Die Pille absetzen: Das passiert im Körper Sonntag, 10. Dezember 2017

Pille absetzen: Das erwartet Sie | apomio Gesundheitsblog © peshkova – Fotolia.com

Seit den 1960er Jahren ist sie das Verhütungsmittel schlechthin und ein Symbol für die weibliche Selbstbestimmung: Die Anti-Baby-Pille. Doch heute – fast 60 Jahre später – verzichten immer mehr Frauen bewusst auf die tägliche Zufuhr von Hormonen. Das Absetzen der Pille ist in aller Munde. In diesem Artikel erfahren Sie, was mit dem Körper passiert, wenn nicht mehr täglich Hormone eingeworfen werden und was Sie beim Absetzen der Pille beachten müssen. 

Mehr als die Hälfte aller Befragten einer Studie des Neon Magazins gaben an mit der Pille zu verhüten. Damit ist das Hormonpräparat mit Abstand das beliebteste Verhütungsmittel unter den 20 bis 35 Jährigen. Doch die Zeiten ändern sich – immer mehr junge Frauen verzichten auf die Einnahme von Hormonen und setzen die Pille ab. Das Bewusstsein für den eigenen Körper und die Nebenwirkungen der täglichen Hormongabe hat sich verändert, der Verzicht auf die Pille ist schon fast ein Trend.

Ein Trend der Vorteile hat: So kann sich der Körper nach zum Teil Jahren der vorgegaukelten Schwangerschaft erholen und seinen natürlichen Rhythmus wiederfinden. Wer die Pille nimmt, steuert seinen Zyklus. Die Periode kommt regelmäßig, ist verkürzt und weniger schmerzhaft. Wer die Hormone richtig einnimmt hat einen hohen Schutz vor unerwünschten Schwangerschaften, der Pearl-Index liegt bei 0,1 bis 0,9 (das bedeutet: bei richtiger Anwendung werden eine bis neun von 100 Frauen trotz Pille schwanger).

Negative Auswirkungen der Pille auf den Körper

Doch die Pille hat auch Schattenseiten: Wer täglich die Hormone schluckt, hat ein erhöhtes Risiko für gefährliche Thrombosen. Auch die Wahrscheinlichkeit an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder einer Depression zu leiden, steigt durch die Einnahme der Pille an. Auch auf die Stimmung und das Wohlbefinden kann die kleine Tablette Einfluss nehmen. Deshalb verzichten immer mehr junge Frauen auf die tägliche Hormondosis und steigen auf alternative Verhütungsmethoden um.

Ein Gespräch mit dem behandelnden Gynäkologen ist vor dem Absetzen der Pille sinnvoll. Er kann über mögliche Nebenwirkungen und andere Methoden der Empfängnisverhütung aufklären. Auch wenn eine Schwangerschaft geplant ist und die Pille deshalb abgesetzt wird, kann er Frauenarzt beratend zur Seite stehen. Es ist in jedem Fall ratsam die angefangene Packung zu Ende zu nehmen, da sonst Zwischenblutungen auftreten und den Zyklus durcheinanderbringen können. Außerdem sollte man sich vorab sicher sein wirklich hormonfrei verhüten zu wollen – wer kurze Zeit nach dem Absetzen wieder beginnt die Pille zu nehmen, belastet seinen Körper unnötig.

Nebenwirkungen beim Absetzen der Pille: Damit müssen Sie rechnen

  1. Die Fruchtbarkeit kehrt zurück

Es klingt banal, doch wer auf die Pille verzichtet muss sich darüber im Klaren sein, dass nun eine Schwangerschaft möglich ist, wenn nicht anderweitig verhütet wird. Mit der Anti-Baby-Pille mussten sich Frauen nicht mit ihrer Fruchtbarkeit auseinandersetzen, ungeschützter Geschlechtsverkehr war problemlos möglich. Theoretisch ist eine Schwangerschaft sofort nach dem Absetzen der Pille möglich. Gerade in den ersten Monaten danach, kommt es häufig zu Schwangerschaften – es besteht oft eine Unsicherheit mit der neuen Verhütungsmethode. Zwar reguliert sich der Zyklus der Frau nach dem Absetzen meist erst innerhalb einiger Monate, doch wer keinen Kinderwunsch hat sollte auch in dieser Zeit an konsequente Verhütung denken.

