Aromatherapie mit ätherischen Ölen: Anwendung und Wirkung Mittwoch, 17. Januar 2018

Aromatherapie mit ätherischen Ölen | apomio Gesundheitsratgeber © Floydine – Fotolia.com

Ätherische Öle sind üblicherweise als Bestandteil von Kosmetika bekannt oder kommen als Hausmittel zum Einsatz, wie zum Beispiel zur Behandlung bei Erkältungen. Darüber hinaus können ätherische Öle aber auch unterstützend als medizinische Therapeutika verwendet werden. Was sind ätherische Öle und wann können ätherische Öle medizinisch eingesetzt werden? Wann können sie Kontraindikationen darstellen? Mehr dazu im folgenden Beitrag.

Was sind ätherische Öle?

Ein typisches ätherisches Öl kann als ein Vielstoffgemisch betrachtet werden, welches aus insgesamt 20 bis 500 Einzelinhaltsstoffen besteht, die unter 1 Prozent anteilig vorliegen. Die Bestandteile eines ätherischen Öls sind zum großen Teil lipidlöslich und gering wasserlöslich. Definitionsgemäß werden ätherische Öle durch Wasserdampfdestillation von Pflanzenteilen und durch Kaltpressung bei Zitrusfrüchten gewonnen. Schon vor rund 5000 Jahren machte man in Mesopotamien und Südasien von ätherischen Ölen Gebraucht und vor 1000 Jahren sind ätherische Öle erstmals schriftlich erwähnt worden. Die Aromatherapie basiert auf einer jahrhundertelangen Tradition aus der Naturheilkunde  von den antiken Hochkulturen, nämlich Ägypten, Griechenland und Rom sowie der chinesischen, tibetanischen und indischen Medizin. ´

Aromatherapie: Die medizinische Anwendung ätherischer Öle

Im Gegensatz zu anderen standardisierten Phytopharmaka kommen ätherische Öle als alleinige Gabe bei leichten und mittelschweren Erkrankungen zum Einsatz. Insbesondere bei chronischen Erkrankungen, Befindlichkeitsstörungen und funktionell bedingten Krankheitsbildern finden ätherische Öle ihre Anwendung. Weiterhin können ätherische Öle auch bei degenerativen Erkrankungen zum Einsatz kommen und eine unterstützende Wirkung haben, wenn diese in Kombination mit Antibiotika und chemisch-synthetischen Arzneimitteln, bei schweren Erkrankungen, Infektionserkrankungen, in der Notfallmedizin und als Rezidivprophylaxe sowie Nachbehandlungsphase verwendet werden.

In der medizinischen Aromatherapie kombiniert man ausgewählte ätherische Öle, die individuell, in Abhängigkeit von der Anwendungsart verordnet werden. Zu den Anwendungsarten zählen: Einreibungen, Streichungen, Massagen, Kompressen, Wickel, sowie Heilerde-Auflagen. So werden Wirkungen erzielt, die von der Haut über Muskulatur und Gelenke, das tief liegende Organsystem erreichen. Die oberen und tiefen Atemwege werden über Inhalationen behandelt. Auch Gurgellösungen und Suppositorien für die lokalen Schleimhäute und Kapseln für den Magen-Darm-Trakt können verwendet werden.

Über den Nervus olfactorius gelangen durch das Riechen die Duftimpulse in das Mittel- sowie Zwischenhirn und können auf diesem Wege eine Wirkung auf Organsysteme, Durchblutung und Schmerzverarbeitung haben. Ätherische Öle werden vom Organismus nach dem „ADME-Prinzip“ aufgenommen und verstoffwechselt: Absorption, Distrubtion, Metabolismus und Elimination, die vorranging über die Niere erfolgt. Eine erwähnenswerte Eigenschaft, die ätherischen Ölen zudem zugeschrieben wird, ist, dass sie auch als Radikalfänger arbeiten können.

Aromatherapie bei Atemwegserkrankungen

Die Aromatherapie hat folgende Anwendungsmöglichkeiten:

  • Atemwegserkrankungen
  • gut kontrolliertes Asthma bronchiale
  • chronisch obstruktive Bronchitis (COPD)
  • Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis)
  • grippale Infekte
  • Heuschnupfen (allergische Rhinitis)

Bei Inhalation gelangen die ätherischen Öle über die Atemluft in die Atemwege und können gereizte und entzündete Schleimhäute der oberen und tiefen Atemwege therapieren. Die ganzheitliche Wirkung wird durch das Riechen der natürlichen Dufte vervollständigt. Bewährte ätherische Öle für Inhalationen sind unter anderem:

  • Angelika
  • Eukalyptus
  • Salbei
  • Manuka
  • Latschenkiefer
  • Lemongrass
  • Teebaum
  • Thymian
  • Lavendel
  • Zepresse
  • Römische Kamille

Die potenziellen Wirkungen können hustenstillend, auswurffördernd, entzündungshemmend, schleimhautregenerierend, atemwegserweiternd, entspannend und antimikrobiell sein.

