig.

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