  1. Stimmungsschwankungen treten auf

Die tägliche Einnahme von Gestangen und Östrogen haben zu einem konstanten Hormonhaushalt geführt. Wer nun auf die Pille verzichtet kann eine gefühlsmäßige Achterbahn durchleben – der Körper ist in gewisser Weise auf Entzug. Die Emotionen werden deutlicher wahrgenommen, gute Laune ist intensiver, aber auch Trauer und Verstimmung können stärker werden. Nachdem sich der Hormonspiegel wieder normalisiert hat, sollten auch die Emotionen wieder unter Kontrolle sein. Ohne die Pille sind zwar deutliche Unterschiede zwischen den Empfindungen während der einzelnen Phasen des Zyklus zu spüren (Eisprung, PMS, Periode), doch die Extremen sollten abflachen.

  1. Unreine Haut vor der Periode

Wer die Pille nimmt, unterdrückt das männliche Geschlechtshormon Testosteron in seinem Organismus. Ein gesteigerter Testosteronwert führt zu Pickeln und fettiger Haut. Bleibt die tägliche Östrogenzufuhr aus, kann es zu einem schlechteren Hautbild und Akne kommen. Doch auch diese Nebenwirkung nach dem Absetzen der Pille sollte sich nach einiger Zeit wieder normalisieren und einpendeln. In der Phase kurz vor der Menstruation kommen bei Frauen, die ohne Hormone verhüten, vermehrt Hautunreinheiten vor.

  1. Haarausfall ist möglich

Einige Frauen, die die Pille abgesetzt haben, klagen etwa drei Monate danach über Haarausfall. Das zugeführte Östrogen hat die Lebenszeit der Haare verlängert. Bleibt die tägliche Dosis aus, kann es zunächst mit dem Abfall des Hormonspiegels zu vermehrtem Haarausfall kommen. Das Haarwachstum sollte sich ebenso wie die unreine Haut nach einiger Zeit ohne die Pille regulieren.

  1. Gesteigerte Libido

Neben den eher negativen Nebenwirklungen hat das Absetzen der Pille auch seine Vorteile: Wird dem Körper nicht permanent eine Schwangerschaft vorgemacht, steigt in der Zeit um den Eisprung die Libido wieder an. Frauen haben in der Zeit, in der ein Ei zur Befruchtung bereit ist vermehrt Lust auf Sex. Nach dem Eisprung flacht das Verlangen allerdings wieder ab. Ein weiterer Vorteil: In der Phase des Eisprungs sind Frauen selbstbewusster und fühlen sich attraktiver – das wirkt auch auf Männer. Zudem produziert der weibliche Körper in diesem Abschnitt des Zyklus bestimmte Pheromone (Geruchsstoffe), die anziehend auf das starke Geschlecht wirken.

  1. Gewichtsverlust: Wassereinlagerungen verschwinden

Wer aufhört die Pille zu nehmen, bei dem können die Pfunde purzeln. Durch das Östrogen entstehen mitunter Wassereinlagerungen, vor allem in den Brüsten und Beinen. Bleibt das Östrogen aus, werden diese Einlagerungen abgetragen – und das macht sich auf der Waage bemerkbar. Auch Schmerzende Brüste können dadurch der Vergangenheit angehören.

Alternativen zur Pille: hormonfrei Verhüten

Wer ausprobieren möchte, wie sein Körper ohne die Pille funktioniert, aber keine Familie plant, der muss vorsorgen. Heutzutage gibt es verschiedene Methoden, um ohne Hormone zu verhüten. Die Kupferkette oder Kupferspirale ist inzwischen in vielen Frauenarztpraxen erhältlich. Sie hat einen ähnlichen Pearl-Index wie die Pille und kann bis zu fünf Jahre im Körper verbleiben. Dadurch ist Verhütung auf lange Sicht möglich.

Auch die Verhütung über das Messen der Körpertemperatur birgt keine Nebenwirkungen. Dabei wird jeden Morgen die Basaltemperatur gemessen und in ein Diagramm eingetragen. Vom Beginn der Menstruation bis zu Eisprung ist sie niedriger als in der zweiten Zyklushälfte. Vor allem zu Beginn dieser natürlichen Familienplanung sollte – wenn kein Kinderwunsch besteht – zusätzlich mit einem Kondom verhütet werden. Die Sicherheit der Temperatur-Methode ist nur gegeben, wenn sie richtig angewandt wird.

Pille und Co schützen nicht vor Krankheiten

Auch wer sich nicht in einer festen Partnerschaft befindet und häufig seinen Partner wechselt sollte unabhängig von der Verhütungsmethode ein Kondom benutzen. Die physikalische Barriere ist die einzige Methode sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV, Herpes, Syphilis oder Chlamydien zu schützen. In diesem Fall gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Seit Juli 2014 arbeitet Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion und im online Marketing bei apomio.de. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation an der Hochschule Ansbach.

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