Ätherische Öle zur Stressbekämpfung

Ätherische Öle können auch zur Stressbekämpfung angewendet werden. In klinischen Studien und nach Expertenmeinung können die besten Ergebnisse in Bezug auf Stress, Angst, Panik, trauriger Verstimmung und Schlafstörungen bei folgenden ätherischen Ölen erzielt werden:

  • Angelikawurzel
  • Atlaszeder
  • Basilikum
  • Bergamotte
  • Bitterorange
  • Römische Kamille
  • Lavendel
  • Lorbeer
  • Mandarine
  • Melisse
  • Orange
  • Sandelholz

Mischungen aus zwei bis vier dieser ätherischen Öle kommen niedrig dosiert zum Einsatz, indem sie mittels Raumbeduftung verwendet oder in der Pulszone des Hangelenks aufgetragen werden oder als sanfte Massage eingesetzt werden. Zahlreiche Studien bestätigten günstige Effekte auf traurige Verstimmungen, Schlafstörungen, Stress, Gedächtnis, Angst und Panik.

Kontraindikationen: Wann sollten ätherische Öle nicht eingesetzt werden?

Bei Patienten mit einer allergischen Anamnese kann die Gabe von ätherischen Ölen kontraindiziert sein, weshalb vor einer Anwendung ein Verträglichkeitstest durchgeführt werden sollte: Die ausgewählten Durchstoffe des ätherischen Öls, werden zunächst auf der Innenseite des Unterarms sparsam aufgetragen. Nach zehn Minuten können Frühreaktionen erhoben werden, die Spätreaktionen können nach 24 Stunden abgelesen werden. Nur bei guter Verträglichkeit dürfen die ätherischen Öle eingesetzt werden.

Besonders gefährlich können ätherische Öle für Kleinkinder sein. Die Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Pneumologie empfiehlt keine ätherischen Öle mehr, da sie für Säuglinge und Kleinkinder nicht geeignet sind und zu lebensbedrohlichen Verkrampfungen des Kehlkopfs und schlimmstenfalls zu Atemstillstand führen können. Sofern ein Kind, erkältungsbedingt, Schwierigkeiten bei der Atmung hat, ist zu empfehlen, einen Arzt zu konsultieren, anstatt ätherische Öle zu verwenden. Medizinern zufolge sind in weniger dringenden Fällen Salzlösungen, warme Getränke oder Hühnerbrühe eher zu empfehlen.  Zudem solle man dem Kind Zeit lassen, wieder gesund zu werden.

In vielen Beipackzetteln sind Informationen darüber enthalten, wann ätherische Öle nicht anzuwenden sind. Diese sind:

  • Bei Säuglingen und Kleinkindern unter 2 Jahren (Gefahr einen Kehlkopfkrampfes)
  • Bei einer Überempfindlichkeit gegenüber den Inhaltsstoffen
  • Auf geschädigter Haut (z. B. Verletzungen, Verbrennungen)
  • Bei verschiedenen Atemwegserkrankungen (z. B. Asthma bronchiale)

Leider sind die Gefahren nicht allen Eltern bewusst, sodass immer wieder Kinder aufgrund von Atemnot mit dem Rettungswagen in die Notfallambulanz eingeliefert werden müssen.

Für die sichere Anwendung ätherischer Öle ist auf gute Qualität (Etikett, Zertifikat) und die Berücksichtigung von Empfehlungen zur Dosierung zu achten. Zusätzlich gibt es Listen von Ölen, die nicht empfohlen werden, unter anderen für Kinder, aber auch für schwangere und stillende Frauen, Patienten mit hormon-sensitiven Tumoren, sowie Epileptikern. Allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten können durch ätherische Öle hervorgerufen werden.

Autor: J. Ehresmann

Judith Ehresmann ist als gelernte Operationstechnische und Chirurgischtechnische Assistentin in einem Krankenhaus beschäftigt. Das Schreiben hat sich immer mehr als Gegengewicht zu ihrem Vollzeitberuf im Gesundheitswesen entwickelt. Vor allem auch als Ausdruck ihres medizinischen Interesses, mit dem Wunsch, dieses auf ihre Mitmenschen zu übertragen. Frau Ehresmann schreibt unter anderem für den Thieme Verlag und ist seit November 2014 auch als Autorin für apomio.de tätig.

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